Diamantähnliche Schichten helfen Sprit sparen

Fraunhofer IST - Mit einer diamantähnlichen Kohlenstoffschicht (DLC) beschichtete Tassenstößel und Ventile helfen, den Kraftstoffverbrauch zu senken.


Wenn der Benzinpreis steigt, wird die Forderung nach sparsamen Autos lauter. Fraunhofer-Forscher versahen bewegliche Motorteile mit einer diamantähnlichen Kohlenstoffschicht und erzielen damit große Wirkung: Der Spritverbrauch und die CO2-Emission sinken.

Wie teuer wird der Sprit? Über diese Frage zerbrechen sich Autofahrer, Regierung und Lobbies den Kopf. Eins ist gewiss: Billiger wird er nicht. Mit Leichtbau-Karosserien oder neuen Motorenkonzepten versuchen die Automobilhersteller den Benzinverbrauch zu senken. Wissenschaftler aus dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig verbesserten in Kooperation mit Ford nur ein kleines Teil im Auto und erzielen damit große Wirkung: Sie beschichten einen Tassenstößel – er treibt die Ventile an und sorgt für einen wirkungsvollen Ladungsaustausch im Motor – mit einer diamantähnlichen Kohlenstoffschicht (DLC) und sparen damit ein Prozent beim Kraftstoffverbrauch ein.

»Das Problem bei einem Antrieb der Ventile mit Tassenstößeln ist der enorm hohe Reibungsverlust«, erklärt Carola Beckmann vom IST. »Gerade bei niedrigen Motordrehzahlen ist die Schmierung durch Öl ungenügend, so daß Stößel und Nocke aneinander reiben.« Abhilfe schaffen hier diamantähnliche Kohlenstoffschichten. Sie sind sehr hart, verschleißfest und besitzen extrem niedrige Reibwerte, so dass auch bei ungenügender Schmierung nur wenig Energie durch Reibung verloren geht. Die Eigenschaften der Schichten lassen sich für unterschiedlichste Anwendungen maßschneidern. Ausschlaggebend sind Beschichtungsverfahren, Abscheideparameter sowie die Zusammensetzung der Schicht. Für den Motor von Ford stellten sich metallhaltige DLC-Schichten als ideale Lösung heraus. Ein DLC-beschichteter Stößel verringert den Reibungsverlust zwischen Stößel und Nocke sowie den Verschleiß bei beiden Bauteilen. Das führt zu geringerem Kraftstoffverbrauch und reduziert die CO2-Emissionen.

Nach den vielversprechenden Versuchen am Prüfstand ist Ford nun dabei, eine Vorserie mit dem beschichteten Bauteil auszustatten. Der Serieneinsatz soll in diesem Jahr folgen. Dank der diamantähnlichen Kohlenstoffschicht werden nicht nur die Motorteile geschont, sondern auch die Umwelt und der Geldbeutel der Fahrer.

Ansprechpartnerin:
Dipl.-Ing. Carola Beckmann
Telefon: 05 31/21 55-5 74
Telefax: 05 31/21 55-9 00
E-Mail: beckmann@ist.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächen-
technik IST
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig
Pressekontakt:
Dr. Simone Kondruweit
Telefon: 05 31/21 55-5 35
Telefax: 05 31/21 55-9 00
E-Mail: kon@ist.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Media Contact

Beate Koch

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Für mehr Sicherheit beim autonomen Fahren

Neues Forschungsprojekt Shuttle2X soll automatisierte Fahrzeuge im städtischen Verkehr sicherer machen. Ziel ist es, den Sicherheitsfahrer durch technische Lösungen zu ersetzen und ein umfassendes hybrides Systemkonzept zu entwickeln. Hochschule Heilbronn…

Kombinierte Extremereignisse belasten die Ozeane

Wenn marine Hitzewellen und Extreme von Ozeanversauerungen zusammentreffen, kann das schwerwiegende Auswirkungen auf die Meeresökosysteme haben. Forschenden des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern ist es erstmals gelungen, die Häufigkeit…

Innovativer Verschleißschutz durch Pulvermetallurgie

Forscher der FH Münster entwickeln im Projekt „Ultra-Coat“ neuartiges Beschichtungssystem. Es wird heiß im Labor, als sich der Kammerofen öffnet und Jan Philipp Berges eine Probe daraus entnimmt. Das Stück…

Partner & Förderer