Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW-Blitzbefragung: Keine Kreditklemme zum Jahreswechsel

12.02.2010
  • Keine flächendeckende Kreditklemme, aber Unternehmen klagen über "deutliche" Schwierigkeiten, langfristige Kredite zu erhalten
  • Fast alle Unternehmen haben ihre Investitionspläne verringert oder verschoben
  • Erwartungen zur Kreditvergabe in den kommenden Monaten wieder so schlecht wie vor einem Jahr
  • Indizien für schlechte Kreditverfügbarkeit für kleine und mittlere Unternehmen im Jahr 2010

Die Unternehmen in Deutschland hatten zur Jahreswende 2009/2010 nach wie vor deutliche Schwierigkeiten, langfristige Kredite für ihre Investitionen zu erhalten. Eine flächendeckende Kreditklemme indes lag auch zum Jahreswechsel nicht vor: 83 % der der Befragten gaben an, dass Unternehmen mit einer durchschnittlichen Bonität kein grundsätzliches Problem hatten, eine Finanzierung zu erhalten. Im August 2009 lag dieser Wert noch bei 79 %. Dies ergab die vierte Blitzbefragung der KfW Bankengruppe von Finanzierungsexperten aus den Verbänden der deutschen Wirtschaft zur Kreditvergabe in Deutschland.

Im Einzelnen berichteten 44 % der Experten von einem schwieriger gewordenen Zugang zu Investitionskrediten. Damit hat sich dieser Anteil gegenüber der letzten Befragung nur leicht um drei Prozentpunkte erhöht. Die Gründe hierfür waren vor allem die gestiegenen Anforderungen an die Sicherheiten (75 %) sowie höhere Zinsen (67 %). Über 90 % der Experten gaben außerdem an, dass aufgrund der schwierigen Finanzierungs- und Wirtschaftslage Unternehmen ihre geplanten Investitionen verringert oder verschoben haben. "Die Tatsache, dass Unternehmen ihre Investitionen deutlich senken ist höchst problematisch, denn zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands benötigen wir diese dringend - gerade auch von kleinen und mittleren Unternehmen", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Problematischer - als die aktuelle Lage vermuten lassen würde - wurden von den Verbänden allerdings die Erwartungen für die nächsten drei Monate beurteilt: 75 % der Verbände gaben im Dezember 2009 an, dass sie eine Verschlechterung der Kreditvergabe erwarten; kein Verband ging von einer Verbesserung aus.

Damit sind die Erwartungen - nach einer deutlichen Verbesserung im vergangenen Frühling - das zweite Mal in Folge negativer ausgefallen und haben sogar das Anfangsniveau 2009 wieder erreicht.

Die Ergebnisse der Blitzbefragung werden durch eine ökonometrische Analyse auf Basis des KfW-Mittelstandspanels bestätigt. Die Studie "Gibt es eine Kreditklemme im Mittelstand?", die ebenfalls aktuell veröffentlicht wurde, zeigt, dass für das Jahr 2009 bei kleinen und mittleren Unternehmen keine Kreditklemme vorlag und der beobachtete Anstieg der Kreditablehnungsquote dem schlechten konjunkturellen Umfeld und nicht einem außergewöhnlich restriktiven Kreditangebotsverhalten der Banken geschuldet war. Allerdings liefern die Auswertungen auch Indizien dafür, dass im Jahr 2010 die Kreditverfügbarkeit für kleine und mittlere Unternehmen deutlich schwieriger werden könnte. "Die zentrale Herausforderung für dieses Jahr ist daher die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung, denn eine unzureichende Kreditversorgung wäre eine erhebliche Belastung für den Fortgang der im Jahr 2010 ohnehin fragilen wirtschaftlichen Erholung", sagt Dr. Norbert Irsch.

An der Blitzbefragung der KfW Bankengruppe nahmen folgende 16 Verbände teil: AGA Unternehmensverband - Großhandel - Außenhandel - Dienstleistung e. V. (AGA), Bundesverband der Deutschen Industrie e.
V. (BDI), Bundesverband der freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V. (BFW), Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels e. V. (BGA), Bundesverband Druck und Medien e. V.
(BVDM), Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM), Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V., Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V.
(HVBI), Handelsverband Deutschland (HDE) - der Einzelhandel, SACHSENMETALL Unternehmensverband der M+E-Industrie Sachsen e. V., Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e. V. (VBM), Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA), Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. (UVB), Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e. V. (WSM), Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH), Zentralverband

Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI).

Service:

Die Ergebnisse der "KfW-Blitzbefragung zur Finanzierungssituation deutscher Unternehmen" ist online abrufbar unter http://www.kfw.de unter dem Navigationslink "Research". Hier findet sich ebenfalls der neu erschienene Aufsatz "Gibt es eine Kreditklemme im Mittelstand?", in dem der Kreditzugang für kleine und mittlere Unternehmen im Zeitraum von 2004 bis 2009 untersucht wurde.

Wolfram Schweickhardt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE