Schering-Preis-Verleihung bei Bohlmann-Vorlesung

Schering-Preis für zwei Chemiker von der TU Berlin
Einladung zur Bohlmann-Vorlesung von Prof. Dr. George M. Whitesides

Die Chemikerin Dr. Monika Sommerhalter und der Chemiker Dr. Jörg Schmidt von der TU Berlin werden für ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Schering-Preis 2000 für hervorragende Dissertationen, die an der TU Berlin im Fach Chemie angefertigt worden sind, ausgezeichnet. Der von der Schering Forschungsgesellschaft gestiftete und mit 10.000,- DM dotierte Preis wird seit 1986 von der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin verliehen.

Zur Tradition gehört mittlerweile auch, dass vor der Preisverleihung die Bohlmann-Vorlesung stattfindet, die seit 1989 jährlich von der Schering AG und dem Institut für Organische Chemie der TU Berlin organisiert wird. Sie wurde nach der Emeritierung des langjährigen Leiters des Instituts, des 1991 verstorbenen Prof. Dr. Ferdinand Bohlmann, eingerichtet. Für diese Veranstaltung, die über den Rahmen einer gewöhnlichen wissenschaftlichen Vorlesung hinaus geht, wählen die TU Berlin und Schering AG gemeinsam herausragende Wissenschaftler aus.

 Bohlmann-Vorlesung und anschließende Schering-Preis-Verleihung:

Zeit: am Montag, dem 12. November 2001, 16.00 Uhr
Ort: TU Berlin, Altes Chemiegebäude, Hörsaal C 130, Straße des 17. Juni 115, 10623 Berlin

Bohlmann-Vorlesung:
In diesem Jahr ist Prof. Dr. George M. Whitesides von der Harvard University, USA eingeladen, die Bohlmann-Vorlesung zu halten. Prof. Whitesides arbeitet an der Schnittstelle zwischen Biochemie und Biophysik und beschäftigt sich mit dem Aufbau von Nanostrukturen. Ziel seiner Arbeit im Bereich der Nanotechnologie ist es, biologische Maschinen zu bauen, die die Arbeit der menschlichen Zelle nachvollziehen können. Die Festlegung auf ein bestimmtes Wissenschaftsgebiet (Chemie, Biologie, Physik) reicht jedoch nicht aus, um die Transdisziplinarität seiner Arbeit zu beschreiben. Er kann als Prototyp eines interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftlers bezeichnet werden. Weltweit gehört er zu den zehn am häufigsten zitierten Wissenschaftlern. Prof. Whitesides wird über das Thema „Polyvalency in Biochemistry“ sprechen. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

Zu den diesjährigen Schering-Preisträgern:

„De novo synthetisierte Proteine mit Metalloporphyrinkofaktoren“ ist der Titel der Dissertation von Dr. Monika Sommerhalter, in der sie sich mit Modellsystemen natürlicher Proteine beschäftigt. Proteine erfüllen viele lebenswichtige Funktionen, wie die chemische Umsetzung von Stoffwechselprodukten oder den Transport von Elektronen oder Molekülen, beispielsweise Sauerstoff. Viele Aspekte der Struktur und Funktionsweise natürlicher Proteine sind noch nicht geklärt. Die Konstruktion künstlicher Proteinmodelle kann zu einem besseren Verständnis natürlicher Proteine beitragen und bietet darüber hinaus interessante technische Anwendungsmöglichkeiten in der Katalyse, Bioelektronik und Medizin. In der Dissertation von Monika Sommerhalter stehen Modellsysteme im Vordergrund, die Elektronen übertragen können.

Monika Sommerhalter ist 1970 in Sindelfingen geboren und studierte zwischen 1990 und 1996 Chemie an der Universität Konstanz. 1996 kam sie zu Promotion an die TU Berlin, die sie im vergangenen Jahr abschloss. Heute arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Strahlenchemie in Mülheim an der Ruhr an der Synthese und Weiterentwicklung katalytisch aktiver Proteinmodelle.
Die Arbeit von Monika Sommerhalter (geb. Fahnenschmidt) entstand bei Prof. Dr. Wolfgang Lubitz am Max-Volmer-Institut der TU Berlin in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. W. Haehnel an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.

Dr. Jörg Schmidt promovierte im Fachgebiet Technische Chemie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Reinhard Schomäcker. „Reaktionstechnische Untersuchungen zur Herstellung von Nanopartikeln in Mikroemulsionen“ ist der Titel seiner Arbeit. Unter dem Begriff Nanotechnologie wird eine Vielzahl von natur- und ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten zur Herstellung und Anwendung von nanokristallinen Materialien zusammengefasst. Da diesen Materialien ein großes Anwendungspotenzial zugeschrieben wird, wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Methoden zur Herstellung dieser Materialien entwickelt. Eine vergleichsweise einfache, kostengünstige und vielseitige Methode ist die Durchführung von sog. Fällungsreaktionen in Mikroemulsionen. Dabei läuft die Fällungsreaktion im Inneren der Tröpfchen einer extrem feinteiligen Emulsion ab. Mit dieser Technik konnten bereits über 100 verschiedene Materialien als Pulver mit Partikelgrößen im Bereich weniger Nanometer hergestellt werden. Jörg Schmidt hat in seiner Arbeit zum ersten Mal systematische Untersuchungen vorgelegt, aus denen abgeleitet werden konnte, wie sich diese Synthesevorschriften aus dem Labor in den technischen Maßstab übertragen lassen.

Der 1969 in Koblenz geborene Jörg Schmidt studierte zwischen 1990 und 1996 Chemie an der Universität zu Köln. 1996 begann er mit seiner Promotion an der TU Berlin, die er im letzten Jahr abschloss. Er arbeitet seit vergangenem Jahr als Laborleiter in der Verfahrenstechnik der Degussa AG in Marl.

Die Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 5.000 DM

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Für die Bohlmann-Vorlesung Prof. Dr. Helmut Schwarz, Institut für Organische Chemie der TU Berlin, Tel.: 030/314-23483, Fax: -21102, E-Mail:  [email protected]
Zu den Preisträgern: Prof. Dr. Wolfgang Lubitz, Institut für Chemie der TU Berlin, Tel.: 030/314-21419 und Prof. Dr. Reinhard Schomäcker, Institut für Chemie, Tel.: 030/314-24973.

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Ramona Ehret idw

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