Europäische Innovationsallianz für das Internet der Zukunft gestartet

Der Datenverkehr im Internet nimmt mit beeindruckend hohem Tempo zu – um mehr als 50 Prozent pro Jahr. Diesen Anstieg auch künftig beherrschen zu können, ist eine große technische Herausforderung. Führende Unternehmen auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik haben sich nun mit Unterstützung der Bundesregierung zu einer Innovationsallianz zusammengeschlossen, die einen künftigen technischen Standard für das Internet der Zukunft entwickeln soll.

ADVA, Alcatel-Lucent, Ericsson und Nokia Siemens Networks sowie die Deutsche Telekom wollen rund 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung für Transportdienste für das künftige Internet investieren. Mit etwa 30 weiteren Partnern in Europa starten jetzt die Forschungsprojekte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die Forschung mit 30 Millionen Euro unterstützen.

„Europa wird einen entscheidenden Beitrag für den künftigen Standard im Internet leisten“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Dienstag in Berlin. „Gemeinsam mit unseren Partnern aus Finnland, Frankreich und Schweden setzen wir Maßstäbe für ein sicheres, zuverlässiges und schnelles Internet. Der Innovationsdruck für die europäischen Unternehmen im weltweiten Wettbewerb sei sehr hoch, sagte die Ministerin: „Deshalb begrüße ich es, dass sich die führenden Ausrüster für Kommunikationstechnik in Deutschland und in den Partnerländern mit der Forschungspolitik auf eine europäische Innovationsallianz verständigt haben.“ Den Rahmen für das Projekt bietet die EUREKA-Initiative CELTIC.

Treibende Kraft für die Forschung ist die zunehmende Nutzung des World Wide Web. Die bestehenden Kommunikationsnetze stoßen deshalb rasch an ihre Grenzen. Dabei geht es um viel mehr als um das Herunterladen von Musik und Videos: Dienstleistungen in der Medizin und in der Pflegeversorgung, elektronische Geschäftsprozesse, Videokonferenzen oder Teile der Aus- und Weiterbildung sind nur einige Beispiele. Solche neuen Internet-Dienste und -Anwendungen stellen wachsende Ansprüche an Übertragungskapazität, Sicherheit, Robustheit und Qualität der Netzverbindungen.

Technisches Ziel der Innovationsallianz ist es, eine durchgängige Grundlage für den Datenverkehr im Kern-, Metro- und Zugangsnetz zu schaffen, die auf Ethernet basiert. Ziel ist ein Standard, mit dem ein Datenstrom von 100 Milliarden Bit pro Sekunde über das Ethernet mit hoher Qualität übertragen werden kann. Im Fachjargon heißt die Innovationsallianz auch „100 Gbit – Ethernet“. Außerdem erproben Wissenschaftler neue Verfahren, um den Datenfluss im Internet sicherer gegenüber unbefugten Zugriff und störungsfrei zu gestalten.

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Silvia von Einsiedel BMBF Newsletter

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