Die Zukunft, die wir wollen

20 Jahre nach dem ersten Umweltgipfel der Vereinten Nationen trifft sich die Staatengemeinschaft erneut in Rio de Janeiro zu einer internationalen Konferenz, um Fragen der nachhaltigen Entwicklung zu diskutieren. Damals wie heute ist eines der Hauptthemen der Konferenz den Ozeanen gewidmet.

Für Milliarden von Menschen bilden sie die Grundlage ihrer Existenz. Zusammen mit Inseln und Küstengebieten spielen die Ozeane eine wesentliche Rolle für die globale Nahrungssicherheit und das wirtschaftliche Wohlergehen vieler Länder.

20 Jahre nach seiner Gründung blickt das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen auf eine erfolgreiche Arbeit im Sinne der Agenda 21 zurück. Die Gründung des Institutes ist eine Antwort auf die drängenden Probleme, die in Rio ihren Niederschlag gefunden haben. Damals war die Notwendigkeit erkannt worden, die ökonomischen Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung zu verbinden mit dem Ziel, die wertvollsten natürlichen Ressourcen des Planeten zu schützen.

Die nachhaltige Entwicklung von Meeres- und Küstenökosystemen voranzubringen war eines der wichtigsten Anliegen. Ein besonders großer Artenreichtum findet sich an den Küsten und Schelfgebieten tropischer Meere. Gleichzeitig gehören sie jedoch zu den bevölkerungsreichsten Regionen der Erde. Insbesondere hier trifft daher die Notwendigkeit für ökologische Schutzmaßnahmen auf soziale und wirtschaftliche Notstände.

Die deutsche Entwicklungshilfe wollte schon in den 80er Jahren einen Beitrag zur umweltverträglichen Entwicklung dieser Ökosysteme leisten. Das erfordert Managementkonzepte, die den sozialen und ökonomischen Gegebenheiten der Küstenstaaten entsprechen und auf einer soliden wissenschaftlichen Basis gründen. Vor diesem Hintergrund entstand das Zentrum für Marine Tropenökologie.

Beim Erdgipfel in Rio werden die drängenden ökologischen Probleme verhandelt: Klimawandel und Ozeanversauerung, schwindende Fischereierträge, Biodiversitätsverlust, erhöhter Eintrag von Schad- und Nährstoffen, die Fragilität kleiner Inselstaaten. In den 20 Jahren seines Bestehens hat das ZMT sein Forschungsprogramm an diesen zentralen Problemen ausgerichtet, die sich in den Tropen mit besonderer Intensität niederschlagen.
Diese Konflikte werden sich vor dem Hintergrund der globalen Klimaveränderungen noch zuspitzen. Die daraus erwachsenden Probleme können nur in globaler Kooperation gelöst werden. Schon 1992 rief die Agenda 21 zur Stärkung der internationalen Kooperation und zum Aufbau der wissenschaftlichen Kapazitäten in den Entwicklungsländern auf. Damals führte die Entwicklung des modernen Seerechts zur Nationalisierung der Schelfmeere – und manifestierte die Schwäche der Entwicklungsländer im Management ihrer neu gewonnenen Verantwortung für Ressourcen.

Seit seiner Gründung setzt das ZMT daher auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Zielländern. Ausbildung von Studenten und Beteiligung der Wissenschaftler der tropischen Partnerländer an Planung, Auswertung und Veröffentlichungen von Projekten sind am ZMT ein Prinzip. Denn zusammen mit den Partnern vor Ort sollen ökologische Zusammenhänge untersucht, die Bedürfnisse der Küstengesellschaften erkannt und Lebensweisen verstanden werden, um gemeinsam Ansätze nachhaltigen Handelns weiterzuentwickeln.
„Die Zukunft, die wir wollen“, so heißt das Motto des Gipfeltreffens in Rio. Die nachhaltige Entwicklung von Meeres- und Küstenökosystemen in der Politik stärker zu verankern ist eines der Ziele. Beispielhaft zeigt das ZMT seit seiner Gründung einen Weg auf, um solche Beschlüsse und Empfehlungen internationaler Umweltpolitik umzusetzen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Hildegard Westphal
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800 – 21
Email: hildegard.westphal zmt-bremen.de

Media Contact

Dr. Susanne Eickhoff idw

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Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

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