Forscher untersuchen Evolution der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen

Die Regensburger Forscher wollen in den neuen Gewächshäusern der Universität Mais kultivieren, um die molekularen Mechanismen der Befruchtung und Kornentwicklung zu untersuchen. Foto: Shutterstock

Ziel des ERA-CAPS-Netzwerks ist die Erforschung der Evolution der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen – von den einfachen Laub- und Lebermoosen bis hin zu den wichtigsten Nutzpflanzen. Es sollen u.a. Gene identifiziert werden, die bei der Spermazellentwicklung verloren gingen oder die mit der für Blütenpflanzen charakteristischen doppelten Befruchtung in Zusammenhang stehen. Von der Universität Regensburg sind Prof. Dr. Thomas Dresselhaus und PD Dr. Stefanie Sprunck (Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie) beteiligt.

Mit den Pflanzen begannen vor 470 Mill. Jahren die ersten Lebewesen das Land zu erobern. Aus sehr einfachen Arten – bspw. Algen und Moose – entwickelten sich zunächst Gefäßpflanzen wie Farne und Schachtelhalme.

Später bildeten sich mit den Nacktsamern die ersten Samenpflanzen und vor rund 140 Mio. Jahren tauchten die ersten Blütenpflanzen auf. Mit über 270.000 Arten haben die Blütenpflanzen, zu denen alle Nahrungsmittelpflanzen gehören, inzwischen die meisten Gebiete auf der Erde erobert.

Durch die Anpassung an neue Lebensräume mussten Pflanzen neuartige Sexualorgane entwickeln, um bspw. die Gameten (Ei- und Spermazellen) vor Austrocknung oder veränderten Umweltbedingungen zu schützen. Aus beweglichen Spermazellen, die noch bei Moosen und Farnen vorkommen, wurden unbewegliche Spermazellen, die durch einen Pollenschlauch tief ins weibliche Gewebe zur geschützten Eizelle transportiert werden.

Dieser zu den kompliziertesten biologischen Prozessen gehörende Vorgang bestimmt den Fortpflanzungserfolg und hat somit einen unmittelbaren Einfluss auf die Samen- und damit auf die Ertragsbildung bei Pflanzen. Weltweit besteht daher ein großes Interesse daran, die zugrunde liegenden molekularen Grundlagen zu verstehen.

Im Rahmen des neuen internationalen Konsortiums wird die Regensburger Arbeitsgruppe an der nur auf Neukaledonien vorkommenden ursprünglichen Blütenpflanze Amborella trichopoda und der Nutzpflanze Mais arbeiten.

Zudem sollen in Regensburg Forscher aus den Partneruniversitäten ausgebildet werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich, insbesondere die Fortpflanzungsmechanismen bei Blütenpflanzen besser zu verstehen, um dieses Wissen langfristig zu nutzen und Ertragseinbußen durch Fehler bei der Fortpflanzung zu minimieren.

Weiterführende Informationen zum Konsortium im Internet unter:
http://www.eracaps.org/joint-calls/era-caps-funded-projects/era-caps-second-call…

Ansprechpartner für Medienvertreter:

Prof. Dr. Thomas Dresselhaus
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie
Tel.: 0941 943-3016
thomas.dresselhaus@ur.de

PD. Dr. Stefanie Sprunck
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie
Tel.: 0941 943-3005
stefanie.sprunck@ur.de

Media Contact

Alexander Schlaak idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

http://www.uni-regensburg.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften

Weltweite, wissenschaftliche Einrichtungen forschen intensiv für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Themen: Bioenergie, Treibhausgasreduktion, Renaturierung und Landnutzungswandel, Tropenwälder, Klimaschäden, Waldsterben, Ernährungssicherung, neue Züchtungstechnologien und Anbausysteme, Bioökonomie, Wasserressourcen und Wasserwiederverwendung, Artenvielfalt, Pflanzenschutz, Herbizide und Pflanzenschädlinge, digitale Land- und Forstwirtschaft, Gentechnik, tiergerechte Haltungssysteme und ressourcenschonende Landwirtschaft.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Graphen-Forschung: Zahlreiche Produkte, keine akuten Gefahren

«Graphene Flagship» nach zehn Jahren erfolgreich abgeschlossen. Die grösste je auf die Beine gestellte EU-Forschungsinitiative ist erfolgreich zu Ende gegangen: Ende letzten Jahres wurde das «Graphene Flagship» offiziell abgeschlossen. Daran…

Wie Bremsen im Gehirn gelockert werden können

Forschende lokalisieren gestörte Nervenbahnen mithilfe der tiefen Hirnstimulation. Funktionieren bestimmte Verbindungen im Gehirn nicht richtig, können Erkrankungen wie Parkinson, Dystonie, Zwangsstörung oder Tourette die Folge sein. Eine gezielte Stimulation von…

Wärmewende auf der GeoTHERM erleben

Als Innovationspartner in Sachen Wärmewende für Industrie und Kommunen stellt sich das Fraunhofer IEG auf der internationalen Fachmesse GeoTHERM vor. Auf seiner Ausstellungsfläche in Offenburg stellt es ab dem 29….

Partner & Förderer