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MittelstandsMonitor 2004 - Chancen zum Aufschwung nutzen

16.02.2004

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Kleine und mittlere Unternehmen starten mit mehr Zuversicht ins neue Jahr


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IfM Mittelstandskonjunktur RWI ZEW

Jährlicher Bericht zu Konjunktur- und Strukturfragen kleiner und mittlerer Unternehmen von Creditreform, IfM Bonn, KfW Bankengruppe, RWI und ZEW.

Nach einer vierjährigen konjunkturellen Schwächephase sowie einer moderaten Verbesserung der Geschäftslage im Schlussquartal 2003 erwarten die deutschen Mittelständler für 2004 eine weitere Aufhellung ihrer wirtschaftlichen Situation. Dies ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen MittelstandsMonitors mit dem Titel "Chancen zum Aufschwung nutzen", den die KfW Bankengruppe gemeinsam mit den Forschungsinstituten IfM Bonn, RWI und ZEW sowie dem Informationsdienstleister Creditreform heute in Frankfurt vorgestellt hat. Der Bericht zu Konjunktur- und Strukturfragen kleiner und mittlerer Unternehmen befasst sich regelmäßig mit der Mittelstandskonjunktur sowie dem Gründungs- und Liquidationsgeschehen. Aktuelle Schwerpunktthemen sind zudem die Beschäftigungsbeiträge kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Technologietransfer aus der Wissenschaft.

Für den MittelstandsMonitor werden die exklusiven, sich gegenseitig ergänzenden Datenbestände von Creditreform, IfM Bonn, KfW Bankengruppe, RWI und ZEW zu einer umfassenden empirischen Basis vereint. Ziel der gemeinsamen Publikation ist es, die Mittelstandsdiskussion zu versachlichen. Neue Erkenntnisse werden im engen Expertenkreis abgeglichen, um sie anschließend der Öffentlichkeit und der Politik in gebündelter Form zu präsentieren.

Die Hauptergebnisse des MittelstandsMonitors 2004 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die konjunkturelle Lage kleiner und mittlerer Unternehmen

Im Jahr 2003 war vor allem die lahmende Binnennachfrage erneut eine Belastung für die kleinen und mittleren Unternehmen. Die tiefe konjunkturelle Schwäche des Mittelstands dauerte, mit Blick auf das Gesamtjahr 2003, das vierte Jahr in Folge an. Im Sog des globalen Aufschwungs nach dem Ende des Irak-Kriegs und dem Abklingen der SARS-Epidemie setzte jedoch gegen Jahresende eine moderate Erholung der Mittelstandskonjunktur ein, die von einer leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Situation im Verlauf von 2003, vor allem aber von vorsichtig optimistischen Erwartungen für 2004 getragen wird.

Mit gut 31 % sind wieder etwas mehr Mittelständler als im Vorjahr (25 %) zu Investitionen bereit; der langjährige Durchschnitt der Investitionsbereitschaft (48 %) wird gleichwohl weiter deutlich verfehlt. Die beteiligten Institute gehen davon aus, dass sich die Mittelstandskonjunktur 2004 im Schlepptau der Gesamtwirtschaft weiter aufhellen wird - allerdings nur langsam und vorerst ohne nennenswerte Beschäftigungsimpulse und mit lediglich maßvollen Zuwächsen bei den Investitionen.

Unternehmensfluktuation - eine Quelle für Wirtschaftsdynamik

Die seit 1999 andauernde Talfahrt bei den Gründungen kam 2002 fast zum Stillstand. Im Jahr 2003 dürfte es nach den vorhandenen Frühindikatoren sogar zu einem Wiederanstieg der Gründungsaktivitäten gekommen sein. Allerdings ist der Stopp des Abwärtstrends hauptsächlich auf die positive Entwicklung im Handel zurückzuführen. Dagegen gehen die Gründungen in technologieintensiven Branchen weiterhin mit am stärksten zurück. Ein Teil des wieder lebhafteren Gründungsgeschehens dürfte durch die enorme Zunahme der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit (Ich-AG, Überbrückungsgeld) zu erklären sein.

Der seit 1999 anhaltende Rückgang der Marktaustritte ostdeutscher Unternehmen wird vor allem auf die dort seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre abnehmende Gründungsdynamik zurückgeführt. Wenn weniger Unternehmen gegründet werden, dann ist eben auch die Zahl derer, die scheitern, geringer. In Westdeutschland ist erstmals seit 1999 wieder eine Zunahme der Liquidationen zu beobachten. Allerdings ist der Anstieg nicht so stark wie bei den Insolvenzen - der in der Öffentlichkeit zumeist am stärksten beachteten Teilmenge der Liquidationen -, die im vergangenen Jahr erneut zugenommen haben und historische Höchststände verzeichneten. Hauptgrund hierfür dürfte die neue Insolvenzordnung sein, welche einen erleichterten Zugang zum Insolvenzverfahren für natürliche Personen mit sich bringt. Das neu eingeführte Instrument "Insolvenzplan", das vom Gesetzgeber zur Verbesserung der Sanierungsmöglichkeiten von Unternehmen geschaffen wurde, wird jedoch bislang kaum genutzt.

Der Beschäftigungsbeitrag kleiner und mittlerer Unternehmen

Umfassende Angaben zur Beschäftigung liegen nur für Betriebe, jedoch nicht für Unternehmen vor. Knapp 80 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeiten in einem mittelständischen Betrieb. In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung kleiner und mittlerer Betriebe als Arbeitgeber gewachsen: In Westdeutschland stieg der Prozentsatz der im Mittelstand Beschäftigten zwischen 1991 und 2002 von 72 % auf 77 % an, in Ostdeutschland sogar von unter 60 % auf 86 %. Gerade große Unternehmen bestehen aber vielfach aus meh reren Betrieben, so dass die Analyse auf Betriebsebene die Beschäftigungsanteile kleiner und mittlerer Unternehmen nur unzureichend wiedergeben kann....

Auf der Basis von Analysen zusätzlicher Daten gehen die am MittelstandsMonitor beteiligten Institute von einem tatsächlichen Beschäftigungsanteil kleiner und mittlerer Unternehmen zwischen 60 % und 74 % aus. Neue Arbeitsplätze werden zu 70 % von neu gegründeten Betrieben und Kleinbetrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern geschaffen. Arbeitsplatzabbau hingegen geht lediglich zu rund 60 % auf deren Konto. In den zurückliegenden Jahren haben netto nur neu gegründete und kleine Betriebe (sozialversicherungspflichtige) Arbeitsplätze geschaffen.

Technologietransfer zwischen Hochschulen/Forschungseinrichtungen und dem Mittelstand

Häufig wird kritisiert, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen nur schwer oder gar keinen Zugang zum Wissen von Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen haben. Diese Meinung wurde im Rahmen des MittelstandsMonitors mit einer empirischen Befragung unter 582 kooperationserfahrenen Professoren und Institutsleitern einer Überprüfung unterzogen.

Es zeigt sich, dass in diesen Hochschulen und Forschungseinrichtungen grundsätzlich eine relativ große Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Mittelstand anzutreffen ist. Und im Technologie- und Wissenstransfer ist der Mittelstand durchaus präsent. Unterschiede bestehen in der Motivation von Hochschulen und Instituten für die Kooperation: Von der Zusammenarbeit mit Großunternehmen versprechen sie sich v. a. eine Steigerung der Reputation sowie eine Verbesserung der finanziellen Situation. Die Kooperation mit dem Mittelstand ist deshalb attraktiv, weil mit diesem Partner interessante Forschungsvorhaben in vergleichsweise kurzer Zeit durchgeführt werden können.

Obwohl die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen/Forschungseinrichtungen und -insbesondere der mittelständischen - Wirtschaft von kooperationserfahrenen Wissenschaftlern und Unternehmen als relativ reibungslos und erfolgreich beurteilt wird, partizipieren dennoch bislang nur vergleichsweise wenige kleine und mittlere Unternehmen am Wissenstransfer. Wenn es gelingt, dieses Defizit abzubauen, können bisher ungenutzte Potenziale für Innovationen und Wachstum erschlossen werden.

Christine Volk | Quelle: KfW
Weitere Informationen: www.kfw.de

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