2030: Neue und alte Energien machen halbe-halbe

Der Ausbaubedarf des europäischen Stromnetzes summiert sich innerhalb der kommenden 20 Jahre auf ein Investitionsvolumen von über einer Bio. Euro. Erneuerbare Energieträger werden neben den konventionellen Stromerzeugern bis dahin bereits die Hälfte des Marktes ausmachen, schätzt der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Ihr Anteil an der europaweiten Stromproduktion werde sich bis 2030 von 16 auf 48 Prozent verdreifachen. Verdrängen dürften sie die traditionellen Versorger aber nicht. Im Sinne der Versorgungssicherheit würden im EU-Strommix „alle verfügbaren Energieträger benötigt“.

Konventionelle Energieträger unverzichtbar

„Wer glaubt, auf einzelne Energieträger verzichten zu können, irrt gewaltig“, meint Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Neben regenerativen Energiequellen werde die Versorgung in 20 Jahren durch fossile und Kernkraftwerke zu Anteilen von 33 bzw. 19 Prozent sichergestellt. Für die Industrie eröffne ein Neubaubedarf von 800 Gigawatt an Kapazitäten starke Wachstumsmöglichkeiten. Schon in den vergangenen zehn Jahren sind Erneuerbare Energien dabei zu einem unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor geworden, in denen sich ihr Anteil am Strommix auf 16 Prozent etwa in Deutschland mehr als verdoppelt hat.

Zuletzt hatte die Weltbank vor einer Energiekrise gewarnt und in der Region Osteuropa, der ehemaligen Sowjetunion und Zentralasien einen Investitionsbedarf von rund 3,3 Bio. Dollar bis 2030 errechnet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100319009/). Die Summen sind realistisch, wie Experten gegenüber pressetext betonen. Dem VDMA nach wird der Ersatz ineffizienter und alter Anlagen aber einen wesentlichen Anteil der erforderlichen Investitionen verschlingen. Allein im Bereich Windkraft würden bis 2020 rund zwei Drittel der bestehenden Anlagen ersetzt.

Kraftwerke veraltet

Auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke habe der Austausch zwar positive Effekte, wie der VDMA unterstreicht. Gleichzeitig werde so aber auch der Nettozubau gedämpft. Besonders der veraltete fossile Kraftwerkspark gefährde die Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele.

Schon in zehn Jahren soll der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) http://www.bdew.de nach auf 30 Prozent erneut beinahe verdoppelt werden. Anhand von Investitionen in Stromnetze und Speichertechnologien könnten die CO2-Emissionen bis dahin um 15 und bis 2030 sogar um 45 Prozent gedrosselt werden. Mit regenerativen Energien allein könne die Stromversorgung aber nicht garantiert werden.

VDMA: „Strommix in der EU27“ (PDF-Download):
http://www.vdma.org/wps/wcm/connect/5fd0068041f547a68246cfb845449b5f/VDMA+PS
_Strommix_Ausblick_FINAL.pdf?MOD=AJPERES&CACHEID=
5fd0068041f547a68246cfb845449b5f

Media Contact

Manuel Haglmüller pressetext.deutschland

Weitere Informationen:

http://www.vdma.org/powersystems

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik

Dieser Fachbereich umfasst die Erzeugung, Übertragung und Umformung von Energie, die Effizienz von Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energietransport und letztlich die Energienutzung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Windenergie, Brennstoffzellen, Sonnenenergie, Erdwärme, Erdöl, Gas, Atomtechnik, Alternative Energie, Energieeinsparung, Fusionstechnologie, Wasserstofftechnik und Supraleittechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Funktionsweise von Adrenalin-bindendem Rezeptor entschlüsselt

Leipziger Biophysiker verfolgen Mechanismus der Signalübertragung im Körper nach. G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) sind im menschlichen Körper allgegenwärtig und an vielen komplexen Signalwegen beteiligt. Trotz ihrer Bedeutung für zahlreiche biologische Vorgänge…

Eine Alternative für die Manipulation von Quantenzuständen

Forschende der ETH Zürich haben gezeigt, dass man die Quantenzustände einzelner Elektronenspins durch Elektronenströme mit gleichmässig ausgerichteten Spins kontrollieren kann. Diese Methode könnte in Zukunft in elektronischen Schaltelementen eingesetzt werden….

Neue Einblicke in das Entstehen kleinster Wolkenpartikel in der Arktis

Ny-Ålesund (Spitzbergen). Mobile Messgeräte ermöglichen die Untersuchung von atmosphärischen Prozessen in höheren Luftschichten, die von klassischen Messstationen am Boden bisher nicht erfasst werden. Die luftgetragenen Flugsysteme leisten somit einen wichtigen…

Partner & Förderer