Entspannt und umweltfreundlich von A nach B: Verbundprojekt an TU Freiberg entwickelt emissionsfreies Verkehrskonzept

Studierende mit Fahrrädern vor der Neuen Mensa. Foto: Detlev Müller / TU Bergakademie Freiberg

„Kommt beispielsweise ein Student von den Semesterferien nach Hause und steht mit seinem Gepäck am Bahnhof, soll er dort sogenannte City-Boxen mit elektrischen Lastenfahrrädern finden. An diesen kann er sich mit Hilfe einer App ein E-Fahrrad ausleihen und zu seiner Wohnung auf dem Campus fahren – komplett emissionsfrei und ganz unkompliziert“, erklärt Prof. Dr. Jana Kertzscher vom Institut für Elektrotechnik an der TU Bergakademie Freiberg ihre Idee.

An der praktischen Umsetzung arbeitet sie seit Beginn des Jahres gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft im BMBF geförderten Projekt „SteigtUM“.

Hintergrund sind die zunehmend hohe Emissionsbelastung und die kritische Parksituation in Innenstädten.

Dabei können sich laut einer Studie des Bundesumweltministeriums sogar 79 Prozent der Autofahrer vorstellen, öfter auf das Auto zu verzichten. Ob das funktioniert, wollen die Wissenschaftler/innen in den nächsten drei Jahren in Freiberg testen.

Geplant sind Stationen mit jeweils fünf E-Rädern und E-Rollern am Bahnhof, auf dem Campus sowie an Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt.

„So können wir das neue System optimal in das öffentliche Verkehrsnetz integrieren und neue, individuell zugeschnittene und effiziente Mobilitätsangebote schaffen“, ergänzt Prof. Dr. Matthias Klingner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden.

Dieses bringt seine Idee für ein innovatives Transportsystem (MoVeN) mit in das Projekt ein, das auch die gewerbliche Nutzung ermöglichen soll.

Entwickelt werden die elektrisch unterstützten Lastenfahrräder vom Institut für Maschinenbau an der TU Freiberg. An dem Leih- und Teil-Service arbeitet das Freiberger Institut für Informatik gemeinsam mit dem Fraunhofer IVI Dresden und den Projektionisten aus Hannover.

Das Parkkonzept mit dem kontaktlosen Ladesystem wird am Institut für Elektrotechnik umgesetzt. Weitere Projektpartner sind die TU Chemnitz, die apromace data systems GmbH aus Freiberg sowie die TU Braunschweig. Unterstützt wird das Konzept zudem von der Universitätsstadt Freiberg, der SWG Freiberg, den Stadtwerken Freiberg sowie vom Studentenwerk.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert die Forschungs- und Testphase bis Mai 2023 mit rund 4,9 Millionen Euro im Rahmen seines Förderschwerpunktes „Individuelle und adaptive Technologien für eine vernetzte Mobilität-Phase2“.

Prof. Dr.-Ing. Jana Kertzscher, Tel.: +49 3731 39 2926

https://www.technik-zum-menschen-bringen.de/projekte/steigtum
https://tu-freiberg.de/fakult4/et

Media Contact

Luisa Rischer idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik

Dieser Fachbereich umfasst die Erzeugung, Übertragung und Umformung von Energie, die Effizienz von Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energietransport und letztlich die Energienutzung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Windenergie, Brennstoffzellen, Sonnenenergie, Erdwärme, Erdöl, Gas, Atomtechnik, Alternative Energie, Energieeinsparung, Fusionstechnologie, Wasserstofftechnik und Supraleittechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

16 Millionen Euro für photonische Quantenprozessoren

BMBF-Projekt PhotonQ vereinigt sieben Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Industriepartner. Quantencomputer sollen einmal in hohem Tempo Problemstellungen lösen, die für klassische Computersysteme nicht bearbeitbar sind. Bis die Rechner jedoch praxistauglich werden,…

Verkehr emittiert viele kleinste Partikel

Forscher des Helmholtz-Zentrums Hereon haben im vergangenen Jahr Luftmessungen an verschiedenen verkehrsrelevanten Orten in Hamburg vorgenommen und dazu Modellierungen für die ganze Stadt erstellt. Das Ergebnis: Die Belastung durch ultrafeine…

Verschränkt und verschlüsselt

Der Physiker Dr. Tobias Huber forscht an den Grundlagen der Quantentechnologie. Dafür erhält er vom Bundesforschungsministerium knapp fünf Millionen Euro. Quantenkommunikation und Quantencomputer: An diesen Zukunftsthemen forscht Dr. Tobias Huber…

Partner & Förderer