Richtig erkannt – Forsip zeigt Mimikerkennung

Die Bilderkennung durch den Computer. (Foto: Forsip)

Der Bayerische Forschungsverbund für Situierung, Individualisierung und Personalisierung in der Mensch-Maschine Interaktion (FORSIP) präsentierte sich vom 20. bis 28. Mai 2006 im ThyssenKrupp-Ideenpark rund um die Expo-Plaza in Hannover mit Computern, die Mimik und Gestik erkennen.


Bundeskanzlerin Angela Merkel kam zu Besuch, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gleich mehrmals, auch EU-Kommissar Günther Verheugen und Familienministerin Ursula von der Leyen ließen sich nicht lange um ein Lächeln bitten. Und der Computer von FORSIP reagierte: Er verstand, dass Lachen etwas anderes ist als Erstaunen. Das ist auch tatsächlich erstaunlich, denn dass ein Computer außer Maus und Tastatur auch auf andere Signale wie die Körpersprache reagiert, ist neu. Projektleiter Matthias Wimmer und Simone Hämmerle haben ihrem System inzwischen beigebracht, auf sechs verschiedene Mimiken in Echtzeit zu reagieren und Befehle mit Bewegungen entgegenzunehmen.

Bitte Lächeln – Mimikerkennung durch den Computer

Auch wenn der FORSIP-Stand im ThyssenKrupp-Ideenpark regelrecht belagert wurde und alle Besucher viel Spaß dabei hatten, Spielzeug soll aus dem Projekt nicht werden. Um dem Menschen menschlich-adäquater nützlich zu sein, müssen Hightechgeräte den Anwender besser verstehen. Körpersprache oder Stimmführung dürfen dann nicht länger außen vor bleiben, stecken aber bis jetzt noch in den Kinderschuhen. „Eines Tages aber“, so Prof. Bernd Radig vom Lehrstuhl für Bildverstehen und wissensbasierte Systeme an der TU München, „können zum Beispiel Behinderte auf mehr Selbstständigkeit hoffen, denn einige medizintechnische Firmen interessierten sich in Hannover bereits für die neue Technologie.“ Sie denken beispielsweise über Steuerungen für Rollstühle und PCs nach. Aber es könnte auch müde Fahrzeuglenker rechtzeitig vor einem drohenden Sekundenschlaf warnen und so auf Straßen und am Himmel folgenschwere Unfälle verhindern helfen. Spiele und Lernsoftware werden sicher noch lange Zeit ein heißes Thema bleiben, das eine bei Jugendlichen, das andere bei deren Eltern.

„Damit Deutschland ein Land der Ideen und Innovationen bleibt“ hat ThyssenKrupp 2004 die Initiative „Zukunft Technik entdecken“ ins Leben gerufen. Die Initiative will den Dialog zum Thema Technik quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Altersklassen fördern.
Wer es nicht nach Hannover geschafft hat, kann sich beim Wissenschaftssommer im Juli in München ebenfalls ein Bild von dem „Computer mit Blickkontakt“ machen.

Kontakt:
Matthias Wimmer / Simone Hämmerle
TU München
Lehrstuhl für Bildverstehen und Wissensbasierte Systeme
Boltzmannstraße 3
85748 Garching
Tel (089) 2 89-1 77 84
Fax (089) 2 89-1 77 57
E-Mail matthias.wimmer@informatik.tu-muenchen.de, haemmerl@in.tum.de
Internet http://www.abayfor.de/forsip, http://www.forsip.de
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Media Contact

Christine Kortenbruck idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Proteine ganz nah

Die von Nobelpreisträger Stefan Hell und seinem Team entwickelte MINFLUX-Nanoskopie ermöglicht, fluoreszierende Moleküle mit Licht getrennt abzubilden, die nur ein paar Nanometer (millionstel Millimeter) voneinander entfernt sind. Diese Technik ist…

Katalyse: Selektive Umsetzung reaktiver Lithium-Verbindungen ermöglicht

Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben einen neuen Katalysator entwickelt, der Reaktionen zur Produktion von Pharmazeutika oder landwirtschaftlich genutzten Chemikalien katalysieren kann. Er knüpft Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen zwischen sogenannten Organo-Lithium-Verbindungen, und…

Entwicklung eines neuartigen Membran-Lasermoduls für spektrale Messverfahren

Mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF hat das Stuttgarter Start-up »Twenty-One Semiconductors« (21s) einen starken Partner gefunden, um ihr einzigartiges Laserkonzept zu realisieren. Zu Beginn des Jahres ist 21s…