Nichtrauchen ist der wirksamste Schutz vor Herzinfarkt

Nichts hilft besser, sich vor einem – oft tödlichen – Herzinfarkt zu schützen als Nichtrauchen und eine rauchfreie Umgebung. Dabei können auch Menschen, die bisher zur Zigarette griffen und sich für einen dauerhaften Rauchstopp entscheiden, ihr Infarkt- und Sterberisiko drastisch reduzieren. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai hin.

Von allen Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt hat Rauchen die größte Bedeutung und ist damit noch gefährlicher als Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. „Gleichzeitig verkürzt jede bis zum 60. Lebensjahr gerauchte Zigarette das Leben um eine halbe Stunde, und kontinuierliche Raucher sterben im Durchschnitt zehn bis 15 Jahre früher als Nichtraucher“, warnt Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Dennoch, so der Kardiologe, können selbst langjährige Raucher ihre Lebenserwartung wieder deutlich verlängern und ihre Lebensqualität verbessern, wenn sie das Rauchen aufgeben.

Rauchstopp mit 40 – und neun Jahre länger leben

So sinkt das Risiko, am Herzinfarkt zu sterben, neuesten Studienergebnissen zufolge bereits fünf Jahre nach dem Rauchstopp auf fast die Hälfte. Bis das allgemeine Sterberisiko eines Ex-Rauchers auf das eines Nie-Rauchers zurückgegangen ist, dauert es allerdings zwei Jahrzehnte. Nikotinverzicht ab dem Alter von 60 Jahren verlängert statistisch gesehen das Leben um drei Jahre, ab einem Alter von 50 sind es sechs und ab 40 sogar neun Lebensjahre.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind häufig jedoch auch die Folge von Passivrauchen: Denn dadurch erhöht sich das Risiko von Nichtrauchern für diese Blutgefäßleiden Schätzungen zufolge um etwa 25 Prozent. „Schockierend ist, dass bereits bei Kindern, bei denen zu Hause geraucht wird, akute Gefäßschädigungen auftreten, die den Vorstufen einer späteren Gefäßerkrankung entsprechen“, erklärt Prof. Gohlke mit Verweis auf aktuelle Studienergebnisse. Andere Untersuchungen bei Erwachsenen konnten zeigen, dass schon 30-minütiges Passivrauchen die Funktion gesunder Blutgefäße etwa 24 Stunden lang negativ beeinträchtigt.

Ein umfassender Nichtraucherschutz und die konsequente Umsetzung der Gesetzgebung hierzulande sind für die Deutsche Herzstiftung unverzichtbar. Dass Rauchverbote in der Öffentlichkeit wirksam, schnell und kostengünstig zur Verminderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen, zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern wie Italien, Irland oder den USA. So sank in Italien die Zahl akuter Herzinfarkte bereits ein Jahr nach Einführung eines allgemeinen Rauchverbots um rund zehn Prozent. „Über Rauchverbote hinaus“, so Prof. Gohlke, „ist es ganz besonders wichtig, mittels Aufklärung Kinder und Jugendliche vor dem passiven Rauchen zu schützen und Raucherkarrieren gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine Vorbildfunktion haben dabei vor allem erwachsene Nichtraucher, aber auch Erwachsene, die sich das Rauchen erfolgreich abgewöhnt haben.“

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/955 128-119
Fax: 069/955 128-313
koenig@herzstiftung.de

Media Contact

Pierre König idw

Weitere Informationen:

http://www.herzstiftung.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die…

Mehr als Muskelschwund

Forschungsnetzwerk SMABEYOND untersucht Auswirkungen der Spinalen Muskelatrophie auf Organe Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erblich bedingte neurodegenerative Erkrankung. Dabei gehen die motorischen Nervenzellen im Rückenmark und im Hirnstamm allmählich zugrunde,…

Molekulare Bremse für das Wurzelwachstum

Die dynamische Änderung des Wurzelwachstums von Pflanzen ist wichtig für ihre Anpassung an Bodenbedingungen. Nährstoffe oder Feuchtigkeit können je nach Standort in höheren oder tieferen Bodenschichten vorkommen. Daher ist je…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close