"Alternierende Telearbeit – Akzeptanz und Perspektiven einer neuen Form der Arbeitsorganisation"

Nach knapp dreijähriger Laufzeit wurde das an der Universität Trier angesiedelte Forschungsprojekt „Telearbeit und Zeitökonomie. Die Auswirkungen von Telearbeit auf die Gestaltung von Arbeit und Freizeit“ im Juli 2001 mit Erscheinen einer Buchpublikation abgeschlossen. Letztere leistet einen Beitrag zur Diskussion um elektronisch gestützte Arbeitsmodelle, insbesondere der alternierenden Telearbeit, in Deutschland. Im Zentrum stehen die Befunde einer für dieses Forschungsfeld vergleichsweise umfangreichen Erhebung, an der sich 277 alternierende Telebeschäftigte aus mehr als 70 Unternehmen und Behörden beteiligt haben. Die Ergebnisse vermitteln nicht nur Einblicke in den Lebens- und Erwerbsalltag der Befragten, sondern lenken den Blick auch auf die Umfeldbedingungen der Verbreitung dieser Arbeitsform.

Thesenartig hier einige Befunde der Trierer Studie:

  • Viele Unternehmen und Verwaltungen befinden sich gegenwärtig in einer Einführungsphase: Die Mehrheit der Projektteilnehmer (63%) hat weniger als ein Jahr Telearbeitserfahrung.
  • Die befragten Telebeschäftigten verfügen über ein relativ hohes Ausbildungsniveau. Annähernd die Hälfte der Telearbeiter (44%) hat eine Hochschule besucht, weibliche Beschäftigte haben überwiegend eine Lehre (46%) absolviert oder verfügen über einen Fachhochschulabschluss (24%).
  • Die Telearbeitstätigkeiten reichen von verschiedenen Formen der Sachbearbeitung bis zu Projektplanungen, Programmierungen, Datenmanagement und statistischen Analysen.
  • Männer nehmen Telearbeit später in Anspruch als Frauen.
  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein häufiges Motiv, das Angebot des Unternehmens in Anspruch zu nehmen. Für Frauen stellt der Erziehungsurlaub häufig den Einstieg in die Telearbeit dar.
  • Zeit- und Kostenersparnisse sind Beweggründe auch zu Hause zu arbeiten.
  • Ein Großteil der befragten Telebeschäftigten (41%) verteilt die häuslichen Arbeitszeiten eher bzw. vollkommen anders als im Unternehmen. Tendenzen zu neuen Arbeitszeitmustern sind erkennbar.
  • Die (auch) häusliche Arbeit wird mehrheitlich (59%), und insbesondere von Frauen, als Privileg empfunden, um das die befragten Telearbeitenden nach eigenen Einschätzungen von manchen (nicht-telebeschäftigten) Kollegen beneidet werden.
  • Die Mehrheit der Telebeschäftigten (84%) nimmt eine eher bzw. viel höhere Produktivität der häuslichen Arbeit wahr. Informations-, Organisations- und Koordinationskosten reduzieren sich mit zunehmender individueller Erfahrung und organisationalen Lerneffekten.

Die Darstellung dieser und weiterer Ergebnisse wird durch Szenarien zur möglichen Entwicklung von Telearbeit ergänzt. Basierend auf den Befunden werden darüber hinaus praktische Empfehlungen formuliert, die Hinweise zur Umsetzung dieser Arbeitsform geben. Eine Analyse hemmender und fördernder Einflussfaktoren der Verbreitung, die Bedeutung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien für den derzeitigen Wandel der Arbeitsgesellschaft sowie ein europäisch-amerikanischer Vergleich zur Entwicklung dieser Arbeitsform runden die Ausführungen ab.

Die Publikation „Alternierende Telearbeit. Akzeptanz und Perspektiven einer neuen Form der Arbeitsorganisation. Westdeutscher Verlag. Wiesbaden 2001“ ist ab sofort im Handel erhältlich.

Für Kontakt und weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:
Prof. Dr. Michael Jäckel
Universität Trier, Fachbereich IV – Soziologie
Lehrstuhl für Konsum- und Kommunikationsforschung
Telefon: 0651 / 201-2656
E-mail: jaeckel@uni-trier.de

Dipl.-Kfm. Christoph Rövekamp
Competence Center Electronic Business der Universität Trier
Telefon: 0651 / 201-3278
E-mail: roevekam@uni-trier.de


Pressemitteilung 132/2001
Trier, 11.07.2001
Universität Trier
Pressestelle
Leitung: Heidi Neyses
Tel.: 0651/201-4238
Fax: 0651/201-4247
E-Mail: Neyses@uni-trier.de

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Heidi Neyses idw

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