Entgiftungskur" für Debatte um Landwirtschaft nötig

ilu fordert sachliche Auseinandersetzung mit Pflanzenschutz und Düngung

In der landwirtschaftlichen Produktion sind auch in der jüngeren Vergangenheit erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt worden. Während die Erträge pro Hektar weiter zugenommen haben, konnten die Aufwandmengen bei Pflanzenschutz und Düngung z.T. deutlich reduziert werden. Bezieht man die heutigen Aufwandmengen auf die erzeugten Produkteinheiten, dann wird diese Effizienzsteigerung noch sehr viel deutlicher. Der jüngste Agrarbericht der Bundesregierung bestätigt der Landwirtschaft entsprechend die damit auch im Gewässerschutz erzielten Leistungen.

Fakt ist, dass der in der Agenda 21 geforderte Integrierte Pflanzenschutz unverzichtbar ist, um verlässlich ausreichend und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zur Verfügung stellen zu können.

Fakt ist, dass ohne die ebenfalls in der Agenda 21 geforderten Integrierten Pflanzenernährungskonzepte keine nachhaltige Agrarproduktion möglich ist. Der bedarfsgerechte Ersatz der mit den Ernteprodukten entzogenen Nährstoffe – und dabei auch der Einsatz mineralischer Dünger – ist eine zwingende Voraussetzung. Dabei sind die Effizienz der Flächennutzung, die Qualität der erzeugten Produkte oder auch die Kohlenstoffbilanz, d.h. die Klimarelevanz der Anbauverfahren, Kriterien, die die Vorzüglichkeit des Integrierten Landbaus belegen (KÖRSCHENS et al., 2001 *).

Fakt ist, dass ein dynamisches System wie die landwirtschaftliche Produktion kontinuierlich weiter verbessert werden kann, und in der Praxis auch stetig weiter verbessert wird. Prognosesysteme, Satellitennavigation, moderne Landtechnik, Qualitätssicherungs- und Kontrollsysteme etc. sind dabei entscheidende Hilfsmittel.

Fakt ist aber auch, dass laut letzten Schätzungen der FAO binnen der nächsten 50 Jahre bis zu fünf Milliarden zusätzlicher Menschen zu ernähren sind. Dies führt zu einem eindeutigen Schluss: Auf den fruchtbaren Standorten ist weltweit bis zum Jahr 2050 etwa eine Verdopplung der heutigen Produktion notwendig. Nur so kann der moralischen Herausforderung begegnet, eine angemessene Ernährung sichergestellt und das weitere Vordringen der Landwirtschaft in die verbliebenen Steppen- und Regenwaldgebiete verhindert werden. Dabei h

elfen keine ideologiebefrachteten, ansonsten aber leeren Sprechblasen wie die von einem Umweltverband geforderte „Entgiftungskur für deutsche Äcker“, sondern nur Strategien, die die fortlaufende Entwicklung einer leistungsfähigen, nachhaltigen sowie ökonomisch und ökologisch orientierten Landwirtschaft unterstützen.

* Körschens, M., Howitz, H., und Hein, H.-O., 2001: Untersuchungen über eine leistungsfähige, nachhaltige sowie ökonomisch und ökologisch orientierte Landwirtschaft. Im Druck.

ots Originaltext: Institut für Landwirtschaft und Umwelt
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Rückfragen bitte an das
Institut für Landwirtschaft und Umwelt
Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Tel. (0228) 9 79 93 25, Fax (0228) 9 79 93 40, E-Mail: ilu@fnl.de

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