Intelligentes Energiemanagement senkt Kosten

Energieeffizienz steht heute weit oben auf der Agenda von Unternehmen. Dennoch können viele ihren tatsächlichen Energieverbrauch nur grob abschätzen.

Ein Assistenzsystem für intelligentes, standortübergreifendes Energiemanagement im Kälteanlagensegment bietet Unternehmen jetzt die Möglichkeit, den Verbrauch exakt zu ermitteln, Fehler zu erkennen und sogar Prognosen für die Zukunft zu erstellen. Das intelligente Energiemanagementsystem (iEMS) wurde vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen in Kooperation mit der mittelständischen netDV Unternehmensberatung entwickelt.

Für die Erprobung in der Praxis wurden Sensoren in ausgewählten Lebensmittelmärkten installiert. Das Ergebnis: zwischen 15 und 20 Prozent Energieeinsparung bei den Großkühlanlagen. „Der Return of Investment ist bei unseren Kunden, die ungenannt bleiben wollen, schnell erreicht“, erklärt Jan Bührmann, Geschäftsführer von netDV.

Mit einem Fernauslesesystem werden die in den Märkten erfassten Messdaten in einer Datenbank hinterlegt, auf die das zentrale Informationssystem zugreift. Dort werden in Form einer webbasierten Anwendung die Daten strukturiert und nutzerfreundlich für unterschiedliche Adressaten aufbereitet. Im Hintergrund läuft zusätzlich ein Monitoringsystem für die zentrale Überwachung. Im Falle eines Fehlers werden die Entscheider unmittelbar über Standort, Ursache und betroffene Sensoren informiert. Weiterhin können im Prognosesystem anhand der Datenhistorie Abschätzungen für die Zukunft getroffen werden. Die beiden zusätzlichen Systeme basieren auf Methoden der künstlichen Intelligenz, mit denen TZI-Mitarbeiter die Messdaten analysiert haben. „Dank der erkannten Muster für den Temperaturverlauf wird eine vorausschauende Steuerung des Energieaufwands für die Kälteanlagen möglich, die etwa Wetterprognosen mit einbezieht. So lassen sich Kühlaggregate zukünftig viel genauer regeln, was zu signifikanten Energieeinsparungen führt“, sagt Otthein Herzog, TZI-Sprecher und Professor für Künstliche Intelligenz.

Das iEMS bietet Entscheidungshilfen für die Planung und Entwicklung von Energiekonzepten. Dies umfasst die Berechnung von zu erwartenden Energieverbrauchsdaten, die Analyse der vergangenen Perioden, Prognosen für den zukünftigen Energieverbrauch sowie Vergleiche und leicht verständliche Visualisierungen der Abhängigkeiten im System. Primäre Zielgruppe für das Assistenzsystem ist der Groß? und Einzelhandel im Lebensmittelsegment. Zudem kommen auch andere Kälte produzierende Unternehmen, wie beispielsweise Restaurantketten, Metzgereien, Gefrierhallen, Hotelketten und Brauereien als Nutzer infrage.

Die Kooperation von TZI und netDV wurde im Herbst 2008 mit dem Bernd-Artin-Wessels-Preis ausgezeichnet. Dieser würdigt exzellente Forschungskooperationen zwischen Wissenschaft und mittelständischer Wirtschaft im Land Bremen. Auswahlkriterien sind ein hoher Innovationsgrad, der Nutzen des Projekts für das Unternehmen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit beider Partner.

Universität Bremen
Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
Prof. Dr. Michael Lawo,
Tel 0421/218-7824,
E-Mail: mlawo@tzi.de

Media Contact

Eberhard Scholz idw

Weitere Informationen:

http://www.tzi.de http://www.netdv.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Dauerlastfähige Wechselrichter

… ermöglichen deutliche Leistungssteigerung elektrischer Antriebe. Überhitzende Komponenten limitieren die Leistungsfähigkeit von Antriebssträngen bei Elektrofahrzeugen erheblich. Wechselrichtern fällt dabei eine große thermische Last zu, weshalb sie unter hohem Energieaufwand aktiv…

Kombination von Schwerionentherapie und mRNA-Impfstoff

Gemeinsam für die Krebsforschung: TRON und GSI/FAIR untersuchen Kombination von Schwerionentherapie und mRNA-Impfstoff. Es könnte eine neue, vielversprechende Kombination von zwei Therapieansätzen sein und ein Schlüssel, um Krebserkrankungen im fortgeschrittenen…

Im Gleichgewicht: Wie das Gehirn seine Sensitivität justiert

Eine sensitive Wahrnehmung unserer Umwelt ist essenziell, um unser Verhalten zu steuern. Reagieren die neuronalen Netzwerke im Gehirn jedoch zu empfindlich auf Reize, führt dies zu neurologischen Störungen wie Epilepsie….

Partner & Förderer