Schnellwachsende Hartholzpappel?

Würzburger Forscher arbeiten an der Züchtung einer schnell wachsenden Pappel, die aber festeres und wertvolleres Holz bildet als gewöhnliche Pappeln. Pappeln können pro Jahr bis zu 4 Meter wachsen und sind somit als nachwachsender Rohstoff interessant. Am Lehrstuhl für Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik der Universität Würzburg werden die molekularen Grundlagen des Holzwachstums erforscht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass das Holzwachstum wesentlich von bestimmten Proteinen, so genannten Kaliumkanälen, geprägt wird. Sie sorgen dafür, dass der Nährstoff Kalium in der Pflanze kontrolliert transportiert wird. Wurde Pappeln zu wenig Kalium zur Verfügung gestellt, blieben die Fasern und Gefäße des Holzes kleiner und kompakter als bei normaler Kaliumversorgung.

Dieselben Ergebnisse wurden erzielt, wenn bei abgeschnittenen Ästen die Kaliumkanäle blockiert wurden. Unter den verschiedenen Kanälen haben die Forscher eine bestimmte Sorte gefunden, die in den so genannten Strahlzellen vorkommt. Außerdem steuern die Kaliumkanäle wahrscheinlich auch das Absterben der Holzfasern während des Holzwachstums, in dem sie überschüssiges Kalium abgeben. Diese Kaliumkanäle konnten die Würzburger Wissenschaftler mit Hilfe der Fluoreszenztechnik sichtbar machen. Nun arbeiten die Forscher daran, die Bäume genetisch so zu optimieren, dass sie die Kaliumkanäle verstärkt produzieren. Die Bäume würden dann womöglich genauso schnell wachsen, wegen des früheren Absterbens der Poren aber feinporigeres und festeres Holz produzieren.

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Renate Kessen aid infodienst

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