Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU skeptisch: Bankenhilfe droht zu scheitern

27.01.2009
Rettungspakete verfehlen in vielen Ländern ihr Ziel

Die Europäische Union hat Bedenken geäußert, wonach die Banken-Rettungspakete vieler Regierungen zum Scheitern verurteilt sind.

Der Kritik zufolge geben die von Mrd.-schweren Finanzspritzen profitierenden Institute die Hilfen nur unzureichend an die Wirtschaft weiter. Solange die Kreditvergabe nicht angekurbelt wird, verfehlen sowohl die Rettungsschirme als auch die staatlichen Konjunkturprogramme ihren Zweck.

"Die Banken melden immer weiteren Wertberichtigungsbedarf und die Finanzkrise schwelt weiter. Diese Entwicklung bereitet natürlich Sorgen", meint Christian Dreger, Konjunkturexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, im Gespräch mit pressetext.

Über faule Kredite hinaus betreffe der Wertberichtigungsbedarf der Institute nunmehr auch an sich gesunde Finanzbereiche. "Die Verluste der Banken umfassen ein gewaltiges Volumen", unterstreicht auch Hans-Peter Burghof, Lehrstuhlinhaber für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistung an der Universität Hohenheim, gegenüber pressetext. Den Regierungen stelle sich die Frage, wie viel Hilfe man den Banken noch zukommen lassen müsse, um ein laufendes Geschäft zu ermöglichen. Gleichzeitig seien sie jedoch darauf angewiesen, die Banken zu rekapitalisieren, um das Kreditgeschäft zu beleben.

Dem Experten zufolge greift die Abschirmung der Banken in Deutschland hervorragend. "Besonders die Volksbanken und Sparkassen verfügen über genügend Eigenkapital. Sie haben daher absolut keine Probleme damit, Kredite zu vergeben", betont Burghof. In anderen europäischen Ländern, deren Bankenstruktur von weniger kleinen und regionalen Banken sondern eher von Großbanken gekennzeichnet ist, könne dies hingegen durchaus der Fall sein, meint der Experte. "Eine Kreditklemme ist zur Zeit noch nicht zu beobachten und die Risiken dürften 2009 insgesamt beherrschbar sein. Dennoch können höhere Risiken nicht ausgeschlossen werden, die zu einer Kreditverknappung führen können", erklärt Dreger im pressetext-Gespräch. Einerseits sei ein Scheitern der Rettungsmaßnahmen zwar "hart formuliert" und noch nicht anzunehmen, andererseits jedoch auch nicht auszuschließen.

Die restriktivere Kreditvergabe hat sich Angaben der Regierungen an die EU-Kommission zufolge in den vergangenen Monaten verschärft - anderslautende Statistiken entsprächen nicht der Realität, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf eine vertrauliche Analyse des tschechischen EU-Ratsvorsitzes. Auf die Banken solle daher mehr Druck ausgeübt werden, um die Kreditvergabe zu lockern. Das größte Risiko besteht dem EU-Bericht nach derzeit bei Banken in Großbritannien, Irland und Belgien. EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia zufolge sind die Rettungspakete besonders gegenüber dem Steuerzahler durch eine Weitergabe der Staatshilfen an die Wirtschaft zu rechtfertigen. Andererseits würden den Experten zufolge auch unzureichende Maßnahmen bzw. ein Zusammenbruch des Bankensystems einer Erklärung bedürfen.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.diw.de
http://www.uni-hohenheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics