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Wann haben Start-ups eigentlich Zeit für Strategiemeetings?

09.09.2009
Studenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) erweitern ihr Entrepreneurship-Wissen durch die Citi-Master Class in Effective Entrepreneurship

"Von acht bis 18 Uhr läuft üblicherweise die Umsetzungszeit in Start-ups. Erst dann haben die Führungskräfte junger Unternehmen Zeit, sich um strategische Fragen zu kümmern." Was auf den ersten Blick banal scheint, gehört mit zu den wertvollen Hinweisen, welche die angehenden Unternehmer Philipp Legge (25) aus dem M.Sc. in Management-Programm und Janis Münch (28) und Erik Pfannmöller (24), beide aus dem Diplom-Programm der Handelshochschule Leipzig (HHL), innerhalb der Citi-Master Class in Effective Entrepreneurship aufgenommen haben.

Im Juni und Juli hatte die American Academy in Berlin gemeinsam mit der Citigroup erstmals eine Veranstaltung zur Förderung des Unternehmertums (Entrepreneurship) durchgeführt. Zwei Wochenenden lang diskutierten 24 ausgewählte Studenten aus verschiedenen Fachbereichen mit führenden Vertretern der Wirtschaft über Chancen und Herausforderungen des Unternehmertums. Sie gewannen Einblicke in das unternehmerische Handeln in Start-ups und Konzernen, diskutierten die Erfolgsfaktoren im E-Commerce Geschäft und befassten sich mit der Relevanz von sozial verantwortlichem Unternehmertum.

Zu dem Wirtschaftspersönlichkeiten, die an dieser Veranstaltung teilgenommen haben, zählten u.a. Maurice Thompson, Vorstandsvorsitzender der Citigroup Global Markets Deutschland, der Zehnkampf-Goldmedalliengewinner bei den Olympischen Spielen Christian Schenk, der Präsident der American Chamber of Commerce, Fred Irwin, oder auch Prof. Benjamin M. Friedman von der Harvard University sowie Prof. Utz Claassen, Principal Senior Advisor von Cerberus Capital Management.

Von Experten und Kommilitonen lernen / Investorenpräsentation für Unternehmen im Gesundheitsbereich

"Wir waren sehr gespannt, was auf uns zukommt - und alle Erwartungen wurden übertroffen! Der enge Kontakt und der Austausch mit den Rednern war sehr bereichernd", sagt Janis Münch. Philipp Legge, der derzeit seine Master-Abschlussarbeit über einen Geschäftsplan für fairix.de, einem Online-Marktplatz für nachhaltige Produkte, schreibt, fügt hinzu: "Besonders beeindruckt waren wir von dem Workshop, der von Jörg Rheinboldt und Niko Wäsche angeboten wurde. Durch den Mitgründer und Investor von eBay Deutschland haben wir im Rahmen einer realitätsnahen Investorenpräsentation für ein fiktives B-to-C-Gesundheits-unternehmen sehr viel gelernt." Erik Pfannmöller sagt, dass auch die Interaktion mit den anderen Studenten sehr interessant und hilfreich war, zumal die American Academy viel Wert auf einen guten Mix gelegt hat und ein Großteil der Studenten aus nicht-betriebswirtschaftlichen Bereichen kam. "Uns war es sehr wichtig, dass wir verschiedene Perspektiven in die Citi-Master Class mit einbringen. Daher haben wir bei der Auswahl der Referenten und Studenten darauf geachtet, ein möglichst breites Spektrum an Hintergründen abzudecken", so Gary Smith, Executive Director der American Academy. Dieser Ansatz war erfolgreich, wie alle drei HHL-Studenten begeistert bestätigen. Janis Münch: "Für die Citi-Master Class habe ich sogar meinen Examens-Abschlussfahrt verschoben. Diese Möglichkeit war einfach zu gut, um sie nicht wahrzunehmen und ich würde es jederzeit wieder so machen."

