Forscher entdecken neue chemische Verbindung

Doppelbrechung ist ein Phänomen, bei dem das einfallende Licht in zwei Komponenten zerlegt wird die unterschiedlich stark gebrochen werden, sodass bei geeigneter Blickrichtung zwei Bilder zu sehen sind. Sie findet beispielsweise Anwendung in Polarisatoren.

Diese Bauteile können als Filter für bestimmte polarisierte elektromagnetische Wellen dienen. Sogenannte Polarisationsgläser, die den gleichen Effekt haben, werden unter anderem auch in einigen Sonnenbrillen verwendet.

In ihrer Publikation beschreiben die Chemiker erstmals die Beobachtung von Doppelbrechung bei einer porösen Koordinationsverbindung.

„Durch detaillierte Analyse der dreidimensionalen Struktur dieser Verbindung, den Gerüstaufbau und die Hohlräume, geben wir eine plausible Erklärung für das Phänomen der Doppelbrechung. Dadurch könnten sich auch ganz neue Möglichkeiten im Bereich der Nanophotonik eröffnen“, sagt Hey-Hawkins. Die Nanophotonik befasst sich mit Grundlagen und Anwendungen von optischen Verfahren und Technologien auf die Übertragung, Speicherung und Verarbeitung von Information.

Die seit fünf Jahren bestehende Kooperation zwischen der Gruppe von Prof. Alexandr Vinogradov von der ITMO Universität in St. Petersburg und Prof. Hey-Hawkins hat bereits zu mehreren hochrangigen Publikationen geführt. Im Mai und Juni kommen zwei Doktoranden aus St. Petersburg im Rahmen des „Erasmus+“-Programms für jeweils drei Monate an die Universität Leipzig, um im Arbeitskreis von Prof. Hey-Hawkins zu forschen.

Der renommierten Chemikerin der Universität Leipzig wurde erst kürzlich die Ehrendoktorwürde der Ss. Cyril and Methodius Universität in Skopje, Mazedonien, verliehen. Damit wurden ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, aber auch ihr umfangreiches Engagement in internationalen Kooperationen, speziell mit der Ss. Cyril and Methodius Universität, gewürdigt.

Originaltitel der Veröffentlichung in „Dalton Transactions“:
„Unique anisotropic optical properties of a highly stable metal-organic framework based on trinuclear iron(III) secondary building units linked by tetracarboxylic linkers with an anthracene core“
DOI: 10.1039/C6DT00390G

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins
Institut für Anorganische Chemie
Telefon: +49 341 97-36151
E-Mail: hey@uni-leipzig.de

http://pubs.rsc.org/en/Content/ArticleLanding/2016/DT/C6DT00390G#!divAbstract

Media Contact

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Universität Leipzig

Weitere Informationen:

http://www.uni-leipzig.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Rätsel um Bildung zweidimensionaler Quasikristalle aus Metalloxiden gelöst

Die Struktur von zweidimensionalem Titanoxid lässt sich bei starker Hitze und unter Zugabe von Barium gezielt aufbrechen: Statt regelmäßiger Sechsecke entstehen Ringe aus vier, sieben und zehn Atomen, die sich…

Impfviren, Immunzellen und Antikörper

Neue Kombinations-Immuntherapie für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tödlichsten Tumorarten. Trotz aller Erfolge in der Krebsforschung gibt es bisher nur unzureichende Behandlungsmöglichkeiten. In vielen Ländern nimmt daher die Anzahl der…

Induktives Laden während der Fahrt

Forschende entwickeln hocheffiziente Teststrecke. 20 Meter lang ist die Teststrecke auf dem Campus der Universität Stuttgart. E-Fahrzeuge können dort während der Fahrt induktiv aufgeladen werden – mit einer enormen Effizienz,…

Partner & Förderer