Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Regulierungspraxis sorgt für intensiveren Wettbewerb

01.04.2009
Ziel der staatlichen Regulierung leitungsgebundener Industrien ist es, für möglichst viel Wettbewerb zu sorgen. Die Regulierungspraxis in der EU verwirklicht diese Zielsetzung deutlich besser als die Regulierungsmodelle anderer Länder.

Ein Vergleich der Regulierung des Telekommunikationssektors in der Schweiz und der EU bestätigt dies. Dies zeigen laufende Forschungsarbeiten zu netzbasierten Industrien und Wettbewerb am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

In den EU-Staaten werden die kostenbasierten Zugangsentgelte für die Nutzung der Telekommunikationsnetze im Voraus durch die jeweiligen Regulierungsbehörden festgesetzt (ex ante-Regulierung). Die Höhe dieser Entgelte soll dem Netzbetreiber einen Anreiz bieten, seine Netze zu unterhalten und weiter auszubauen. Gleichzeitig soll der Markteintritt neuer Diensteanbieter, die das Netz nutzen müssen, nicht erschwert werden, denn Preiswettbewerb zum Vorteil der Kunden ist erwünscht.

Im Gegensatz zu dieser Vorgehensweise steht die Regulierungspraxis der Schweiz. Hier greift die Regulierungsbehörde auf dem Telekommunikationsmarkt erst dann ein, wenn sich Netzbetreiber und Anbieter nicht über die Zugangsentgelte zum Netzwerk einigen können (ex post-Regulierung). In der Regel kommen die Parteien dort allerdings zu einer Einigung, sodass ein Eingriff des Regulierers nicht erforderlich wird.

Die Untersuchung des ZEW zeigt mit Hilfe eines theoretischen Modells, dass die ex post-Regulierung die Gefahr überhöhter Zugangsgebühren zu den Netzen in sich birgt, denn Netzbetreiber und Anbieter können sich, ohne dass die Regulierungsbehörde tätig würde, auf überhöhte Zugangsentgelte einigen. Der Anreiz für den Netzbetreiber hierbei ist, dass er ein höheres Entgelt für die Nutzung seiner Infrastruktur erhält und die Diensteanbieter diese Kosten an ihre Kunden weitergeben müssen. Dadurch wird verhindert, dass ein zu starker Preiswettbewerb bei den auch von ihm angebotenen Dienstleistungen entsteht. Dies geht zu Lasten der Verbraucher, die letztlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Diese Regulierungspraxis erklärt zum Teil das generell höhere Preisniveau für Telekommunikationsdienstleistungen in der Schweiz und die Tatsache, dass die Regulierungsbehörde dort nur selten angerufen wird, um das Netzzugangsentgelt kostenbasiert festzulegen.

Die ex ante-Regulierung in der EU ist somit besser geeignet, für mehr Wettbewerb in leitungsbasierten Märkten zu sorgen.Voraussetzung ist, dass der Regulierer die Kosten der effizienten Leistungserbringung genau kennt und allen Diensteanbietern der Markteintritt möglich ist. Unter diesen Bedingungen verlangen die Diensteanbieter aus eigenem Interesse stets eine Absenkung des Zugangsentgelts, sodass der Regulierer ständig die aktuellen Entgelte überprüfen muss. Von einer effizienten Regulierungsbehörde profitieren somit die Endverbraucher in der EU.

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

nachricht Produktiver und attraktiver Montage­arbeits­platz
24.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics