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Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft schaffen mehr Arbeitsplätze als andere Gründungen

23.04.2013
Bei Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft (Wissenschafts-Spinoffs) liegt das Beschäftigungswachstum pro Jahr durchschnittlich um 3,4 Prozentpunkte höher als bei anderen Gründungen in wissensintensiven Wirtschaftszweigen (forschungsintensive Industrie und wissensintensive Dienstleistungen).

Dies zeigt eine Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Sie analysiert mehr als 20.000 Unternehmensgründungen in wissensintensiven Wirtschaftszweigen der Jahre 1996 bis 2000.

Wissenschafts-Spinoffs sind Unternehmensgründungen, an denen mindestens eine Person beteiligt ist, die zuvor in einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung gearbeitet hat oder die während der Unternehmensgründung noch in einer Wissenschaftseinrichtung beschäftigt war. Aufgrund ihres Wachstumsvorsprungs leisten Wissenschafts-Spinoffs einen höheren Beitrag zur Schaffung neuer Arbeitsplätze: Sie weiten ihre Beschäftigung in den ersten Jahren nicht nur rascher aus als andere Unternehmensgründungen, sondern sie beschäftigen von Anfang an eine größere Anzahl von Personen, so die ZEW-Studie.

So sind bei ihnen im ersten Geschäftsjahr im Mittel 6,8 Personen (Vollzeitstellen, inklusive Inhaber) tätig, bei anderen Unternehmensgründungen in wissensintensiven Wirtschaftszweigen hingegen 5,1 Personen. Im sechsten Geschäftsjahr beträgt dieser Unterschied aufgrund des höheren Beschäftigungswachstums der Wissenschafts-Spinoffs bereits 4,4 Vollzeitstellen. Bei rund 1.200 Wissenschafts-Spinoffs in Deutschland pro Jahr entspricht dies zusätzlich etwa 5.300 Arbeitsplätzen je Gründungsjahrgang.

Um zu untersuchen, ob Wissenschafts-Spinoffs eine bessere Performance zeigen, hat das ZEW das Beschäftigungswachstum von mehr als 20.000 Unternehmensgründungen in wissensintensiven Wirtschaftszweigen in den ersten Jahren nach der Gründung betrachtet. Die Stichprobe war dem Mannheimer Gründungspanel des ZEW entnommen, einem Datensatz, der beinahe alle Unternehmensgründungen in Deutschland seit dem Jahr 1989 umfasst und auf Informationen der Kreditauskunftei Creditreform beruht. Der Einfluss anderer Größen auf das Unternehmenswachstum - etwa das Vorliegen eines Patents, die Durchführung von Forschung und Entwicklung im neu gegründeten Unternehmen oder die Qualifikation der Mitarbeiter - wurde ebenfalls in den Modellrechnungen des ZEW berücksichtigt.

Wissenschafts-Spinoffs werden häufig als ein effektiver Weg angesehen, um Forschungsergebnisse wirtschaftlich anzuwenden und erfolgreich zu kommerzialisieren. Dabei wird selten beachtet, dass Wissenschafts-Spinoffs höhere soziale Kosten verursachen als Unternehmensgründungen durch Ausbildungsabgänger oder in der Privatwirtschaft Beschäftigte. Denn bei Wissenschafts-Spinoffs kann das in der Wissenschaft erarbeitete Wissen verloren gehen: Anstelle einer Veröffentlichung von Forschungsergebnissen mit positiven Spillover-Effekten tritt die rein private Nutzung. Um diese höheren sozialen Kosten auszugleichen, müssten Wissenschafts-Spinoffs höhere soziale Erträge produzieren, indem sie eine bessere Performance aufweisen.

Für Rückfragen zum Inhalt:
Dr. Christian Rammer, Telefon 0621/1235-184, E-Mail rammer@zew.de

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://www.zew.de/publikation6883

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