Sicherheit wird leicht gemacht

6,7 Millionen Euro für neuen DFG-Sonderforschungsbereich „Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile“ an der TU Chemnitz

Mit jährlich etwa 1,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden vier Jahren den Sonderforschungsbereich 692 „Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile (HALS)“ der TU Chemnitz. Sonderforschungsbereiche (SFB) sind langfristige Forschungsvorhaben, in denen Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen regional konzentriert an einer gemeinsamen Thematik forschen. Die Federführung obliegt Prof. Dr. Bernhard Wielage, Professur Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz. Geschäftsführer des neuen Chemnitzer SFB ist Dr. Thomas Lampke.

Im SFB 692 arbeiten Forscher aus sieben Professuren der Fakultät für Maschinenbau und zwei Professuren der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz sowie der Hauptabteilung Umformtechnik des Fraunhofer-Institutes für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz zusammen. „Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, über neuartige Prozessketten hochfesten Aluminium-Werkstoffen neue Eigenschaften zu entlocken und diese für Sicherheitsbauteile mit sehr niedrigem Gewicht zu qualifizieren“, berichtet Prof. Wielage. Die beteiligten Wissenschaftler freuen sich besonders, dass sie mit ihrem Forschungskonzept bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Bestnote 1,0 erzielen konnten.

An drei Demonstratoren aus verschiedenen Anwendungsfeldern werden die neuen Werkstoffe und Prozessketten erprobt: hochfeste Schrauben, Rotoren von Flüssigkeitsbremsen (Retarder) und hebelförmige Bauteile (z.B. Fahrradtretkurbel und Kipphebel). Die Basis für die neuen hochfesten Werkstoffe bilden drei neue Verarbeitungswege: das Herstellen von Verbundwerkstoffen durch mechanisches Legieren, die ECAP-Umformung (Equal Channel Angular Pressing) sowie das Koaxialpressen von aluminiumummantelten Magnesiumhalbzeugen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt innerhalb des SFB 692 besteht in der Ermittlung von Werkstoffkennwerten und deren Nutzung für die Simulation des Fertigungsprozesses und der konstruktiven Auslegung von Sicherheitsbauteilen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Grenzflächen- und Oberflächenbeschaffenheit durch spanende Präzisionsbearbeitung, weiterentwickelte Anodisierverfahren bzw. endkonturnahe Fertigungskonzepte zu. Im Ergebnis werden Bauteile mit deutlich verbesserter Dauerfestigkeit, Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit erwartet, die auch unter wirtschaftlichen Aspekten einen Fortschritt darstellen.

„Seitens der Industrie besteht bereits ein großes Interesse an den Ergebnissen dieses Sonderforschungsbereiches“, berichtet der SFB-Geschäftsführer Dr. Lampke. Dies zeige sich in dem formierten Industriekonsortium, das mittlerweile aus 36 Firmen besteht.

Weitere Informationen erteilen der Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile“ Prof. Dr. Bernhard Wielage, Telefon (0371) 5 31 – 61 69, E-Mail bernhard.wielage@mb.tu- chemnitz.de sowie der SFB-Geschäftsführer Dr. Thomas Lampke, Telefon (03 71) 5 31 – 61 63, E-Mail thomas.lampke@mb.tu-chemnitz.de

Media Contact

Mario Steinebach Technische Universität Chemnitz

Weitere Informationen:

http://www.tu-chemnitz.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neues Forschungsprojekt soll Immunzellen schlauer als den Krebs machen

Krebszellen können sich ständig verändern und sich auf diese Weise dem Immunsystem entziehen. Prof. Dr. Michael Hölzel vom Institut für Experimentelle Onkologie der Universität Bonn entwickelt eine Immuntherapie gegen schwarzen…

Mini-Stromgenerator aus Quantenpunkten

Mickael L. Perrin will winzige Kraftwerke aus Graphen-Nanobändern bauen, die aus Wärme Strom erzeugen. Für sein ehrgeiziges Projekt erhielt er nun einen der prestigeträchtigen «ERC Starting Grants» der EU sowie…

Bändigung eines Formwandler-Moleküls

Reduzierung der Formenvielfalt bei einem fluktuierenden Koordinationskäfigs. Manche Moleküle haben keine feste Form, sie sind in ständiger Bewegung, weil sich die Kohlenstoffbindungen, die sie zusammenhalten, ständig öffnen und in neuer…

Partner & Förderer