Materialwissenschaften

1,7 Mio. Euro für Tennisschläger aus Nanoröhren

Racket stabiler aber nicht schwerer

Dank einer neuen Produktionstechnik könnte sich Andre Agassi in Zukunft einen Tennisschläger um umgerechnet rund 1,7 Mio. Euro kaufen. Forscher der Australian National University (ANU) haben eine neue Methode zur Produktion von mikroskopischen Kohlenstoff-Röhrchen (Bild) vorgestellt, die einen Tennisschläger im Vergleich zu herkömmlichen Rackets zehn Mal stabiler machen soll. Das Gewicht ändert sich nicht.

Karbon-Nanoröhren sind zehn Mal stärker als Karbonfasern. Bislang war die Produktion der Röhrchen in großen Mengen allerdings schwierig. Durch die neue Produktionstechnik ist eine Großproduktion möglich. Damit steigt laut der Online-Ausgabe der australischen Zeitung “The Australian” deren Anwendungspotenzial in allen möglichen Bereichen wie bei Sportausrüstungen, aber auch in der Autoindustrie.

“Nanoröhren aus Karbon werden in kleinen Mengen bereits zur Stärkung einer neuen Serie von Kohlenstofffaser-Rackets eingesetzt. Ein Tennisschläger, der gänzlich aus Karbon-Nanoröhren besteht, würde für die Stabilität und Kraft des Schlägers deutliche Vorteile bringen”, erklärte Ying Chen von der Physical Sciences and Engineering Research School der Uni.

Für die Entwicklung der neuen Technik zur Produktion der Karbon-Nanoröhrchen setzten die Forscher das so genannte Kugelmahlen ein. Dieses Verfahren ist zwar vom Prinzip her nicht neu. Die Technik zur Herstellung nanokristalliner Materialien ermöglicht aber die Energien beim Mahlprozess zu steuern. Durch die Zerkleinerung des Materials können neue Eigenschaften erzeugt werden. “Im Vergleich mit anderen Synthesemethoden bringt das Kugelmahlen den Vorteil, große Materialmengen bei niedrigen Kosten produzieren zu können”, betonte der Materialforscher. Steigt das Produktionsausmaß sinken die Kosten. Dies war laut dem Wissenschaftler auch bei der Produktion von Kohlenstofffasern der Fall.



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