Neuer Forschungsbereich zu weichmagnetischen Werkstoffen am Fraunhofer IFAM Dresden gestartet

Für ihre Forschungsarbeiten wird Frau Dr. Lindemann unter anderem an den Anlagen für die Additive Fertigung am Fraunhofer IFAM in Dresden tätig sein. Fraunhofer IFAM Dresden

Mit dem weltweit steigenden Energiebedarf und dem daraus resultierenden Wachstum des Elektromarktes steigt auch der Anteil an elektrischen Energiewandlern.

Dabei gehen im Durchschnitt 9 % der erzeugten Energie bei der Transformation und Weiterleitung verloren. Hier spielen die Energieverluste in elektromagnetischen Bauteilen, d.h. Magnetkernen, eine entscheidende Rolle.

Genau da setzt das neue Forschungsgebiet an. Durch die Verwendung verbesserter weichmagnetischer Werkstoffe können diese Energieverluste deutlich reduziert und ein entscheidender Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet werden.

Damit verfolgt das Fraunhofer IFAM Dresden die Ziele des Klimaschutzplans 2050, in dem die Erhöhung der Effizienz von elektrischen Maschinen und Wandlern zur Senkung von Emissionen ein wichtiger Bestandteil ist.

So sollen weichmagnetische Komponenten mit hoher Leistungsfähigkeit und niedrigsten Verlusten bei vergleichsweise geringen Kosten hergestellt werden. Die Umsetzung dieser ambitionierten Ziele hat durch die metallurgische Kernkompetenz des Institutes und die hochmodernen Laborausstattung vor Ort optimale Voraussetzungen.

Unter der Federführung der Werkstoffwissenschaftlerin Dr. Inge Lindemann sollen gezielt Materialeigenschaften durch innovative Pulvertechnologien verbessert werden.

Die daraus resultierenden Vorteile reichen von einer breiteren möglichen Werkstoffvielfalt inklusive Werkstoffkombinationen bis hin zu geringeren Materialverlusten, da Teile endkonturnah gefertigt werden können. Gleichzeitig werden komplexere Geometrien möglich und zusätzliche Funktionen können integriert werden.

Mit Frau Dr. Lindemann konnte das Institut eine erfahrene und hoch motivierte Wissenschaftlerin gewinnen. Zuletzt beschäftigte sie sich am Leibniz-Institut für Festkörper und Werkstoffforschung u.a. mit Fragen zur Synthese von Titanhydrid-Pulvern sowie der Nanopartikelsynthese aus nasschemischen Verfahren.

Die pulvertechnologische Prozessierung weichmagnetischer Werkstoffe ist nicht nur für das Fraunhofer IFAM sondern für die gesamte Fraunhofer-Gesellschaft ein neues Forschungsthema, das aufgrund seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Relevanz besonders gefördert wird.

Die Anwendungsfelder der Materialien reichen von Elektromotoren für die Elektromobilität über Wechselrichter in Solaranlagen bis hin zu magnetischer Abschirmung.

Mit dem neuen Bereich ergänzt das Fraunhofer IFAM Dresden als eine der führenden Einrichtungen im Bereich der Pulvermetallurgie seine Grundlagen- und Anwendungsforschung zur lösungsorientierten Werkstoff- und Technologieentwicklung für innovative Sinter- und Verbundwerkstoffe, Funktionswerkstoffe für die Energietechnik und Medizintechnik sowie zellulare metallische Werkstoffe.

Dr.-Ing. Inge Lindemann

http://www.ifam-dd.fraunhofer.de

Ansprechpartner für Medien

Fraunhofer IFAM Dresden Kommunikation Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Materialforschung mit Ultra-Kurzpuls-Laserquelle

Universität Bayreuth verfügt über leistungsstarkes Großgerät. Die Ingenieurwissenschaften an der Universität Bayreuth verfügen seit kurzem über ein einzigartiges, mit einer Ultra-Kurzpuls-Laserquelle ausgestattetes Lasergerät zur Bearbeitung von Materialien. Auf den Gebieten…

Offene IT-Plattform xito.one: Low Code für Serviceroboter

Begleitendes Forschungsprojekt SeRoNet zeigt Flagge auf automatica sprint. Coronabedingt letztes Jahr abgesagt, findet vom 22. bis 24. Juni 2021 die digitale Fachmesse automatica sprint statt. Das Fraunhofer IPA präsentiert dort…

Evolution: Auf verschiedenen Wegen zum Ziel

Fruchtfliegen haben im Lauf der Evolution unterschiedliche Lösungen gefunden, um die ungleiche Verteilung von Geschlechtschromosomen zu kompensieren. Die Geschlechtschromosomen sind im Tierreich oft ungleich verteilt: Weibliche Zellen verfügen über zwei…

Partner & Förderer