Regenerative Energien: Erstes Biomasse-Info-Zentrum in Deutschland an der Uni Stuttgart


Die Universität Stuttgart hat ihr Beratungsangebot im Bereich regenerativer Energien erweitert: Ein Biomasse-Info-Zentrum (BIZ) – übrigens das erste dieser Art in Deutschland – hat mit Unterstützung des Bundes die Arbeit aufgenommen. Das am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) angesiedelte Zentrum soll Informationsdefizite bei der energetischen Nutzung von Biomasse schließen, den Know-how-Transfer verbessern und so zu einer verstärkten Nutzung dieser umweltfreundlichen Energie in Deutschland beitragen. Interessenten können sich im BIZ kostenlos über die Energiegewinnung aus Biomasse informieren und beraten lassen. Dies gilt sowohl für Landwirte oder Privatleute als auch für Initiatoren von Bioenergieprojekten. Und der Beratungsbedarf – so die Erfahrungen der ersten „hundert Tage“ – ist hoch. Vor allem Landwirte, die Biomasseanlagen einrichten wollen, und andere Forschungseinrichtungen nutzen diesen neuen Service der Uni Stuttgart, berichtet Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt vom IER.

Mit Biomasse bezeichnet man organische Stoffe, die als Energieträger genutzt werden können wie zum Beispiel Holz oder Stroh. Obwohl deren Nutzung merklich zu einer umwelt- und klimaverträglichen Energieversorgung beitragen kann, liegt ihr Anteil zur Deckung der Energienachfrage in Deutschland derzeit nur bei etwa zwei Prozent. Ein erhebliches Informationsdefizit und hohe Kosten behindern eine verstärkte Nutzung in Deutschland. So war es für Initiatoren einer Bioenergieanlage bisher mit großem Aufwand verbunden, die für die Konzeptionsphase und eine erste Machbarkeitsstudie erforderlichen Informationen zu beschaffen. Auch gibt es in Deutschland nur wenige kompetente Ansprechpartner, bei denen wissenschaftlich fundierte Informationen zur Nutzung von Biomasse frei von kommerziellen Interessen abgerufen werden können. Diese Defizite hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erkannt und die Gründung des Biomasse-Info-Zentrums an der Uni Stuttgart mit rund 1,5 Millionen Mark unterstützt.

Die vier Mitarbeiter des BIZ informieren zielgruppengerecht über die thermische Nutzung von Biomasse. Dies reicht von der Beratung bei der Vorgehensweise zur Realisierung einer biomassegefeuerten Anlage bis zu Informationen über erfolgreiche Bioenergieprojekte. Über die Homepage und einen kostenfreien Newsletter können Informationen abgerufen werden über Biomasseproduzenten und Brennstoffhändler, Anlagenhersteller, Biobrennstoffe, administrative Vorgaben, Plandaten für Bioenergieprojekte, Institutionen mit Fachkompetenz, internationale Organisationen sowie über aktuelle Literatur.

Das BIZ kooperiert auch mit anderen Uni-Instituten, mit Firmen, Organisationen, Ministerien, Agenturen, Verbänden und Privatpersonen, die an einer weitergehenden Nutzung der Biomasse interessiert sind. Zu den Aufgaben des Zentrums gehört es auch, den Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf diesem Gebiet aufzuzeigen.

Informationsmaterial wird auf Wunsch zugesandt. Auch Seminare, Workshops oder Tagungen werden angeboten. Die nächste internationale Tagung am 7. und 8. November in Stuttgart wird sich mit den Eigenschaften biogener Festbrennstoffe und der Entwicklung entsprechender Normen auf europäischer Ebene befassen.

Kontakt:
Biomasse-Info-Zentrum (BIZ), Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER), Universität Stuttgart, Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dr.-Ing. Joachim Fischer, Universität Stuttgart, Heßbrühlstr. 49a, D-70565 Stuttgart, Tel. 0711/7813-909, -908, Fax 0711/780-6177
e-mail: info@biomasse-info.net
Hompage: www.biomasse-info.net

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Media Contact

Ursula Zitzler

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroplastik – Schwämme als marine Bioindikatoren

Schwämme lagern als „Staubsauger der Meere“ zahlreiche Partikel ein – darunter auch Mikroplastik und andere Mikroverunreinigungen, wie LMU-Wissenschaftler zeigen. Dies macht sie zu vielversprechenden Bioindikator-Kandidaten. Die Verschmutzung der Meere durch…

Vanille-Anbau unter Bäumen fördert Schädlingsregulation

Team unter Göttinger Leitung untersucht Agroforstsysteme Der Anbau von Vanille in Madagaskar bringt den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein gutes Einkommen, aber ohne Bäume und Büsche können die Plantagen sehr artenarm…

KI macht‘s möglich: Kundenwünsche von morgen, schon heute eingeplant

Wie lässt sich die Auftragsabwicklung eines Automobilherstellers optimieren? Im Projekt »KI-basierte Produktionsplanung und -steuerung« entwickeln IPA-Forscher zusammen mit der Porsche AG smarte Lösungen für die Fertigung der Zukunft. Diese helfen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close