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Wissenschaftler untersuchen neue Möglichkeiten der Schuldnerberatung

01.09.2009
Im Zuge der aktuellen Wirtschaftskrise ist damit zu rechnen, dass die Überschuldung von Privathaushalten in Deutschland weiter zunehmen wird.

Dabei übersteigen Bedarf und Anforderungen schon jetzt die Möglichkeiten konventioneller Schuldner- und Verbraucherberatungen.

So sind in Berlin Wartezeiten von bis zu einem Jahr üblich. Anhand eines Modellprojektes untersuchen Sozialwissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Universität Potsdam bis 2011 neue Ansätze der Schuldnerberatung.

In zwei exemplarisch ausgewählten Stadtteilen Berlins, Neukölln und Lichtenberg, sind Modellberatungsstellen eingerichtet worden. Diese Modellberatungen sollen daraufhin untersucht werden, wie mit veränderten Konzepten, professionellen Verfahrensweisen und organisatorischen Vorkehrungen der zunehmenden Ver- und Überschuldung von Privathaushalten wirksam und dauerhaft begegnet werden kann.

Gegenüber der klassischen Beratung unterscheidet sich deren Arbeitsweise vor allem in zwei Bereichen. In Fragen von Haushaltsschulden sollen die Klienten schnell und umfassend beraten werden. Und bei der Erarbeitung individueller Lösungsstrategien arbeiten die Modellberatungsstellen eng mit Unternehmen der Grundversorgung (Energie, Gas, Wasser, Wohnen) zusammen.

Das Forschungsprojekt untersucht die Kontextbedingungen, die Organisations- und Arbeitsweisen sowie die Wirkungspotenziale neuer Ansätze in der Schuldnerberatung. Besondere Aufmerksamkeit wird im Rahmen der Untersuchung der Zusammenarbeit zwischen privatgewerblichen Unternehmen der Grundversorgung und Non-Profit-Organisationen im Bereich sozialer Dienstleistungen zukommen.

Auftraggeber ist die gemeinnützige Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung. Sie erhofft sich eine wissenschaftlich begründete Expertise für eine zukunftsorientierte Professionalisierung und Organisationsentwicklung in der Schuldnerberatung. Geleitet wird das Modellprojekt von Holger Backhaus-Maul (MLU) und Dr. Karsten Speck (Universität Potsdam) unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Martin Kunze.

Ansprechpartner zu dieser Pressemitteilung
Martin Kunze
Telefon: 0345 55 23804
E-Mail: martin.kunze@paedagogik.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de
http://www.philfak3.uni-halle.de/paedagogik/rvo/forschung/#anchor2204034

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