Die American Academy
Die American Academy in Berlin wurde 1994 gegründet, um aufbauend auf den einzigartigen kulturellen, sozialen und politischen Beziehungen zwischen Berlin und den USA den transatlantischen Dialog zu fördern. In diesem Sinne vergibt die Academy Stipendien an amerikanische Wissenschaftler, Autoren und Künstler. Die Academy ermöglicht ihnen, für ein Semester in ihrem Hans Arnhold Center am Berliner Wannsee an ihren Projekten zu arbeiten und gleichzeitig die kulturelle Vielfalt Berlins erleben zu können. Ebenso lädt die Academy führende amerikanische Politiker, Experten und Journalisten für Kurzbesuche nach Berlin ein, um einen kontinuierlichen und nachhaltigen Meinungsaustausch zwischen Berlin, Deutschland und den USA zu fördern.
Die Gründerschmiede HHL
Mit über 80 Gründungen, die in den letzten zehn Jahren von HHL-Absolventen ausgegangen sind, hat sich Deutschlands erste Adresse für den Management-Nachwuchs auch zu einem sehr erfolgreichen Inkubator für Unternehmensgründungen entwickelt. Prominente Beispiele sind die Gewinner des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs SunCoal Industries, der KfW Gründerchampion Gollmann Kommissioniersysteme oder auch die Leipziger Unternehmen Spreadshirt und billigflieger.de. Laut einer Umfrage im Sommer 2008 unter den Gründern konnten durch ihr unternehmerisches Engagement bereits über 1.500 Arbeitsplätze geschaffen werden, davon allein 500 in der Region Leipzig/Halle.

Verantwortlich für die Gründer-Ausbildung an der HHL ist Dr. Stephan Stubner, Akademischer Direktor des Programms "International Entrepreneurship" am Lehrstuhl für Strategisches Management. Zu der Anzahl von Gründern, die ihr Studium an der HHL abgeschlossen haben, sagt er: "Das ist im Schnitt jeder 20. Student, der die HHL verlassen hat." Die Absolventen würden lukrative Karrieren in Beratungen und Banken ausschlagen und eigene Firmen gründen: Im Studium bekämen sie schnell mit, dass Unternehmer viel selbstbestimmter arbeiten können und dabei die Chance auf mehr Verdienst haben als Angestellte. Die Ausbildung zukünftiger Unternehmer läuft laut Stubner nicht nur theoriebezogen. "Wir laden viele Vertreter aus der Praxis wie beispielsweise aus Risikokapitalgesellschaften ein und ermöglichen so den direkten Dialog mit der Praxis. Neben dem umfangreichen Lehrprogramm coachen wir die Studenten z.B. in Kooperation mit der Initiative Smile.medibiz und stellen bei Bedarf unsere Netzwerke zur Verfügung. Was uns besonders freut: Viele Gründer engagieren sich als Mentor und unterstützen dadurch unsere aktuellen HHL-Studenten bei ihren eigenen Gründungsvorhaben."

Handelshochschule Leipzig (HHL)
Die HHL, 1898 als Handelshochschule Leipzig entstanden und 1992 neu gegründet, ist Deutschlands älteste betriebswirtschaftliche Hochschule und zählt heute zu den führenden Business Schools. Die HHL ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht. Neben der Internationalität spielt an der HHL die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. Darüber hinaus ist es das erklärte Ziel der HHL, durch einen "Integrated Management"-Ansatz leistungsfähige, verantwortungsbewusste und unternehmerisch denkende Führungspersönlichkeiten auszubilden. Die HHL bietet den 18-monatigen Master-Studiengang in Management (M.Sc.) an. Darüber hinaus kann an der HHL der 18-monatige (bzw. 24-monatige berufsbegleitende) Master-Studiengang in General Management (MBA) belegt werden. Ein dreijähriges Promotionsprogramm, das auch berufsbegleitend absolviert werden kann, rundet das Studienangebot der HHL ab. Mit der HHL-Tochtergesellschaft HHL Executive GmbH werden firmenspezifische und offene Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte angeboten. Im April 2004 erhielt die Hochschule die Akkreditierung durch AACSB International und hat diese als erste deutsche Hochschule im April 2009 durch eine Reakkreditierung bestätigen können.

Volker Stößel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hhl.de/entrepreneurship

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