Mäuse und Menschen genetisch zu 98 Prozent identisch

Celera Genomics der Geschäftemacherei bezichtigt

Rund 98 Prozent der Gene von Maus und Mensch sind vermutlich identisch. Das ist das Ergebnis des Biotech-Unternehmens Celera Genomics, das 731 Protein codierende Gene am Chromosom 16 von Mäusen mit dem Humangenom verglich. Lediglich 14 der 731 Gene sind beim Menschen ohne Gegenpart. Die Daten der Vergleichsanalyse wurden in die GenBank gestellt und sind damit öffentlich und kostenlos zugänglich. Forschungsziel ist es, bei Menschen die Suche nach krankheitsauslösenden Genen zu erleichtern. Die Ergebnisse wurden auf der Celera-Homepage unter „Celera´s mouse assembly: Improving the unterstanding of human diseases through human-mouse comparison“ online gestellt und im Fachmagazin Science publiziert.

Für die Analyse wurde Chromosom 16 gewählt, da es Gene mit einem großen Bereich am menschlichen Chromosom 21 teilt. Studienleiter Richard J. Mural geht davon aus, dass durch diesen Vergleich auf das gesamte Genom hochgerechnet werden kann. Somit würden sich Mäuse und Menschen in ihrer aktiven DNA nur in rund zwei Prozent unterscheiden. Der genetische Unterschied zwischen den Menschen und den nah verwandten Schimpansen beträgt 1,5 Prozent.

Mural geht davon aus, dass durch genetische Studien an Mäusen die Suche nach Krankheitsgenen vorangetrieben wird. Das Potenzial der Mäuse dafür wurde laut Mural bis dato unterschätzt. Da Celera seine Genom-Daten verkauft, könnte dem Unternehmen auch Geschäftemacherei vorgeworfen werden. Celera will sich künftig auf Basis der Daten verstärkt der Entwicklung von Medikamenten widmen. Erste Zweifel kommen von Forschern des Sanger-Institutes in Cambridge. Tim Hubbard zweifelt an der Bedeutung der rund zwei Prozent Unterschied, die von Celera postuliert werden.

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Sandra Standhartinger pte.online

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