Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Controlling gewinnt im Mittelstand zunehmend an Bedeutung

11.09.2008
Mittelständische Unternehmer informierten sich bei Fachtagung der FHM Bielefeld

"Controllinginstrumente für den Mittelstand - Wie aus Unordnung Ordnung entsteht!" lautete der Titel einer Fachtagung zu der die staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld circa 40 mittelständische Unternehmen begrüßen konnte.

Das Thema Controlling wurde den Teilnehmern sowohl anhand von Fachvorträgen als auch vor allem anhand von Praxisbeispielen näher gebracht. Außerdem wurde vom Institut für Handelsforschung der Universität Köln eine gerade erst veröffentlichte Studie zur Bedeutung des Controllings für Mittelständler vorgestellt.

"Controlling muss auch im Mittelstand Chefsache sein", ist Prof. Dr. Gerhard Klippstein, Rektor der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), überzeugt. "Die Tatsache, dass zu unseren Tagungsgäste überwiegend Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen gehören zeigt, dass die betriebswirtschaftliche Steuerung mithilfe eines professionellen Controllings auch in kleinen und mittleren Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnt", so Klippstein weiter.

Dabei wird jedoch immer wieder propagiert, dass sich Controlling im Mittelstand grundlegend von Controlling in Großunternehmen unterscheidet. Ist das tatsächlich so? Dieser Frage gingen Teilnehmer und Referenten bei der Fachtagung der FHM auf den Grund und kamen zu dem erstaunlichen Ergebnis: Alle klassischen Instrumente des Controllings, die in und für Großunternehmen konzipiert wurden, sind auch genau so gut für den Mittelstand anwendbar. Zwei unterschiedliche Studien, die im Rahmen dieser Tagung vorgestellt wurden, zeigten: Es kommt nur darauf an, wie diese Instrumente eingesetzt und mit welchen Daten sie "gefüttert" werden.

"Die Notwendigkeit zur Nutzung eines Controllings für deutsche mittelständische Unternehmen durch unternehmensinterne und -externe Impulse ist in der Vergangenheit weiter angestiegen. Diese Tatsache wird nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass ein fehlendes oder mangelhaftes Controlling die häufigste (Mit-)Ursache für Unternehmensinsolvenzen darstellt. Aufgrund der dennoch nach wie vor relativ geringen Nutzungsintensität gilt es, nach Faktoren zu suchen, die eine intensivere Nutzung des Controllings in mittelständischen Unternehmen begünstigen", so Dr. Klaus Flacke von der Westdeutschen Landesbausparkasse in seinem Referat.

Auch Dr. Markus Preißner vom Institut für Handelsforschung der Universität Köln betonte vor dem Hintergrund einer aktuellen Studie: "Wenn es um das Thema Controlling im Mittelstand geht, lassen sich deutlich mehr Befürworter als Skeptiker finden. So beurteilen 92,4 % der befragten mittelständischen Unternehmen das Nutzen-Kosten-Verhältnis von Controllingmaßnahmen positiv."

Die Krux des Controlling im Mittelstand liegt in der Qualität der Daten, mit denen vielfach mittelständische Controller arbeiten müssen. Es herrscht sozusagen Datenchaos und das zu beseitigen ist häufig das oberste Ziel eines Controllers im Mittelstand. Denn mit geordneten Daten und Strukturen lassen sich auch Schwachstellen des Unternehmens viel effizienter aufdecken und beheben. Von entscheidender Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Einsatz einer geeigneten Controlling-Software. "Eine gute Controlling-Software unterstützt die Unternehmensplanung, liefert Kennzahlen und verweist auf etwaige Abweichungen. Anhand von Simulationen sollte zudem die Wirkung künftiger Entscheidungen des Managements durchgespielt werden können.

Das Schöne an solchen Kennzahlensystemen ist, dass sie keine zusätzlichen Daten produzieren, sondern mehr Transparenz in die vorhandenen Zahlen bringen", so Ralf Schlüter, Produktmanager Diamant Software, in seinem Vortrag.

Ein zweiter Aspekt der Tagung war die Forderung nach einer laufenden Wissenserneuerung und dem Mut zum Loslassen von Angewohntem. Für den Controller heiße dies, ständig Neues zu lernen, persönliche Breite und erhöhte Synthesefähigkeit zu entwickeln, die Beschäftigung mit Visionen und Strategien und eine hohe Anpassungsfähigkeit an die sich rasch ändernde Umgebung.

"Reines Rechnungswesenwissen ist viel zu wenig - der Controller als Navigationssystem des Unternehmens benötigt in regelmäßigen Abständen ein frisches 'Wissensupdate' aus allen Bereichen der Unternehmensführung", meint Prof. Dr. Anita Eusterbrock als Professorin für Betriebswirtschaft, insbesondere Controlling, an der FHM Bielefeld.

Über die Fachhochschule des Mittelstands (FHM):
Die staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) wurde im Jahr 2000 vom Mittelstand für den Mittelstand gegründet. Ziel ist die praxisnahe Qualifizierung von Fach- und Führungskräften mit betriebswirtschaftlichem Know-how für die mittelständische Wirtschaft. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen entwickelt und realisiert die FHM in diesem Sinne wissenschaftlich fundierte Studien- und Weiterbildungsangebote sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Das Studienangebot umfasst staatlich und international anerkannte Bachelor- und Master-Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Medien, Kommunikation und Gesundheit. Das Studienkonzept der FHM beinhaltet eine hohe Berufsorientierung, eine individuelle Betreuung und kleine Studiengruppen. Weitere Schwerpunkte setzt die FHM mit ihren Instituten in der wissenschaftlichen Weiterbildung sowie in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Existenzgründung und Unternehmensnachfolge im In- und Ausland.
Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld gGmbH
Ravensberger Straße 10 G, 33602 Bielefeld
Geschäftsführer: Prof. Dr. Richard Merk,
eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Bielefeld
HR-Nr.: 36858

Vanessa Vieselmeier | idw
Weitere Informationen:
http://www.fhm-mittelstand.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften