Antidepressivum verzögert Beginn von Alzheimer

Das Antidepressivum Citalopram könnte eingesetzt werden, um den Beginn einer Alzheimererkrankung zu verzögern, wie die University of Pennsylvania http://www.upenn.edu und die Washington University School of Medicine http://medschool.wustl.edu herausgefunden haben.

AB-Werte um 25 Prozent gesenkt

Das Medikament blockierte bei 23 Patienten und transgenen Mäusen ein Protein, das dazu beiträgt, dass sich im Gehirn Plaquen bilden. Alzheimer gilt derzeit als die häufigste Ursache einer Demenz. Allein in Großbritannien sind derzeit rund 496.000 Menschen betroffen.

Die Studie wurde zwischen 2012 und 2014 durchgeführt. Das Team um Yvette Sheline züchtete Mäuse mit Alzheimer und untersuchte die Werte von Amyloid Beta (AB) im Gehirn. AB lagert sich in Klumpen ab, die neben dem Protein Tau als Auslöser für Alzheimer gelten. Nachdem die Tiere Citalopram erhalten hatten, sanken ihre AB-Werte im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe um 25 Prozent.

Nach zwei Monaten der Verabreichung des Medikaments war das Wachstum neuer Plaquen reduziert und bestehende Ansammlungen vergößerten sich nicht mehr weiter. Citalopram war allerdings nicht in der Lage, bestehende Plaquen zum Schrumpfen zu bringen oder ihre Anzahl zu reduzieren. Die 23 Teilnehmer der Studie waren zwischen 18 und 50 Jahre alt und laut den Wissenschaftlern gesund.

Größere Kontrollstudie vorgesehen

Die Probanden erhielten eine einzelne Dosis Citalopram. Die AB-Werte in der Rückenmarksflüssigkeit wurden von den Forschern überwacht. In einem Zeitraum von 37 Stunden nach der Behandlung sanken die AB-Werte um 37 Prozent.

Laut Sheline beruht die Wirkung des Antidepressivums darauf, dass es die AB-Moleküle beschneidet und so ihre Funktion blockiert. Die Wissenschaftlerin betont, dass es sich um eine Machbarkeitsstudie gehandelt hat und dass daher nur eine geringe Anzahl von gesunden Teilnehmern ausgewählt wurde.

Sheline geht davon aus, dass dieser Behandlungsansatz das Fortschreiten von Alzheimer zehn bis 15 Jahre vor dem normalerweise ersten Auftreten verlangsamen kann. In einer weiteren Studie soll untersucht werden, ob diese Wirkung auch nachhaltig ist. In einem nächsten Schritt soll dann eine groß angelegte Studie die Wirksamkeit des Medikaments im Vergleich mit einem Blindpräparat erforschen.

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Michaela Monschein pressetext.redaktion

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