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Kreditkartenschulden belasten gestresste Banken

11.05.2009
Steigende Arbeitslosigkeit erhöht Ausfallrisiken auf über 20 Prozent

Das Platzen der Kreditkartenblase dürfte kaum mehr aufzuhalten sein. Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit sehen sich besonders US-Banken höheren Ausfallrisiken gegenüber als bislang.

"Millionen von US-Amerikanern werden nicht mehr in der Lage sein, ihre Schulden abzuzahlen", schreibt die New York Times unter Berufung auf Experten. Während sich die Institute noch vom Zusammenbruch des Immobilienmarkts zu erholen suchen, reiße das in den Staaten bisher übliche Leben auf Pump ein neues Loch in ihre Bilanzen.

Zwar seien "mit Sicherheit nicht alle verschuldeten US-Haushalte davon bedroht, die ausstehenden Schulden nicht mehr begleichen zu können", hatte Stefan Kooths, Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de , gegenüber pressetext erklärt. Wie im Zuge der Banken-Stresstests erhoben wurde, dürften sich in den kommenden beiden Jahren dennoch über 20 Prozent der Schuldbestände auf Kreditkarten als "faul" erweisen.

Wenngleich der angebliche Banken-Kapitalbedarf in Höhe von 75 Mrd. Dollar zwischen den angeschlagenen US-Häusern und den Behörden ausverhandelt worden sein soll, warnen die Stresstests vor einem wirtschaftlichen "Worst-Case-Szenario". So seien die Testergebnisse frisiert worden, wie US-Medien zum Wochenende berichteten. Die Märkte seien dadurch einer nunmehr noch größeren Verunsicherung ausgesetzt als ohnehin bereits der Fall.

Den Tests zufolge müssten die 19 größten US-Finanzinstitute dennoch bis Ende 2010 aufgrund von Kreditkarten-Zahlungsausfällen mit einer Summe von 82,4 Mrd. Dollar an Verlusten rechnen. Sollte sich die ökonomische Situation jedoch weiter verschärfen und die Arbeitslosenrate die Marke von zehn Prozent durchbrechen, könnten uneinbringbare Schuldbestände dieses Level sogar noch übersteigen. Dabei kletterte die Quote mit 539.000 zusätzlichen Arbeitslosen zuletzt erneut auf ein Rekordniveau von 8,9 Prozent.

Bei Finanzkonzernen wie American Express oder Capital One Financial betrage der Anteil potenziell fauler Kreditkartenschulden rund 20 Prozent der Bestände. Institute wie die Bank of America, die Citigroup oder JPMorgan Chase seien mit rund 23 Prozent noch stärker betroffen. Dabei könnten die düsteren Prognosen der US-Regierung der Beratungsfirma Oliver Wyman zufolge sogar deutlich untertrieben sein, da die Stresstests lediglich direkte in den Bilanzen enthaltene Kreditkartenschulden berücksichtigen.

Jene Mrd.-schweren Schuldbestände, die in Anleihen gebündelt wurden, seien daraus hingegen ausgeklammert. Allein bei den größten US-Banken seien bis Ende 2010 daher Verluste von bis zu 141,5 Mrd. Dollar möglich. Die gesamte Kreditkartenindustrie könnte mit über 186 Mrd. Dollar noch deutlich darüber hinausschießen.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.diw.de

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