Zwischenerfolg für Pharmaforscher

Ein NRW-weites Forschungskonsortium namens NEUROPHARMA möchte die Entwicklung neuer Wirkstoffe vorantreiben. Im Kampf um die dazu nötigen Fördergelder haben die Wissenschaftler nun die erste Hürde genommen:

Ihr Projekt schaffte es zusammen mit neun anderen in die Endrunde des so genannten BioPharma-Wettbewerbs. Die Initiative wurde vom Bundesforschungsministerium (BMBF) ausgeschrieben, das maximal fünf Anträge fördern wird. 100 Millionen Euro stellt das BMBF dazu in den nächsten fünf Jahren bereit.

Insgesamt 37 Bewerbungen waren beim BMBF eingegangen; zehn kamen nun in die Endrunde. Sie erhalten jeweils bis zu 100.000 Euro vom BMBF für ihren Zwischenerfolg. „Wir freuen uns, dass wir diese Hürde übersprungen haben“, betont der Bonner Pharmakologe Professor Dr. Alexander Pfeifer. Pfeifer ist Sprecher des erst kürzlich gegründeten Pharma-Zentrums der Universität Bonn, das den Antrag gestellt hat.

Im NEUROPHARMA-Konsortium bündeln Partner aus Forschung und Industrie ihr Know-How. NEUROPHARMA betreibt Arzneimittelentwicklung auf dem Gebiet der neurodegenerative Krankheiten und stellt damit eine wichtige Verbindung zu dem kürzlich bewilligten Deutschen Demenzzentrum (DZNE) mit Hauptsitz auf dem Campus des Universitätsklinikums Bonn dar. Neben Universität und Uniklinikum Bonn sind die Life&Brain-GmbH, die Stiftung caesar, das Forschungszentrum Jülich, die Universität Duisburg-Essen mit den Rheinischen Kliniken, das Fraunhofer-Institut St. Augustin, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie der Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma beteiligt. Bis zum 1. August müssen die Projektpartner nun ihren endgültigen Antrag vorlegen. Im Herbst sollen die Gewinner des Wettbewerbs feststehen. Eine Besonderheit des NEUROPHARMA-Konsortiums ist, dass es von universitären Arzneimittelfachleuten, einer Doppelspitze aus der Medizin und der Pharmazie, geleitet wird. Sprecher sind Professor Dr. Christa E. Müller, Pharmazeutische/Medizinische Chemie, und Professor Dr. Alexander Pfeifer, Pharmakologie & Toxikologie.

Mit der Biopharma-Initiative will das BMBF dazu beitragen, Lücken in der Pharma-Wertschöpfungskette zu schließen. Denn seinen Ruf als „Apotheke der Welt“ hat Deutschland längst eingebüßt: Allzu viele Erfolg versprechende Entdeckungen verstauben hierzulande schließlich ungenutzt in irgendeiner Schublade. Ein Grund ist die schlechte Vernetzung von Industrie und Grundlagenforschung. In der Biopharma-Initiative zeichnet das BMBF daher Konzepte aus, die den Weg „from bench to bed“, also vom Labor in die Klinik, verbessern. Die damit verbundenen konkreten Forschungsprojekte haben damit gewissermaßen Modellcharakter: Sie sollen wesentlich dazu beitragen, dass in Zukunft wieder mehr neu zugelassene Wirkstoffe das Siegel „made in Germany“ tragen und der Pharmastandort Deutschland gestärkt wird.

Kontakt:
Professor Dr. Alexander Pfeifer
Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5411
E-Mail: alexander.pfeifer@uni-bonn.de
Prof. Dr. Christa E. Müller
Pharmazeutisches Institut
Telefon: 0228/73-2567
Email: christa.mueller@uni-bonn.de

Ansprechpartner für Medien

Frank Luerweg idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-bonn.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Screeningsystem für Lungengeräuschanalyse

Ein an der TU Graz entwickeltes Mehrkanal-Aufnahmegerät für krankhafte Lungengeräusche und die dazugehörige automatische Analyse der Geräusche könnten bestehende Screening-Methoden zur Früherkennung zum Beispiel von Covid-19-Infektionen unterstützen. Hierfür benötigt es…

Digitale Technologien für den Blick in den Boden

Weltbodentag Böden sind eine empfindliche und in Folge intensiver Landwirtschaft auch häufig strapazierte Ressource. Wissenschaftler*innen des ATB entwickeln daher digitale Lösungen für eine ressourcenschonende und umweltgerechte Bodenbewirtschaftung. Mit dem Weltbodentag…

Kartierung neuronaler Schaltkreise im sich entwickelnden Gehirn

Wie kann man neuronale Netze aufbauen, die komplexer sind als alles, was uns bis heute bekannt ist? Forscher am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main haben die Entwicklung von…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen