Forscherteam entwickelt effiziente Katalysatoren

Hierfür haben sich die Wissenschaftler in einer internationalen Ausschreibung mit ihrem Antrag durchgesetzt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie amerikanische und chinesische Organisationen unterstützen das Projekt nun mit mehr als 700.000 Euro.

Egal, ob es um die Herstellung von Margarine, Benzin, Schwefelsäure oder für die Weltbevölkerungsernährung wichtigen Kunstdünger geht – kaum ein chemisches Herstellungsverfahren kommt heutzutage ohne Katalysatoren aus. Auch der Organismus von Menschen, Pflanzen und Tieren wäre ohne diese Helfer nicht funktionsfähig.

Nicht zu vergessen, dass die Luft in den Städten weiterhin mit Abgas geschwängert wäre und der Säurefraß an den steinernen Denkmälern sein Unwesen treiben würde, wenn mittlerweile nicht die meisten Fahrzeuge über einen Katalysator verfügen würden.

Die Reaktionsbeschleuniger sparen Energie

Katalysatoren beschleunigen chemische Reaktionen und senken deren Aktivierungsenergie. „Sie sorgen dafür, dass für Produktionsprozesse weniger Energie erforderlich ist und statt schädlichen Nebenprodukten nur die gewünschten Substanzen entstehen werden“, bringt es Prof. Dr. Andreas Gansäuer vom Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn auf den Punkt.

Mit mehreren Fachkollegen hat der Wissenschaftler an einer Ausschreibung der „International Union for Pure and Applied Chemistry“ (IUPAC) für Pilotprojekte auf dem Gebiet der nachhaltigen Katalyse erfolgreich teilgenommen. „Unser interdisziplinäres Team hat sich mit unserem Antrag durchgesetzt“, freut sich Prof. Gansäuer über den Erfolg.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und weitere Förderer unterstützen das Projekt über drei Jahre mit mehr als 700.000 Euro. Die internationale Forschergruppe, die aus den Bonner Chemikern Andreas Gansäuer und Stefan Grimme sowie Jack Norton (Columbia University, USA) und Chaozhong Li (Shanghai Institute of Organic Chemistry, China) besteht, will durch interdisziplinäre Ansätze neue Konzepte für nachhaltige Prozesse erschließen.

Häufig vorkommende Elemente ersetzen teure Edelmetalle

In den Projekten geht es um neue Ansätze in der Katalyse, bei denen etablierte, aber auf seltenen und daher teuren Edelmetallen, z.B. Rhodium und Iridium, basierende Katalysatoren durch Komplexe häufig vorkommender Metalle – wie Titan, Vanadium, Chrom und Kobalt – ersetzt werden. Mit den neuen Reaktionen werden aus einfachen Bausteinen komplexe Strukturen aufgebaut, die z.B. für die Synthese von Schmerzmitteln oder Antibiotika von besonderem Interesse sind. „Ein wichtiges Ziel der Untersuchungen ist es, die Reaktionen so zu entwickeln, dass sie auch im industriellen Maßstab einsetzbar sind“, sagt Prof. Dr. Stefan Grimme vom Mulliken Center für Theoretische Chemie der Universität Bonn.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Gansäuer
Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie
der Universität Bonn
Tel. 0228/732800
E-Mail: andreas.gansaeuer@uni-bonn.de
Prof. Dr. Stefan Grimme
Mulliken Center für Theoretische Chemie
der Universität Bonn
Tel. 0228/732351
E-Mail: grimme@thch.uni-bonn.de

Media Contact

Johannes Seiler idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-bonn.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Das Mikrobiom verändert sich dynamisch und begünstigt wichtige Funktionen für den Wirt

Ein interdisziplinäres Forschungsteam des Kieler SFB 1182 untersucht am Beispiel von Fadenwürmern, welche Prozesse die Zusammensetzung des Mikrobioms in Wirtslebewesen steuern. Alle vielzelligen Lebewesen – von den einfachsten tierischen und…

Wasser im Boden – genaue Daten für Landwirtschaft und Klimaforschung

Die PTB präsentiert auf der Woche der Umwelt, wie sich die Bodenfeuchte mithilfe von Neutronenstrahlung messen lässt. Die Bodenfeuchte hat nicht nur Auswirkungen auf die Landwirtschaft, sondern ist als Teil…

Bioreaktor- und Kryotechnologien für bessere Wirkstofftests mit humanen Zellkulturen

Medizinische Wirkstoffforschung… Viele Neuentwicklungen von medizinischen Wirkstoffen scheitern, weil trotz erfolgreicher Labortests mit Zellkulturen starke Nebenwirkungen bei Probanden auftreten. Dies kann passieren, wenn zum Beispiel die verwendeten Zellen aus tierischem…

Partner & Förderer