Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großunternehmen weiten Innovationsbudgets kräftig aus

11.02.2013
Die Innovationsausgaben der Unternehmen in Deutschland stiegen im Jahr 2011 um 9,2 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 131,9 Milliarden Euro.

Die Zunahme konzentrierte sich allerdings auf die Großunternehmen. Trotz der stabilen Konjunktur hielten sich die kleinen und mittleren Unternehmen bei Innovationsaktivitäten zurück. So sank der Anteil der Unternehmen, die Innovationen eingeführt haben, auf unter 40 Prozent.

Der mit neuen Produkten erzielte Umsatzanteil erreichte im Jahr 2011 14,2 Prozent und blieb damit leicht unter dem Vorjahreswert. Dies sind wesentliche Ergebnisse der jetzt veröffentlichten "Innovationserhebung für Deutschland 2012".

Die "Innovationserhebung für Deutschland 2012" wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung sowie infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft durchgeführt.

Innovationsausgaben so hoch wie nie

Die Unternehmen der deutschen Wirtschaft gaben im Jahr 2011 insgesamt 131,9 Milliarden Euro für Innovationsaktivitäten aus. Damit lag das Innovationsbudget der deutschen Wirtschaft um 1,9 Milliarden Euro über den Planwerten für 2011 aus der Vorjahreserhebung. Den größten Ausgabenzuwachs verzeichneten die Unternehmen der forschungsintensiven Industrie und der sonstigen Industrie. So trugen insbesondere der Fahrzeugbau und die Elektroindustrie kräftig zur Ausweitung des Innovationsbudgets bei. Darüber hinaus ging das Budgetwachstum vor allem auf das Konto der Unternehmen des Maschinenbaus, der Chemie- und Pharmaindustrie sowie des Energiesektors. Hohe Innovationsausgaben sind eine Voraussetzung dafür, später mit neuen Produkten und verbesserten Verfahren erfolgreich zu sein und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.

Hinweis zu den Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft:
Innovationsausgaben umfassen alle Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) sowie zusätzlich Ausgaben für Maschinen, Geräte, Software, gewerbliche Schutzrechte, Weiterbildung, Marketing, Design, Konstruktion und sonstige Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung von Produkt- und Prozessinnovationen. Die gesamten Innovationsausgaben sind rund doppelt so hoch wie die Ausgaben für FuE.

Weiterer Anstieg der Innovationsbudgets 2012 und 2013 erwartet
Die von den Unternehmen im Frühjahr und Sommer 2012 angegebenen Planzahlen lassen erwarten, dass die Innovationsausgaben 2012 und 2013 weiter zunehmen werden. Voraussichtlich 138,0 Milliarden Euro werden die Unternehmen im Jahr 2012 in Innovationsaktivitäten stecken. 2013 ist ein weiterer Zuwachs auf dann 140,7 Milliarden Euro wahrscheinlich.

Innovationsbeteiligung geht zurück
"Innovatoren" sind Unternehmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben. Ihr Anteil an allen Unternehmen sank im Jahr 2011 auf 39,5 Prozent. Damit liegt dieser Anteil um drei Prozentpunkte unter dem bereits niedrigen Niveau der Jahre 2009 und 2010. Besonders geringe Innovatorenquoten weisen die Unternehmen der Branchen Bergbau- und Energieversorgung, Wasserversorgung und Entsorgung sowie das Transportgewerbe auf. Besonders hohe Innovatorenquoten verzeichnen dagegen die Unternehmen in Branchen wie EDV/ Telekommunikation, der Chemie- und Pharmaindustrie sowie im Maschinenbau und der Elektroindustrie.

Keine Ertragssteigerungen durch Innovationen

Die direkten Erträge der deutschen Wirtschaft aus Produkt- und Prozessinnovationen blieben 2011 etwa auf dem Vorjahresniveau konstant. So erzielte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2011 mit Produktinnovationen einen Umsatz von rund 728 Milliarden Euro. Dies entspricht 14,2 Prozent des gesamten Umsatzes der deutschen Wirtschaft. Der Umsatzanteil lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau von 14,8 Prozent. Bei den Prozessinnovationen zeigt sich eine Verschiebung von kostensenkenden zu qualitätsverbessernden Prozessinnovationen. Im Jahr 2011 konnten rund 18 Prozent der Unternehmen mit Hilfe von neuen Verfahren Qualitätsverbesserungen erzielen - nach 16 Prozent im Vorjahr. Diese Qualitätsverbesserungen führten zu einem Umsatzanstieg von 2,6 Prozent (2010: 1,7 Prozent). Bei 12 Prozent der Unternehmen führten neue Verfahren zu Kostensenkungen, dies entspricht dem Vorjahreswert. Die mit Prozessinnovationen erzielten Kosteneinsparungen beliefen sich 2011 auf durchschnittlich 3,5 Prozent, 2010 lag diese Quote noch bei 3,7 Prozent.

Die Innovationserhebung für Deutschland:

Die hier vorgestellten Zahlen stammen aus der Deutschen Innovationserhebung. Diese repräsentative Erhebung wird vom Zentrum für Europäischen Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und der Institut für Angewandte Sozialwissenschaften im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich durchgeführt. Sie ist der deutsche Beitrag zum Community Innovation Survey der Europäischen Kommission. An der Deutschen Innovationserhebung des Jahres 2012 haben sich rund 12.300 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungen beteiligt.

Für Rückfragen zum Inhalt:
Dr. Christian Rammer, Telefon 0621/1235-184, E-Mail rammer@zew.de

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/mip/12/mip_2012.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Geothermie: Den Sommer im Winter ernten

18.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Kompositmaterial für die Wasseraufbereitung

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht

18.01.2017 | Informationstechnologie