Naturnah und besonders bodenschonend im Elisenhain

Bildungsminister entlastet und bekräftigt die Uni-Forstverwaltung

Das Bildungsministerium in Schwerin hat am 6. Oktober 2000 dem Fachschaftsrat Biowissenschaften bestätigt, dass der Holzeinschlag der Universitätsforstverwaltung im vergangenen Januar keine ordnungswidrigen Handlungen »auf der Grundlage der gegenwärtig gültigen Richtlinie« darstellte.

Seit Januar hatte der Greifswalder Blätterwald empfindlich gebebt, denn zwei Naturschutzverbände hatten den Leiter der Uniforstverwaltung wegen angeblich falscher und naturunverträglicher Eingriffe in das Naturschutzgebiet »Elisenhain« angezeigt. Immer wieder wurde Wolfgang v. Diest und seinen Mitarbeitern Raubbau und mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen.

Jahrzehnte waren große Teile des Greifswald am nächsten liegenden Waldgebietes, »Elisenhain«, nach dem Nachkriegs-Reparationsraubbau forstlich stark vernachlässigt worden. Gut 400 ha groß, gilt er als Naturschutzgebiet mit drei eingegliederten Naturwaldzellen, in denen die Uni-Wissenschaftler das Werden eines Naturwaldes erforschen könnten. Auch alle anderen Gebiete, und um diese geht es, unterliegen den Bestimmungen einer Behandlungsrichtlinie von 1984, die noch 2000 in gesamtdeutsches Recht überführt werden soll.

Im Januar hatte die Uni-Forstverwaltung unter anderem artenreiche Edellaubholzbestände naturschonend durchforstet. Aus dem Brief des Ministeriums: »Die Arbeiten erfolgten mittels Harvester von mit Reisig ausgelegten Rückeschneisen aus und so besonders bodenschonend. In Folge dabei entstehender größerer Aufarbeitungsreste zeigt sich ein solcher Bestand zwar sehr >unaufgeräumt<, ist aber ökologisch für die Kleinbiotop- und künftige Humusentwicklung vorteilhaft einzuschätzen.«

Leserbriefschreiber von damals kommen nun zu unseren Förstern und korrigieren ihre einst in der Öffentlichkeit gezeigte Erregung: die Gebiete sind wieder »aufgeräumt«, der Wald hat wieder Licht. Große Teile sind inzwischen wie von einem guten Gärtner nachbearbeitet. Die Buchen- und Eichelmast liegt in vorbereiteten Betten. Ein neuer Stufenmischwald entsteht.

Der stadtnahe Elisenhain hat starken Erholungsdruck (Stadtumbauung, Verkehr durch Spaziergänger, Läufer, Radler), was forstlich nach Artenvielfalt ruft; intensivster Wildverbiss haben kein Unterholz nachwachsen lassen. Forst- und Waldbesitzer denken bekanntlich in größeren Zeiträumen als andere. Wolfgang v. Diest hat darum das zu viele Rehwild zu reduzieren begonnen und pflegt den Wald. Mitglieder von Bundes- und Landesforstämtern, zahlreiche Waldbesitzer aus nah und fern zählen zu seinen ständigen Exkursionsgästen – und zollen seiner Arbeit höchsten Respekt. Wegen seiner absehbar nachhaltigen Forstbewirtschaftung.

Wenn weitere Teile forstlich gepflegt werden, wird Wolfgang v. Diest wieder das Staatliche Amt für Umwelt und Natur in Ückermünde einbeziehen. Wer jetzt im Elisenhain ist, sieht: solch sorgsame Auslesedurchforstung ist Naturschutz.

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Dr. Edmund von Pechmann idw

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