Bewegungsabläufe erlernen durch "neue Medien"

Es sah schon elegant aus, wie sich Danny Ecker in diesem Frühjahr mit dem Stab über die sechs Meter wuchtete. Die Bewegungsabläufe, die bei einer solchen Höchstleistung ineinandergreifen müssen, sind im Training nicht einfach zu vermitteln. Das Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität Bonn ist an einem Verbundprojekt beteiligt, das unter anderem die Einsatzmöglichkeiten elektronischer Medien für die Lehre in den Bereichen Bewegungslernen und Techniktraining aufbereitet und evaluiert. Das Projekt „eBUT“ – e-learning in der Bewegungs- und Trainingswissenschaft – wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 1,8 Millionen Euro gefördert.

Die Vermittlung neuer Bewegungsabläufe ist nicht nur in jungen Jahren oder im Breiten- oder Leistungssport wichtig, sondern bis ins hohe Alter von großer Bedeutung. Auch nach orthopädischen Eingriffen muss der Patient mitunter umlernen und alltägliche Handgriffe plötzlich auf eine ganz andere Weise organisieren als in den Jahren oder Jahrzehnten zuvor.

Eine große Rolle beim „motorischen Lernen“ spielt z.B. die Imitation von Vorbildern. Zunächst erfolgt diese Imitation bewusst: Man beobachtet sich gewissermaßen selbst und versucht, Abweichungen vom Idealbild zu korrigieren. Bei häufigerer Wiederholung läuft die entsprechende Bewegung dann ab, ohne dass man darüber nachdenken müsste. Mit der Zeit scheint eine zu bewusste „Selbstbeobachtung“ sogar zu stören; so zeigen Studien, dass Tennisspieler viel häufiger den Ball verfehlen, wenn sie sich permanent den Bewegungsablauf vor Augen führen.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Heinz Mechling vom Institut für Sportwissenschaft und Sport möchten die Erkenntnisse aus Bewegungs- und Trainingswissenschaft in Lehr-Lern-Module für elektronisch basiertes Lernen umsetzen. Zusammen mit deutschlandweit acht weiteren Sportinstituten sowie dem Institut für Mediendidaktik der Universität Freiburg werden im Projekt „eBUT“ neben dem Modul „Motorisches Lernen“ Module zu den Bereichen „Motorische Kontrolle“, „Biomechanik“, „Techniktraining“, „Kraft- und Beweglichkeitstraining“ sowie „Ausdauertraining“ entwickelt. Das Projekt läuft bis Dezember 2003; die BMBF-Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Neue Medien in der Bildung“, das aus UMTS-Einnahmen finanziert wird.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Heinz Mechling, Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität Bonn, Tel.: 0228/91018-19, Fax: 0228/91018-49, E-Mail: mechling@uni-bonn.de

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Frank Luerweg idw

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