Hochschulgründer bauen „Schmutzlabor“ auf und bieten praxisnahe Testverfahren

Vor sechs Jahren wurde das Unternehmen durch Thomas Leucht und Stephanie Weber gegründet. Unter Mithilfe der FH Hof Abt. Münchberg entstand die Weber & Leucht GmbH, ermöglicht durch die Teilnahme am bayerischen Hochschulförderprogramm „Flügge“. Es sollten vorwiegend neuartige Produkte für die Textilindustrie entwickelt werden.

Doch es kam alles anders als geplant. Anstoß für die Kurskorrektur war die Anfrage eines Herstellers für Reinigungsgeräte. Dieser suchte nach geeigneten Testverfahren für seine Produkte. Die beiden Chemiker machten sich sofort ans Werk. „Das notwendige Wissen hatten wir aufgrund unserer Ausbildung“, so Thomas Leucht. „Allerdings wurde uns schnell klar, warum der weltweit bekannte Konzern unsere Hilfe benötigte: Es gab nahezu noch keine Informationen über praxisnahe Tests für Reinigungsprodukte. Dies war die Geburtstunde des Schmutzlabors.“

Zunächst wurde eine Laborantin eingestellt, um vorkommende Schmutzvarianten zu erforschen. Mittels moderner Labortechnik wurden Zusammensetzungen analysiert und sogleich im Labor nachgemischt. Diese Mischungen werden als Testschmutze bezeichnet. Nun galt es natürlich, den Schmutz auf verschiedenen Oberflächen wie z. B. Böden oder Textilien möglichst realitätsnah aufzubringen. Also wurden unterschiedliche Methoden kreiert, damit z. B. Fettspritzer auf dem Kochfeld nicht nur echt und authentisch aussehen, sondern sich auch verhalten wie im echten Haushaltsalltag. Danach folgte die Entwicklung der eigentlichen Reinigungsprüfungen. Hierzu wurden aufwendige Studien mit Konsumenten und Fachleuten durchgeführt, um realitätsnahe Testkriterien zu erhalten. „Dieses Wissen ist das Herz des Labors“, gibt Frau Weber an dieser Stelle zu Protokoll.

Den beiden Firmengründern Weber und Leucht wurde schnell bewusst, dass das zusammengetragene Wissen auch in Fachkreisen sehr begehrt ist. Dies belegt auch der wirtschaftliche Erfolg des jungen Unternehmens: Die Firma beschäftigt mittlerweile bereits sechs Mitarbeiter. Viele bekannte Marken aber auch innovative Mittelständler lassen inzwischen ihre Produkte von diesem wohl einzigartigen Labor auf Praxistauglichkeit prüfen. Der Erfolg liegt hautsächlich darin begründet, dass durch die entwickelten Tests neue Grundlagen und Prinzipien erkannt werden, welche dann in die Entwicklungsarbeit der Kunden einfließen. Zwar seien Oberflächeneffekte theoretisch erklärbar, erläutert Thomas Leucht. „Doch die Forschungsarbeiten zum tatsächlichen Verhalten des Schmutzes auf Oberflächen stecken noch in den Kinderschuhen. Erst wenn die zugrunde liegenden Prinzipien bekannt sind, können neuartige und leistungsfähige Produkte entstehen.“

Aus diesem Grunde kommen zu den derzeit 80 verschiedenen Verschmutzungsarten regelmäßig neue hinzu. Es gibt eine große Bandbreite, die von der Autolack-Verschmutzung im Winter bis zur Seifenverschmutzung auf Badkeramik reicht. Doch nicht nur Reinigungsprodukte werden unter die Lupe genommen. Auch die Hersteller von Oberflächen verschiedenster Art aus Glas, Kunststoff, Laminat, Lack, etc. wollen wissen, wie stark ihre Produkte zur Verschmutzung neigen und wie gut sie sich reinigen lassen.

Im Herbst dieses Jahres veranstaltet die Weber & Leucht GmbH erstmals auch einen Workshop. Darin sollen die Hersteller die neuesten Informationen zum Thema erhalten und lernen, Perspektiven für die Zukunft zu entdecken. Dies ist ein wichtiger Schritt, um angesammeltes Wissen nicht in der Schublade verstauben zu lassen, sondern es zu nutzen, um sich neue Wege der Forschung und Entwicklung zu eröffnen. Im Vordergrund hierbei steht vor allem der Erfahrungsaustausch mit Fachleuten dieses Gebietes.

Media Contact

Thomas Leucht Weber & Leucht GmbH

Weitere Informationen:

http://www.wl-group.de

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