Wer hat das Pulver erfunden?

Berthold Schwarz war zwar ein Alchemist des 14. Jahrhunderts, aber das Schwarzpulver hat er nicht erfunden. Lesen Sie in den „Nachrichten aus der Chemie“, wer der wahre Erfinder ist, und warum das Schwarzpulver trotzdem Schwarzpulver heißt.

Der Irrtum, dass Berthold Schwarz das Pulver erfunden habe, geht vermutlich auf das „Feuerwerkbuch“ zurück. Dieses um das Jahr 1400 entstandene Werk bezeichnet Schwarz als „Erfinder der Geschütze“. Viele schließen daraus, dass Schwarz auch der Erfinder des Schwarzpulvers war. Ganz unsinnig ist das nicht: Immerhin benötigt man Schwarzpulver, um Geschütze erfolgreich zu betreiben.

Dass Schwarz das Pulver nicht erfunden hat, belegen andere Quellen. So finden sich ältere Aufzeichnungen, die Anleitungen für die Schwarzpulverherstellung enthalten: Roger Bacon erwähnt es im 13. Jahrhundert in seinem Werk „Opus tertium“ als Explosionsmischung in einfachen Feuerwerkskörpern, und im „Buch vom Feuer, um Feinde zu verbrennen“ (Liber ignum per comburandum hostes) beschreibt Marcus Graecus bereits vor dem Jahr 1200 Salpetergewinnung und Schwarzpulverherstellung.

Berthold Schwarz war also nicht der Erfinder des Schwarzpulvers. Doch woher stammt dann der Name? Der Schweizer Chemiker und Vorderladerschütze Ulrich Bretscher klärt dies in den „Nachrichten aus der Chemie“. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten aus der Chemie“ über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

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Dr. Ernst Guggolz GDCh

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