Leipziger Biologen erforschen Bäume in Großpösna

Künftig soll hier erforscht werden, wie Umweltverschmutzung und Klimaveränderung das Wachstum der Bäume beeinflussen.

Schulklassen und andere Besucher können darüber hinaus mehr über den Baum als Lebensspender erfahren – hautnah auf Schautafeln und einem Waldpfad.

Zeit: 06.06.2012, 13:00 Uhr
Ort: Arboretum des Botanischen Gartens der Universität Leipzig,
Störmthaler Weg 2, 04463 Großpösna
„Noch sind die Bäume, die erst vor wenigen Wochen gepflanzt wurden, zwischen 80 Zentimetern und drei Metern klein“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Christian Wirth, Professor für Spezielle Botanik und funktionelle Biodiversität der Universität Leipzig und Direktor des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Bereits in wenigen Monaten kann die Forschungsarbeit in Großpösna aber beginnen. 72 Arten, insgesamt 720 Bäume, haben die Wissenschaftler vom Leipziger Institut für Biologie gemeinsam mit Gärtnern des Botanischen Gartens der Universität Leipzig in die Erde gebracht, die Bäume stammen aus allen Teilen Europas, ihre Anschaffung kostete etwa

8.000 Euro.

Das Arboretum, die Baumsammlung, ist in Form eines Parks angelegt. Es gibt fünf Abschnitte, die sich in Bodenbeschaffenheit, Nährstoffgehalt, Sonnenintensität, Feuchtigkeit, Menge der Umwelteinflüsse und Schadstoffe unterscheiden. Jede Baumart kommt mindestens ein Mal in jedem Abschnitt vor, ihre Anordnung im Block ist allerdings zufällig, der Abstand zwischen den einzelnen Bäumen beträgt exakt 5,8 Meter.

Die Baumsammlung soll zwei anspruchsvollen Grundsätzen
genügen: Zum einen soll den Besuchern „eine direkte Erfahrung der Mannigfaltigkeit und Schönheit europäischer Gehölze ermöglicht werden“, sagt Wirth. Zum anderen soll das Forschungsarboretum so gestaltet sein, „dass es anspruchsvollen, wissenschaftlichen Analysen eine solide, statistische Grundlage bietet“. Profitieren werden in Zukunft sowohl Absolventen als auch Wissenschaftler diverser Institute und Forschungsrichtungen.

Der Umweltbildungs- und Erholungsauftrag wird laut Wirth durch drei Kriterien erfüllt. Über einen Pfad können Besucher ins Innere des Waldes gelangen, wo eine Lichtung mit Rasenfläche ausreichend Platz bietet, um beispielsweise Schulklassen naturnah und anschaulich Baumkunde zu vermitteln. Auf Schautafeln werden wissenswerte Informationen zu einzelnen Arten präsentiert. Drittens werden Tafeln mit Naturspielen errichtet, um Kinder spielerisch für die Unterschiedlichkeit einzelner Baumarten zu sensibilisieren. Eine Aufgabe könnte zum Beispiel lauten, so schnell wie möglich alle fünf Individuen einer Baumart im Wald zu finden.

Spätestens Ende kommenden Jahres soll das Gelände, direkt neben dem Botanischen Garten von Großpösna gelegen, öffentlich für Jedermann zugänglich sein. Geführte Gruppenrundgänge wird es laut Wirth wesentlich früher geben, wann genau hängt vom Wachstum der Bäume ab.

Das Arboretum Großpösna ist ein Teilprojekt im Rahmen des großen EU-Forschungsprojekts „FunDivEUROPE“, das für „functional diversity“ steht. An sechs verschiedenen europäischen Standorten, von Spanien bis Finnland, wird von

24 Partnerinstituten aus 15 Ländern untersucht, ob artenreiche Wälder ökologisch besser „funktionieren“, unter anderem als Klimaregulatoren, und mehr Ökosystemdienstleistungen vollbringen als artenarme.

Einladung an die Medien:

Zur Eröffnung des neuen Arboretums der Universität Leipzig in Großpösna sind Medienvertreter und Interessierte herzlich eingeladen. Medienvertreter haben die Möglichkeit, Prof. Dr. Christian Wirth sowie weitere Experten und Unterstützer zu interviewen.

Weiter anwesend sein werden: Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung und Sport der Stadt Leipzig, Dr. Gabriele Lantzsch, Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna, Andreas Padberg, Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig, Albrecht Häußler, Kirchgemeinde Großpösna und Andreas Sickert, Stadtforst Leipzig.

Anschrift: Störmthaler Weg 2, 04463 Großpösna, Arboretum erreichbar durch den Botanischen Garten für Arznei- und Gewürzpflanzen Großpösna-Oberholz.

Anfahrt ausgeschildert (Botanischer Garten Oberholz)

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christian Wirth
Institut für Biologie, Spezielle Botanik und Funktionelle Biodiversität
Telefon: +49 341 97-38591
E-Mail: cw[email protected]

Ansprechpartner für Medien

Ronny Arnold Universität Leipzig

Weitere Informationen:

http://www.uni-leipzig.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Besser kleben im Leichtbau

Projekt GOHybrid optimiert Hybridverbindungen Leichtbau ist in der Mobilitätsbranche essentiell. Im Zuge der Mischbauweise mit Leichtmetallen und Faser-Kunststoff-Verbunden rücken hybride Klebverbindungen in den Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Materialien…

Benchmark für Einzelelektronenschaltkreise

Neues Analyseverfahren für eine abstrakte und universelle Beschreibung der Genauigkeit von Quantenschaltkreisen (Gemeinsame Presseinformation mit der Universität Lettland) Die Manipulation einzelner Elektronen mit dem Ziel, Quanteneffekte nutzbar zu machen, verspricht…

Solarer Wasserstoff: Photoanoden aus α-SnWO4 versprechen hohe Wirkungsgrade

Photoanoden aus Metalloxiden gelten als praktikable Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff mit Sonnenlicht. So besitzt α-SnWO4 optimale elektronische Eigenschaften für die photoelektrochemische Wasserspaltung, korrodiert jedoch rasch. Schutzschichten aus Nickeloxid…

Partner & Förderer