Die bizarre Welt der Quantencomputer beherrschbar machen

Dr. Philipp Niemann Quelle: DFKI GmbH, Foto: Lisa Jungmann

Eine neue Generation von Computern, sogenannte Quantencomputer, steht kurz vor dem Durchbruch. Dank ihnen lassen sich Lösungen für viele theoretische und praktische Probleme deutlich schneller berechnen als auf konventionellen Rechnern – mit erheblichen Folgen für unser alltägliches Leben.

Verschlüsselungen, mit denen wir heute z.B. die sichere Kommunikation über das Internet gewährleisten, wären dann nicht mehr sicher. Auf der anderen Seite bieten Quantencomputer zahlreiche neue Möglichkeiten für komplexe Berechnungen etwa von Klimamodellen.

Weil sie jedoch auf einem völlig anderen Berechnungsprinzip basieren, erfordern Quantencomputer gleichzeitig auch ganz neue Herangehensweisen an den Entwurf der entsprechenden Schaltkreise.

Im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Bremen hat sich Dr. Philipp Niemann intensiv mit derartigen Entwurfsproblemen beschäftigt. Er erforschte dabei spezielle baumartige Strukturen, welche die Beschreibung entsprechender Quantenberechnungen ermöglichen.

Ihm gelang es dabei, die hochkomplexen Konzepte aus den Bereichen der Mathematik, Informatik aber auch der Physik zu vereinen und eine Datenstruktur zu entwickeln, welche die zum Teil bizarren Phänomene der Quantenwelt ein gutes Stück weit beherrschbarer macht.

Diese Anstrengungen wurden nun auf der renommierten Konferenz „Design, Automation and Test in Europe” (DATE) in Lausanne (Schweiz) gewürdigt. Auf dem dort stattfindenden Doktoranden-Forum wurde seine Doktorarbeit, welche unter der Betreuung von Prof. Dr. Robert Wille in der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur (AGRA) der Universität Bremen entstanden ist, mit einem Preis für das beste Poster ausgezeichnet. Insbesondere die Präsentation der komplexen Thematik und der entwickelten Lösungen hat die Jury überzeugt.

Bereits während seines Mathematikstudiums beschäftigte sich Dr. Philipp Niemann intensiv mit den mathematischen Grundlagen und Anwendungen von Quantencomputern. Nach seinem Diplom 2012 wechselte er dann als Doktorand in die AGRA unter Leitung von Prof. Dr. Rolf Drechsler.

Dort betrachtete er das Thema stärker aus (ingenieurs-)technischer Sicht und erforschte Methoden für den automatisierten, computergestützten Entwurf von Quantenschaltungen. Seit Januar 2017 setzt Philipp Niemann seine Forschungsaktivitäten im Forschungsbereich Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen fort.

Bildmaterial:
Unter http://uk.dfki.de/extern/20170420_Philipp_Niemann steht ein Bild zum Download bereit. Dieses können Sie mit Nennung der Quelle „DFKI GmbH, Foto: Lisa Jungmann“ gerne verwenden.

Kontakt:
Dr. Philipp Niemann
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Cyber-Physical Systems
E-Mail: Philipp.Niemann@dfki.de
Tel.: 0421 218 64445

Pressekontakt:
DFKI Bremen
Team Unternehmenskommunikation
E-Mail: uk-hb@dfki.de
Tel.: 0421 178 45 4180

Media Contact

Andrea Fink idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

http://www.dfki.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mit einem Klick erfahren, wo es im Wald brennt

Satellitengestützte Erkennung von Waldbränden im Waldmonitor Deutschland jetzt online. Seit heute kann jedeR BürgerInnen verfolgen, ob und wo es in Deutschlands Wäldern brennt. Der Waldmonitor Deutschland [http://Waldmonitor-deutschland.de] zeigt jetzt frei…

Komplexe Muster: Eine Brücke vom Großen ins Kleine schlagen

Ein neue Theorie ermöglicht die Simulation komplexer Musterbildung in biologischen Systemen über unterschiedliche räumliche und zeitliche Skalen. Für viele lebenswichtige Prozesse wie Zellteilung, Zellmigration oder die Entwicklung von Organen ist…

Neuartige Membran zeigt hohe Filterleistung

Partikel aus alltäglichen Wandfarben können lebende Organismen schädigen. Für Wand- und Deckenanstriche werden in Haushalten meistens Dispersionsfarben verwendet. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Bayreuth hat jetzt zwei typische Dispersionsfarben auf…

Partner & Förderer