Strom aus Gülle Praktizierter Beitrag zum Klimaschutz

17,3 Mrd. Kubikmeter Biogas könnten theoretisch in Deutschland erzeugt werden, rechnet man das geschätzte Aufkommen an vergärbarem organischem Material aus der Landwirtschaft, den Abfällen der Kommunen sowie den Rückständen der lebensmittelverarbeitenden Industrie zusammen (Stand 2000).

Unter der Annahme, dass 50 Prozent des Ertrags tatsächlich nutzbar sind, ergibt sich eine Gasmenge von 8,7 Milliarden Kubikmeter. Die produzierte Gasmenge entspräche etwa 5,5 Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs.

Der wichtigste ökologische Vorteil der Biogasproduktion ist die Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen. Die Erzeugung von Strom aus Biogas ist CO2-neutral, das heißt, das CO2, das bei der Verbrennung entsteht, wurde vorher der Atmosphäre entzogen.

Durch die Vergärung von Wirtschaftsdüngern wird auch die Emission des klimawirksamen Gases Methan reduziert, das ansonsten unkontrolliert entweicht. Die Vergärung reduziert außerdem die Geruchsentwicklung bei der Lagerung und Ausbreitung von Gülle, weil im Verlauf des Gärungsprozesses die Geruchsstoffe abgebaut und neutralisiert werden.

Für den Bau einer Biogasanlage mit ausschließlicher Güllevergärung ist mit Investitionen von etwa 800 bis 3000 DM pro GV zu rechnen, wobei diese Kosten mit zunehmender Anlagengröße abnehmen.

Im Rahmen des Marktanreizprogramms der Bundesregierung zur Förderung erneuerbarer Energien können auch Biogasanlagen finanziell gefördert werden. Die Förderung erfolgt nach der Menge des zur Verfügung stehenden Gärsubstrats. Basis der Berechnung sind die GV-Zahl und die Fläche, auf der Biomasse für die Vergärung angebaut wird.

Zusammen mit dem Grundsubstrat Gülle können andere organische Stoffe vergoren werden (Ko-Fermentation), um die Biogaserzeugung zu erhöhen. Als landwirtschaftliche Reststoffe eignen sich zum Beispiel Grüngut, Rübenblatt und Kartoffelkraut. Außerdem besteht die Möglichkeit auf Stilllegungsflächen angebaute Biomasse (z.B. Mais) zur Biogasgewinnung zu nutzen.

Nach Art des Substratflusses werden Durchfluss- und Speicheranlagen unterschieden. Etwa 70 Prozent der Anlagen in Deutschland sind Durchflussanlagen. Bei dieser Bauart wird das Substrat dem Faulraum kontinuierlich oder in kurzen Intervallen zugeführt. Für die Verstromung von Biogas werden meist Dieselmotoren nach dem Zuendstrahlverfahren eingesetzt, da sie einen um 30 Prozent höheren Wirkungsgrad und ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis als die Gas-Otto-Benzinmotoren haben.

Weitere Informationen zum Thema Biogas sind nachzulesen in der Broschüre Biogas – eine natürliche Energiequelle Bezug über: BMVEL, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelmstr. 54, 10117 Berlin.

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Dr. Marion Morgner aid-PresseInfo

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