Smart Home für ältere Menschen

Es liegt nahe, Informations- und Kommunikationstechnologien, die in den letzten Jahren in allen gesellschaftlichen Bereichen angewendet werden, auch für den Wohn- und Lebensbereich älterer Menschen nutzbar zu machen.

Smart Home steht hier für die Verknüpfung und Steuerung der Haustechnik und Elektronik über ein zentrales Computersystem.

Neuer Bericht aus der Bauforschungsförderung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Ein Durchbruch in der Anwendung von Smart-Home-Technologien blieb bisher aus. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und lassen sich nicht allein durch offensichtliche Defizite, wie umständliche und wenig attraktive Benutzerführung, teure Installationskosten sowie die geringe Technikaffinität älterer Menschen erklären. Hinzu kommt eine andauernde Zurückhaltung der Wohnungswirtschaft, der Wohnungsbaugesellschaften und sonstiger Investoren der Bauwirtschaft.

Nach ca. 20 Jahren Erfahrung mit Smart-Home-Konzepten eröffnen sich jetzt neue Chancen. Einerseits ist von einer erheblich gestiegenen Computer-Affinität auch älterer Menschen auszugehen, sodass vorhandene Technikbarrieren weniger spürbar sind. Weiterhin sind die Bediendisplays und Anwendungsfunktionen benutzerfreundlicher und fehlerresistenter geworden. Beide Entwicklungen führen zu einer höheren Akzeptanz.

Smart-Home-Technologien können die Sicherheit erhöhen, die Pflege erleichtern, direkte Unterstützung im Alltag bieten und präventive Maßnahmen unterstützen.
Welche technischen Entwicklungen zur Unterstützung einer selbständigen Lebensführung im Alter existieren mittlerweile und wie hilfreich sind diese?

Das Berliner Institut für Sozialforschung versuchte in einer Analyse von Best-Practice-Beispielen, diese Frage zu beantworten. Durchgeführt wurden Expertengespräche mit verschiedenen Akteuren, wie Betreibern, Technikern, Leitern von Nachbarschaftsheimen und ambulanten Diensten, sowie qualitative Interviews mit Bewohnern. Zusätzlich wurden zur Bewertung der Nutzerfreundlichkeit der technischen Installationen, strukturierte Beobachtungen der Bewohner während der Nutzung der smarten Technik ausgewertet.

In den evaluierten Wohneinrichtungen sind ganz unterschiedliche Technikkonzepte umgesetzt worden. Ein Teil der Projektträger setzte mehr auf Sicherheitstechnik oder Komfort, der andere legte den Schwerpunkt auf Kommunikation und/oder Prävention. Gemeinsam ist aber ihnen das Anliegen, die Lebensqualität der älteren Bewohner zu verbessern oder so lange wie möglich zu erhalten.

Einige der evaluierten Beispiele zeigen, dass nicht nur die Wohnung und/oder das Haus, sondern auch die sozialen Kontakte in die technische Vernetzung einbezogen werden sollten. Das soziale Umfeld ist eine zentrale Ressource des Wohnens, soziale Kontakte sind wesentlich für eine befriedigende Lebensführung im Alter.

Die Potentiale der klassischen Informations- und Kommunikationstechnologien (Telefon, TV) und umso mehr der neueren IKT (Internet, Mobiltelefonie) können neue Formen urban-nachbarschaftlicher Aktivitäten unterstützen. Eingesetzt werden elektronische Medien, um nachbarschaftliche Kontakte zu verbessern und die Kommunikation von Mietern von Wohnanlagen anzuregen.

Die Zufriedenheit der Nutzer kann als groß angesehen werden. Die Probleme einer Akzeptanz solcher Technologien liegen im Vorfeld. Die meisten Menschen sind nicht bereit, sich präventiv zu rüsten. Es ist zudem deutlich geworden, dass für ältere Menschen der aktive Schritt, sich selbst um eine technische Ausstattung zu kümmern, meist eine Überforderung darstellt. In vielen Fällen waren es die Kinder, die ihren Eltern geraten haben, in eine entsprechend ausgerüstete Wohnung zu ziehen, oder die sich kümmern, dass entsprechende smarte Technik angeschafft wird.

Nach dem Überblick über die „smarten“ Wohnformen für Ältere werden Leitlinien und Handlungsempfehlungen vorgestellt, wie die Wohnungswirtschaft, die Wohlfahrtsverbände, die freien Träger oder persönlich Interessierte erste Schritte auf dem Weg hin zu einem „smarten“ Wohnen im Alter gehen können.

Smart Home für ältere Menschen
Handbuch für die Praxis
Berliner Institut für Sozialforschung
Sibylle Meyer & Eva Schulze
ISBN 978-3-8167-8136-3
Der Forschungsbericht ist über das
Fraunhofer Informationszentrum Raum und Bau (IRB)
Nobelstraße 12
70567 Stuttgart
irb@irb.fraunhofer.de
http://www.irbdirekt.de
zu beziehen
Weitere Informationen zur Bauforschungsförderung:
Guido Hagel
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat II3 – Forschung im Bauwesen, Technisches Gebäudemanagement
Deichmanns Aue 31-37, 53179 Bonn
Tel. 0228 99 401 1482

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Guido Hagel idw

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