Dunkelbrauner Kugelspringer ist Insekt des Jahres 2016

Brauner Kugelspringer (Allacma fusca) Foto: Andreas Stark, Ampyx-Verlag

Der Dunkelbraune Kugelspringer ist das Insekt des Jahres 2016. Mit 4 mm Größe ist er ein Winzling, aber eines der größeren Exemplare in der Gruppe der Springschwänze, zu denen er gehört. Er ernährt sich von Algen, die er von Rinden lebender Bäume abgrast und auch von Baumstümpfen, auf denen man sie bei Regen und hoher Luftfeuchtigkeit sehen kann. Er kommt häufig vor.

Weltweit sind etwa 8.000 verschiedene Arten an Springschwänzen bestimmt worden, in Mitteleuropa 524, davon 87 Kugelspringerarten. Jeder kennt Springschwänze aus der Fensterbank, wo sie unter Blumentöpfen leben und wie Flöhe wegspringen.

Sie kommen im Boden in ungeheuer großen Mengen vor, bis zu 200.000 pro Quadratmeter, wenn die Lebensbedingungen optimal sind. Sie tragen wesentlich mit zur Bodenfruchtbarkeit und zur Humusbildung bei, da sie sich von zerfallenden pflanzlichen und tierischen Stoffen ernähren.

Wie alle Springschwänze kann auch der Dunkelbraune Kugelspringer nicht fliegen; er gehört zu den Urinsekten und hat keine Flügel, aber sechs Beine wie alle Insekten. Sein harter Chitinpanzer ist immer von einem dünnen Flüssigkeitsfilm bedeckt. Wenn er gestört wird, dann schnellt er eine Gabel am Körperende nach hinten und katapultiert sich damit nach vorne. Im Ruhezustand ist die Gabel, auch Furca genannt, unter den Körper geklappt.

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Ihr Liebesleben hat ihren Höhepunkt in einer Balz, wo sich die beiden betasten und umeinander drehen. Zuvor hat schon das Männchen einen oder mehrere Tropfen Sperma auf selbst gesponnenen Haaren abgesetzt.

Das Weibchen streift mit ihrer Geschlechtsöffnung darüber und nimmt die Spermien auf. Bald darauf erfolgt die Eiablage. Der Dunkelbraune Kugelspringer überwintert meistens als Ei. Der wissenschaftlich lateinische Artname ist Allacma fusca.

Springschwänze haben nicht wie die richtigen Insekten nur wenige Häutungen, sondern wachsen ihr ganzes Leben und streifen die Haut vielfach ab. Wie häufig, ist aber nicht bekannt, wie überhaupt vieles im Leben des Dunkelbraunen Kugelspringers noch nicht erforscht ist.

Tritt er nur in Wäldern auf? Beobachtet wurde aber, dass Kugelspringer ganz allgemein sehr viele Spermatophoren absetzen, die dicht bei einander stehen und wie Zäune aussehen können. Kommt kein Weibchen vorbei, dann werden die Spermien nach acht oder zehn Stunden gefressen und neue abgesetzt.

Text Wohlert Wohlers
Pressesprecher des „Kuratorium Insekt des Jahres“
Weitere Bildmotive zum herunterladen finden sich hier: http://www.jki.bund.de/index.php?id=789

Um Belegexemplar wird gebeten!

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Dr. Wohlert Wohlers
Pressesprecher Kuratorium „Insekt des Jahres“
c/o. Julius Kühn-Institut, Standort Braunschweig
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