Bio-logisch! Würzburger Forscher lassen Schüler experimentieren

Wissenschaftsminister Goppel beim Auftakt zu neuem Projekt

Lernen, wie man mit Spucke einen DNA-Test macht? Oder mal in einer Apotheke für kranke Bienen stöbern? Das und noch viel mehr können Schüler künftig an der Uni Würzburg tun: Die Forscher vom Biozentrum bauen ihre Kontakte zu Gymnasien mit dem Schul-Universitäts-Netz „Bio-logisch!“ weiter aus. Am 9. Dezember fand die feierliche Auftaktveranstaltung für dieses Kooperationsprojekt statt.

Die Forscher möchten bei den Schülern Begeisterung für Biologie und Naturwissenschaften wecken. Sie wollen auch dazu beitragen, dass die Gymnasiasten ihr theoretisches Wissen in der Praxis anwenden können. Beispiel: Die Vererbungslehre im Unterricht ist zwar wichtig, macht aber nicht anschaulich, wie ein Forscher im Labor aus einer Speichelprobe die Chromosomen gewinnt und dann beurteilt, wie hoch das Risiko für eine Erbkrankheit ist.

Solche und andere Experimente können Schüler und Lehrer bei Projekttagen im Biozentrum durchführen. Wie diese Arbeit aussieht, konnten die Gäste bei der Auftaktveranstaltung vor Ort sehen. In einem Kursraum des Biozentrums führte ein Biologie-Leistungskurs des Würzburger Deutschhaus-Gymnasiums „bio-logische!“ Versuche durch. Sogar Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel schaute bei den jungen Forschern vorbei.

Einige Wissenschaftler zeigten dem Gast aus München außerdem, wofür das Biozentrum international hoch angesehen ist: Die Verquickung von Molekularbiologie mit der an Organismen ausgerichteten Biologie. Nach einem Besuch im Aquarienraum von Professor Manfred Schartl, wo experimentelle Krebsforschung an Fischen betrieben wird, zeigte Professor Jürgen Tautz, wie High-Tech-Verhaltensforschung an Bienen abläuft. Schließlich gab Professor Karl-Eduard Linsenmair Einblicke in die tier- und tropenökologische Forschung.

Zuvor hatten Minister Goppel und Unipräsident Axel Haase das Programm im Hörsaal A 101 mit Grußworten eröffnet. „Bio-logisch zeigt, wie spannend Wissenschaft in der Praxis ist“, so Goppel. Auf diese Erkundungsreise könnten Schüler nun im Biozentrum gehen. Überhaupt entwickle sich der enge Kontakt der Uni Würzburg mit Schulen zu einem Markenzeichen der unterfränkischen Hochschule.

Den Festvortrag zum Thema „Wissensvermittlung in der Informationsgesellschaft“ hielt dann Professor Jens Reich, Molekularbiologe und Leiter der Bioinformatik am Max-Delbrück-Zentrum (Berlin). Danach stellte Rafael Benz von der Robert-Bosch-Stiftung (Stuttgart) deren Förderprogramm „NaT-Working“ vor: Um naturwissenschaftliche und technische Kenntnisse besser in der Gesellschaft zu verankern, unterstützt die Stiftung Kontakte zwischen Schülern, Lehrern und Forschern. Sie tritt auch bei „Bio-logisch!“ als Partner auf und stellt für das Projekt 78.000 Euro zur Verfügung.

Für „Bio-logisch!“ haben die Würzburger Wissenschaftler auch Materialien für den praktischen Biologieunterricht entwickelt, die sie an die Schulen ausleihen – zum Beispiel einen „Molekularbiologie-Koffer“. Mit diesem „fliegenden Labor“ im Kleinformat kann die DNA aus einer Speichelprobe isoliert, vervielfältigt und sichtbar gemacht werden.

Zudem gibt es für Schulen die Möglichkeit, an der Uni Großgeräte wie Massenspektrometer zu nutzen. So können die Lehrer im Unterricht moderne Experimente angehen und die aufwändigen Analysen im Biozentrum durchführen. Umgekehrt kommen die Wissenschaftler auf Wunsch auch in die Schulen, um bei Experimenten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Bei „Bio-logisch!“ mit im Boot sind bereits Gymnasien aus Würzburg, Kitzingen, Hösbach, Hammelburg, Mellrichstadt, Bad Mergentheim und Möckmühl. Weitere Partner sind willkommen. Ansprechpartner: Dr. Georg Kaiser, T (0931) 888-4440, Fax (0931) 888-4242, E-Mail:
georg.kaiser@biozentrum.uni-wuerzburg.de

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Robert Emmerich idw

Weitere Informationen:

http://www.zv.uni-wuerzburg.de

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