Profiblech profitiert von Blechlager-System von Kasto

Bis jetzt unterscheiden sich Profiblech von anderen Blechbearbeitern im Grunde genommen nur in Bezug auf die mögliche Größe und Dicke der Blechteile, was aber auch zusätzliches Know-how für die reproduzierbar präzise Blechbearbeitung verlangt. Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern sei jedoch darin zu sehen, dass Profiblech ein eigenes umfangreiches Blechlager betreibt und in den handelsüblichen (Groß-)Formaten eine große Anzahl an Materialien bevorratet.

Schnelligkeit setzt Verfügbarkeit der Bleche voraus

Dies mag zwar im Widerspruch zum vielfach propagierten Outsourcing der Materialbewirtschaftung an den Metallhandel stehen, hat aber laut Walter Erni gute Gründe, die auch sofort einleuchten: „Wir haben schon früher die Erfahrungen gemacht, dass speziell im Geschäft mit großen Einzel- und Kleinserienteilen aus Blechen die Flexibilität und Schnelligkeit tragende Rollen spielen.“

Deshalb ist das Unternehmen den Weg gegangen, von Anfang an ein flexibles Automatiklager in den Mittelpunkt der Blechteilefertigung zu stellen. „Mit der Firma Kasto, und deren Schweizer Generalvertreter Reimmann, haben wir Partner gefunden, die mit uns zusammen unser Konzept der integrierten Blechteilefertigung direkt aus dem Lager realisierten: Auftrag kommt, Konstruktion und Programmierung folgen oder sind schon vorhanden, Bearbeitung wird ausgelöst, das geforderte Blech aus dem Lager geholt und auf die Laserschneidmaschine gelegt, und danach geht es zum Biegen direkt auf die dafür vorgesehene Abkantpresse. Das Ganze ohne Umwege und Zeitverlust sowie mit möglichst wenig Personal und damit nachweisbar wirtschaftlich“, so Erni.

Die Fertigungsstrategie versucht, jegliche Zeitverzögerungen und damit Maschinenstillstände zu vermeiden. Rechne man die Effizienzfaktoren sofortige Verfügbarkeit des Materials, schneller Zugriff ohne Wartezeiten, höchstmögliche Auslastung der Laserschneidanlage und der Abkantpressen und schnellste Reaktionen auf die Wünsche der Kunden zusammen, stelle sich die Installation des automatische Blechlagers als eine vom ersten Tag an rentable Investition dar.

Modular aufgebautes Blechlager mit drei Doppeltürmen

Dazu trage das modulare Konzept des Blechlager-Systems vom Typ Uniline der Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG, Achern-Gamshurst, einen wesentlichen Teil bei. Denn das Blechlager-System bei Profiblech besteht aus drei aneinandergereihten, standardisierten Uniline-Doppeltürmen, die durch ein mittig verfahrendes, zentrales Regalbediengerät logistisch verbunden werden.

Neben den Doppeltürmen entstammen auch das Regalbediengerät und die beiden Ein- und Auslagerstationen weitgehend Standardbaugruppen, so dass hier eine kundenspezifische und dabei kostengünstige Komplettlösung zustande kam.

Blechlagersystem bietet Platz für 134 Lagerpaletten mit je 5 t Nutzlast

Das Uniline-Blechlagersystem hat Platz für 134 Lagerpaletten à 5 t Nutzlast. Die nutzbaren Abmessungen der Systempaletten sind 6030 mm × 2030 mm × 60 mm (Länge × Breite × Beladehöhe). Aktuell lagern in den 134 Paletten 130 verschiedene Materialien, womit Profiblech eigenen Angaben zufolge auf so gut wie alle Materialwünsche der Kunden bestens vorbereitet ist.

Das Zentrallager hat eine Länge von insgesamt 21 m, eine Breite von 7,4 m (jeweils ohne Stationen) und eine Höhe von 7,2 m. Das Regalbediengerät verfährt beim Ein- und Auslagern mit Geschwindigkeiten von 2 bis 60 m/min in der Längsfahrt, 2 bis 16 m/min im Hubwerk und 2 bis 25 m/min bei der Zug- und Schiebeeinrichtung für die Paletten. Damit seien bedarfsgerecht schnelle Zugriffe auf jedes Material gewährleistet, zumal oft benötigte Materialien/Paletten nah an der Aus- und Rücklagerstelle gelagert werden.

Blechlager ermöglicht automatische Bestandsverwaltung

In das Regalbediengerät ist zudem eine elektronische Wiegeeinrichtung integriert. Inklusive der konventionellen, jedoch über den Server geführten Lagerliste sei somit eine automatische Bestandsverwaltung auf der Kasto Easy-Control-Steuerung möglich, durch die jederzeit Auskünfte über die aktuelle Verfügbarkeit erfolgen oder Bestellungen ausgelöst werden können.

Den Angaben zufolge weist das Lager zwei Ein-/Auslagerstationen auf. Die Querstation zum Auslagern ist längsseits angeordnet und in unmittelbarer Nähe ist die Laserschneidanlage installiert. Die Längsstation zum Einlagern befindet sich dagegen an der Stirnseite und mittels dieser ist sowohl das Einlagern als auch das von der Laserschneidmaschine „entkoppelte“ Auslagern möglich.

Blechlager ermöglicht hauptzeitparallele Ein-/Auslagervorgänge

Die Ein-/Auslagervorgänge erfolgen „hauptzeitparallel“, so dass die Stillstandszeiten der Laserschneidmaschine auf den reinen Tischwechsel begrenzt sind und ansonsten bei Bedarf mehrschichtig gearbeitet werden kann. Bei der Einlager-Längsstation sorgt eine optische Konturenkontrolle dafür, dass nur korrekt beladene Paletten ins Lagersystem gelangen. Die Lagersteuerung ist so ausgelegt, dass sowohl Hand- als auch Automatikbetrieb möglich und die Lager-/Auftragsverwaltung inbegriffen ist.

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Claudia Otto MM MaschinenMarkt

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