Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UDE-Institut untersucht interne Personalvermittlung - Machtspiele um Ressourcen

24.04.2012
Interne Personalvermittlungen sind in der deutschen Wirtschaft inzwischen weit verbreitet. Diese Abteilungen gelten als effektives Instrument, um Entlassungen zu vermeiden.
Ihr Erfolg wird vielfach von Machtspielen und Verhandlungsprozessen im Unternehmen bestimmt: Je mehr Einfluss sie auf Stellenabbau, Versetzungen und Neueinstellungen nehmen können, desto erfolgreicher wirken sie, zeigt ein aktueller Report aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Personalvermittlungsabteilungen (PVA) gibt es vor allem in Großunternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern, stellten die IAQ-Wissenschaftler Claudia Niewerth und Gernot Mühge fest. 8,3 Prozent der Betriebe dieser Größenklasse mit rund einem Viertel aller Beschäftigten haben solche internen Arbeitsämter eingerichtet. Betreut werden oft jene, deren Arbeitsplatz weggefallen ist (48,3 Prozent), gefolgt von den freiwilligen Wechslern (23,7 Prozent) und den gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern (20 Prozent). Die übrigen Gruppen – Auszubildende nach Berufsabschluss, Berufsrückkehrer usw. – machen nur einen Anteil von etwa 8 Prozent aus.

Die internen Arbeitsvermittler haben mit einem „Basisdilemma“ zu kämpfen: Beim Stellenabbau werden gerne diejenigen abgegeben, denen das örtliche Management die geringste Produktivität zuschreibt. Dagegen gelten in der Stellenbesetzung umgekehrte Kriterien: hier wird eine Bestenauswahl durchgeführt, die sich streng an positiven Leistungsprinzipen orientiert. Die Personalvermittler müssen versuchen, entgegen den Produktivitätskriterien und -interessen gute Teilnehmer im Stellenabbau zu gewinnen und diese auf offene Stellen zu versetzen. In diesen Machtspielen haben die Akteure der PVA, Abteilungsleiter und Personalverantwortlichen eine Schlüsselrolle.

„In diesem Basisdilemma sind die Ressourcen entscheidend“, haben die IAQ-Forscher anhand von Fallbeispielen und statistischen Auswertungen festgestellt. Zu diesen Ressourcen der PVA gehören etwa feste Regeln für den innerbetrieblichen Arbeitsmarkt, die Kontrolle der internen Ausschreibungen, der Rückhalt durch die Unternehmensspitze, ausreichende Räume oder einfach Geld, mit dem Versetzungen in Abteilungen „erkauft“ werden können. „Personalvermittlungsabteilungen sollten kontinuierlich organisationale Ressourcen aufbauen, um die Leistungsprinzipien in der Personalauswahl zu Gunsten ihrer Teilnehmer abzuschwächen“, raten die IAQ-Wissenschaftler. „In der Praxis, das wissen wir aus unseren Falluntersuchungen und unseren Befragungen, sind PVA darin durchaus erfolgreich und stellen damit ein sinnvolles Instrument zur internen Bewältigung von Stellenabbau dar.“

Aktuelle Projektergebnisse werden auf einer Fachtagung „Beschäftigungssicherung durch interne Personalvermittlung“ am 14./15. Juni in Frankfurt/Main vorgestellt (http://www.bops-projekt.de/?c=projekt)
Weitere Informationen: http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2012/report2012-02.php
Gernot Mühge, gernot.muehge@uni-due.de; Claudia Niewerth, Tel. 0203/379-2391, claudia.niewerth@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de

Katrin Koster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie