Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exporte 2012 vor neuem Allzeithoch - Außenhandel knackt Zwei-Billionen-Marke

10.04.2012
"Die deutschen Exporte stehen im laufenden Jahr 2012 vor einem neuen Allzeithoch. Insbesondere bei den mittelständischen Unternehmern ist die Stimmung durchweg positiv, wenn auch nicht mehr euphorisch. Die Schuldenkrise mit der stetigen Gefahr eines Überschwappens auf die Realwirtschaft ist noch nicht gebannt. Die konjunkturelle Abschwächung in einzelnen Märkten schlägt sich bei den Auftragseingängen nieder. Insgesamt überwiegen aber die Chancen, die Realwirtschaft steht auf gesunden Füßen. Der Ausverkauf Europas an China findet nicht statt!" Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin anlässlich der Frühjahrspressekonferenz des Verbandes zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Die Ausfuhren werden im Gesamtjahr 2012 nach Einschätzung des BGA nominal um 6 Prozent auf 1.124 Milliarden Euro steigen. Die Importe steigen mit plus 7 Prozent noch ein wenig dynamischer als die Exporte und erreichen 965 Milliarden Euro.

Insbesondere Europa profitiert damit von der Exportstärke Deutschlands. Viele europäische Unternehmen gelangen Huckepack mit dem deutschen Exportmodell auf die Weltmärkte. Zum ersten Mal in der Geschichte wird Deutschland damit die Marke von zwei Billionen Euro beim Außenhandelsvolumen erreichen.

Per Saldo ergibt sich ein Außenhandelsüberschuss von 159 Milliarden Euro, nach 158 Milliarden im Vorjahr. Die Ausfuhren nach Nord- und Mitteleuropa entwickeln sich stabil. Hingegen haben die Sparmaßnahmen und die krisenbedingte

Investitions- und Konsumzurückhaltung Spuren bei den Ausfuhren in einigen europäische Länder hinterlassen. Langfristig gibt es jedoch in einer Vielzahl der vor allem südeuropäischen Staaten keine Alternative zu einer Haushaltskonsolidierung mit den damit einhergehenden Rückgängen beispielsweise im öffentlichen Beschaffungswesen.

Gute Wachstumschancen sieht der BGA im laufenden Jahr insbesondere erneut in Südost- und Ostasien, in Lateinamerika und auch wieder in Nordamerika sowie im Nahen Osten. Aber auch auf dem afrikanischen Kontinent werden gute Wachstumschancen gesehen.

Hintergrund ist, dass die Emerging Markets kaum von der Schuldenkrise belastet sind und weiterhin kräftig in Zukunftstechnologien investieren. Die globalen Megatrends sind intakt. Die aufholenden Länder befinden sich im Wettlauf mit einer explodierenden Bevölkerungsentwicklung, welche massive Investitionen u.a. in Technologien zur Energie- und Ressourceneffizienz, in Verkehrs-, Bau- und Telekommunikationsinfrastruktur unabdingbar macht. Erhebliche Chancen sieht der BGA auch im Dienstleistungsexport.

Noch ist der Anteil der Dienstleistungen mit 14% am Gesamtexport Deutschlands gering, jedoch mit dynamischem Wachstum - seit 2000 haben sich die Zahlen verdoppelt. Besonders relevant sind Ingenieurs- und IT-Dienstleistungen. Aber auch Pflege- sowie Gesundheitsdienstleistungen werden in der Zukunft in den Schwellenländern verstärkt gefragt sein. Die größte Unsicherheit für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und damit auch für Deutschland geht nach Einschätzung des BGA kurzfristig von den sprunghaft gestiegenen Energiekosten aus.

Asiatisches Jahrhundert: Droht uns der Abstieg aus der Champions League? Der Aufstieg Chinas ist zweifelsohne eine Herausforderung, weniger für Deutschland aber in erster Linie für die USA. Mit seiner Ingenieurskunst, seiner industriellen Basis, aber auch seinen innovativen Dienstleistungen verfügt Deutschland über genügend Assetts, um im globalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können. Unser Anteil am Welthandel wird daher auf absehbare Zeit nicht abnehmen, sondern zunehmen.

"Weder droht uns der wirtschaftliche noch der politische Untergang. Der Aufstieg Asiens und insbesondere Chinas ist nicht automatisch unser Abstieg, sondern ganz im Gegenteil: Er sichert auch unseren weiteren Aufstieg für die nächsten Jahrzehnte", so Börner. Deutschland gehöre zu den größten Profiteuren des Asienbooms und wachse im Windschatten des asiatischen Wachstums. Während Europa als Absatzmarkt an Bedeutung verlöre, nehme Asien immer weiter zu.

Setze sich dieser Trend mit dem derzeitigen Tempo fort, werde sich in den nächsten 30 Jahren die Bedeutung Europas und Asiens für die deutsche Wirtschaft immer weiter angleichen und um das Jahr 2040 schließlich gleich bedeutend sein.

"Deutschland und Europa verfügen mit ihrem auf Vielfalt, Rechtssicherheit sowie individueller Freiheit und Mitbestimmung beruhenden Lebensmodell über die besten Voraussetzungen für Kreativität und Wachstum. Gleichzeitig hat sich dieses Modell auch als absolut notwendige Grundlage für ein stabiles und sicheres Wirtschaftssystem herausgestellt.

Darüber hinaus müssen wir Länder wie China auch aktiv begleiten, bei seiner weiteren Integration in die Weltwirtschaft die internationalen Wettbewerbsstandards einzuhalten. Wir sind und bleiben aber zuversichtlich, dass wir auch die zukünftigen Herausforderungen meistern werden", so der BGA-Präsident abschließend.

Pressekontakt:
Ansprechpartner:
André Schwarz
Pressesprecher
Telefon: 030/ 59 00 99 520
Telefax: 030/ 59 00 99 529

André Schwarz | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bga.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops