Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleinbanken stehen vor Verkaufswelle

25.03.2009
Neue Ordnung als positives Signal an den Markt

Die deutschen Großbanken haben bereits im Vorjahr einen deutlichen Konsolidierungsprozess durchlaufen. Nunmehr soll eine Verkaufswelle auf die kleineren Institute und Privatbanken zurollen.

Einem Bericht des Handelsblatts zufolge ist die so entstehende Neuordnung des Bankengefüges als positives Signal an den Markt zu werten. Mit den Verkäufen kann das Management dem Markt und den Analysten relativ schnell zeigen, dass man mit der Restrukturierung ernst macht, äußern sich Investmentbanker.

Viele betroffene Eigentümer wie etwa Großbanken ziehen sich aufgrund des Bedarfs an Sondereinkünften angesichts der Finanzkrise auf ihr Kerngeschäft zurück, weshalb zumindest einzelne Sparten zur Übernahme angeboten werden. Dabei ist die Zeit für Veräußerungen aus Sicht der Verkäufer mehr als ungünstig.

"Der Konsolidierungsdruck bei deutschen Banken hat sich in den vergangenen Jahren eher in Form von Fusionen bei Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen gezeigt als bei Privatbanken. Insgesamt hat sich die Bankenlandschaft stark verändert", meint eine Branchenkennerin im Gespräch mit pressetext. Während 1997 bundesweit noch 3.870 Institute gezählt wurden, waren es zehn Jahre später nur mehr 2.277.

Am stärksten seien Realkreditinstitute von den Veränderungen betroffen gewesen. "Derzeit steht das Thema eindeutig im Fokus der Finanzkrise und der Marktkapitalisierung der Häuser. Zwar sind Klein- und Privatbanken bisher besser durch die Krise gekommen als Großbanken. Von einer weiteren Marktkonsolidierung ist dennoch auszugehen", so die Expertin gegenüber pressetext. Wichtig für die Kleinbanken sei ein eigenständiges Geschäftsmodell. So hätten etwa Institute, die sich auf das Kundengeschäft spezialisiert haben, höhere Überlebenschancen.

Die deutsche Bankenlandschaft ist mit einem Anteil von rund 55 Prozent stark von Kreditgenossenschaften gekennzeichnet. Der überwiegende Großteil davon besteht dem Bundesverband deutscher Banken nach jedoch aus vergleichsweise kleinen Instituten. Knapp die Hälfte aller Kreditgenossenschaften hätten eine Bilanzsumme von weniger als 250 Mio. Euro. Bei der großen Zahl sehr kleiner Institute sei der Zwang zur Konsolidierung im Genossenschaftssektor folglich besonders groß. Von rund 800 Instituten, die seit Beginn dieser Dekade geschlossen wurden, entfielen 560 auf diese Bankengruppe.

Bankenverkäufe bzw. die Veräußerung einzelner Sparten ist für ihre Eigentümer derzeit allerdings mehr als schwierig. Einerseits sind die am Markt gebotenen Preise niedrig und Verkäufer müssen mit vergleichsweise ungünstigen Übernahmekonditionen rechnen. Darüber hinaus ist die Bereitschaft zum Kauf aufgrund der Branchenkrise generell auf einem Tiefpunkt. Potenzielle Interessenten mit angemessenen Angeboten seien derzeit rar gesät. Besonders gegenüber Privatbanken, die über stabile Geschäftsmodelle verfügen und sich von den Marktturbulenzen weitgehend abkoppeln konnten, sei Skepsis eher unangebracht. Im Vergleich zu anderen Bankengruppen könnten sie sich daher behaupten und würden trotz generell gesunkener Preise höhere Übernahmeangebote erhalten.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bankenverband.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie