Stürme bedrohen Fichtenbestand – Genforschung hilft

Die heimischen Waldbestände geraten durch den Klimawandel zunehmend unter Stress. Vor allem die Fichte, eine der wirtschaftlich bedeutendsten heimischen Baumarten, wird durch die extremen Wetterverhältnisse stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Austrian Research Centers initiierten gemeinsam mit der österreichischen Forstwirtschaft ein Projekt, um genetisch besser geeignete Fichten zu identifizieren. Diese sollen auch bei zunehmenden Wetterextremen die heimischen Fichtenbestände aufrecht erhalten. Volkswirtschaftliche Schäden und ökologische Katastrophen durch die Schädigung großer Waldflächen sollen so in Zukunft durch DNA Analysen vermieden werden.

Sturmschäden werden zunehmend zum Problem

Die Fichte ist als „Flachwurzler“ gegenüber anderen Baumarten bei starken Stürmen im Nachteil. Windwürfe über weite Flächen sind in den letzten Jahren auch in Österreich immer häufiger geworden. Neben den ökologischen Auswirkungen ist die Forstwirtschaft zunehmend mit den wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimawandels konfrontiert. Bei der Wiederaufforstung nach Naturkatastrophen oder bei naturnahen Bestandserneuerungen soll aber auch in Zukunft nicht auf Fichten verzichtet werden. Um geeignete Bäume zu identifizieren, haben die Austrian Research Centers und die österreichische Forstwirtschaft vor kurzem ein Vorsorgeprojekt gestartet, um Sturm- und Wetterschäden durch die Auswahl geeigneter Bäume in Zukunft zu verringern.

„Genetische Inventur“ der Fichten – sind die Bäume „fit“ für den Klimawandel?
Gemeinsam wird mit dem Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) und mit Unterstützung des Lebensministeriums eine aktuelle genetische Inventur der Fichte basierend auf modernen wissenschaftlichen Grundlagen durchgeführt. Dafür wird die Erbinformation der Fichten extrahiert und analysiert. Anschließend erfolgt in Seibersdorf eine Abschätzung der individuellen Stabilität und der Bestandesfitness unter Berücksichtigung der zunehmenden Umweltveränderungen. Dadurch können Fichten, die laut ihrer genetischen Ausstattung besser für die erwarteten Wetterbedingungen geeignet sind, gezielt ausgewählt und gepflanzt werden. Für die Betriebsleiter der österreichischen Forstwirtschaft steht mit dieser Methode erstmals ein wissenschaftlich fundiertes Auswahlsystem zur Verfügung, dass das Risiko großer Waldschäden effektiv verringern kann.

DNA-Datenbank zum Erhalt des Waldes

Die Austrian Research Centers GmbH haben sich im Laufe der Jahre eine Vorrangstellung in der Bewertung genetischer Ressourcen, insbesondere im Bereich der Forstwirtschaft, erarbeitet. Am Standort Seibersdorf wurde daher auch im Rahmen eines EU-Netzwerkes das weltweit erste und einzige Ressourcenzentrum für Pflanzengene etabliert. Hier werden die DNA Abschnitte von Nutzpflanzen sowohl in einer Datenbank als auch in Form von realen DNA Stücken und Pflanzenteilen erfasst und gelagert. Daher führen die Austrian Research Centers auch das Gemeinschaftsprojekt „Fichte“ mit kompetenten Partnern der österreichischen Forstwirtschaft, dem Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), der FHP – Kooperationsplattform Forst Holz Papier, der LIECO – Liechtenstein Forstpflanzen GmbH und der Österreichischen Bundesforste AG durch. Diese Projektinitiative wird durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft GmbH (FFG) im Rahmen der Basisprogramme zur Unterstützung wirtschaftlich verwertbarer Forschung sowie dem Lebensministerium unterstützt.

Rückfragehinweise:

Mag. Michael H. Hlava
Austrian Research Centers GmbH – ARC
Leiter Corporate Communications
phone +43 (0)50550-2046
mobile +43 (0)664 620 77 66
e-mail michael.hlava@arcs.ac.at
Mag. Silvia Fluch MSc
Austrian Research Centers GmbH – ARC
Biogenetics/Natural resources – PICME, Head of Unit
phone +43 50550 3530
e-mail: silvia.fluch@arcs.ac.at

Ansprechpartner für Medien

Mag. Michael H. Hlava pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.arcs.ac.at

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