Virtuelle Realität trifft Astrophysik

360-Grad-Aufnahme von Dunkler Materie im Universum, basierend auf einer Computersimulation. Credits: A. Khalatyan / AIP , C. Scannapieco, CLUES-Projekt

Einsichten über das Universum und seine Objekte erlangen Astrophysikerinnen und Astrophysiker, indem sie riesige Datenmengen aus Beobachtungen und Simulationen von Sternen, Galaxien und kosmischen Objekten auswerten. Aufwändige Visualisierungstechniken machen diese Datenmengen sichtbar. Die Videos bieten einen Ausflug in unsere lokale kosmische Umgebung in virtueller Realität.

Der Blick durch unterschiedliche „Brillen“ – für Dunkle Materie, Gas oder Sterne – zeigt, wie sehr die rätselhafte Dunkle Materie die kosmische Struktur, an der sich die leuchtenden Sterne und Galaxien orientieren, dominiert. Auch die tatsächliche astronomische Beobachtung nutzt unterschiedliche Teleskope und Instrumente, um verschiedene Objekte und Bausteine des Universums zu entschlüsseln.

„Mit Simulationen und VR machen wir das Unsichtbare sichtbar“, so Arman Khalatyan, Astrophysiker, IT-Spezialist und Leiter des VR-Projekts. Von ihm stammen die VR-Filme und auch einige der Simulationen, auf denen sie basieren. „Die VR-Technologie ist mit einfachen VR-Brillen und kostenlosen Apps heute für jeden nutzbar. Wir machen mit unserer Plattform nun auch den Kosmos für jeden zugänglich.“

Der zweite Bereich der Plattform lädt Besuchende zu einer virtuellen Tour durch verschiedene astrophysikalische Observatorien ein, an denen das Leibniz-Institut für Astrophysik mit Teleskopen oder Instrumenten beteiligt ist. Wer beispielsweise die Sonne sucht, wird am „Observatorio del Teide“ fündig. Das Observatorium liegt auf 2.400 Metern Höhe auf Teneriffa und ist ein fantastischer Standort für astronomische Beobachtung.

Beim virtuellen Gang über das Gelände oder beim Blick von der geöffneten Kuppel des Sonnenteleskops GREGOR sind die verschiedenen Teleskope des Observatoriums über der Wolkendecke zu sehen, im Hintergrund der 3.718 Meter hohe Berg Teide. Auch Liebhaberinnen und Liebhaber der Architektur haben es nicht weit und können eine Tour durch den Potsdamer Einsteinturm wählen. Weitere Observatorien sollen bald folgen und die Plattform erweitern.

„Wir wollen mit VR Geschichten des Universums erzählen und zu Reisen an Orte der astronomischen Forschung einladen, die uns selbst begeistern“, beschreibt Gabriele Schönherr, Astrophysikerin und Wissenschaftskommunikatorin und der zweite Kopf im VR-Team, die Idee hinter dem Projekt. „Die moderne astrophysikalische Beobachtung ist international. Mithilfe der VR können wir auch das direkt erlebbar machen.“

Webplattform: vr.aip.de

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Arman Khalatyan, Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, 0331-7499 528, akhalatyan@aip.de

Pressekontakt: Katrin Albaum, 0331-7499 803, presse@aip.de

Weiteres Bildmaterial: https://cloud.aip.de/index.php/s/aJEM3YFquERUoYK

Abbildung 1: Sterne im Universum, basierend auf einer Computersimulation. Quelle: A. Khalatyan / AIP, C. Scannapieco, CLUES-Projekt

Abbildung 2: Eine wissenschaftliche Darstellung von Gas im Universum, basierend auf einer Computersimulation. Quelle: A. Khalatyan / AIP, C. Scannapieco, CLUES-Projekt

Abbildung 3: 360-Grad-Aufnahme von Gas im Universum, basierend auf einer Computersimulation. Quelle: A. Khalatyan / AIP, C. Scannapieco, CLUES-Projekt

Abbildung 4: Eine wissenschaftliche Darstellung von Dunkler Materie im Universum, basierend auf einer Computersimulation. Credits: A. Khalatyan / AIP , C. Scannapieco, CLUES-Projekt

Abbildung 5: 360-Grad-Aufnahme von Dunkler Materie im Universum, basierend auf einer Computersimulation. Credits: A. Khalatyan / AIP , C. Scannapieco, CLUES-Projekt

Abbildung 6: 360-Grad-Aufnahme des Potsdamer Telegrafenbergs mit dem Einsteinturm (Mitte) und dem Großen Refraktor (links). Quelle: AIP

Abbildung 7: Die Kuppel des GREGOR-Sonnenobservatoriums. Quelle: C. Kuckein, C. Denker/AIP

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

http://vr.aip.de

Media Contact

Dr. Janine Fohlmeister idw - Informationsdienst Wissenschaft

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