Ehrenamt hängt nicht allein am Geld

Gesellschaftliche Teilhabe ist mehr als ein Job und ein angemessener Lebensstandard – es geht auch um das soziale, politische und kulturelle Mitgestalten. Freiwilliges Engagement spielt hier eine besondere Rolle, denn wer ehrenamtlich tätig ist, macht sich stark für das Gemeinwohl.

Vor allem Menschen aus der Mittelschicht sind ehrenamtlich aktiv. Fakt ist: Ehrenamtliches Engagement hängt eng mit der Höhe des Einkommens zusammen. Je weniger Menschen verdienen, desto seltener engagieren sie sich ehrenamtlich – und umgekehrt.

Materielle Verarmung kann eine Abkehr vom Ehrenamt aber nur in Teilen erklären, wie Petra Böhnke, künftige Leiterin der Schumpeter-Nachwuchsgruppe Soziales Kapital im Lebensverlauf am WZB, und Dietmar Dathe, wissenschaftlicher Mitarbeiter der WZB-Forschungsgruppe Zivilengagement, in der Juni-Ausgabe der WZB-Mitteilungen http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm128/wm_128_gesamt.pdf zeigen. Einfluss haben auch die – oft ebenfalls an das Einkommen geknüpfte – Bildung und Persönlichkeitsmerkmale. Absteiger aus der Mittelschicht halten daher eher am Ehrenamt fest als das Gros der Armen. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss: Die Stärkung der Zivilgesellschaft durch freiwilliges Engagement ist nur mittelbar eine Frage des materiellen Wohlstands der Bürger.

Weitere Beiträge der aktuellen WZB-Mitteilungen zum Thema Ausgrenzung und Armut befassen sich mit den großen und meist wachsenden Unterschieden zwischen Wohlhabenden und Armen in der EU-Mitgliedstaaten oder mit dem hohen Armutsrisiko für ehemalige Sonderschüler. Auch wird untersucht, wie gut gemeinte Präventionsversuche in der Gesundheitspolitik soziale Ungleichheit zu verschärfen drohen.

Mit der aktuellen Ausgabe präsentiert sich die Vierteljahreszeitschrift des WZB in neuem Layout – mit modernisiertem Logo und in der Hausschrift „Dahrendorf“. Die WZB-Mitteilungen liefern aktuelle Berichte über Ergebnisse der WZB-Forschung. Sie erscheinen viermal im Jahr und können unentgeltlich abonniert werden.

Media Contact

Dr. Paul Stoop idw

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Der neueste Stand empirischer und theoretischer Erkenntnisse über Struktur und Funktion sozialer Verflechtungen von Institutionen und Systemen als auch deren Wechselwirkung mit den Verhaltensprozessen einzelner Individuen.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Demografische Entwicklung, Familie und Beruf, Altersforschung, Konfliktforschung, Generationsstudien und kriminologische Forschung.

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