Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TransportmarktBarometer ProgTrans/ZEW - Experten erwarten kaum dauerhafte Kundenverluste für die Schiene aufgrund des Bahnstreik

12.12.2007
Mit einer dauerhaften Abwanderung einer größeren Anzahl von Bahnkunden zu Lkw oder Binnenschiff aufgrund des Streiks der Lokführer im Güterverkehr der Deutschen Bahn ist nicht zu rechnen.

Dies ist ein Ergebnis einer Sonderfrage des aktuellen TransportmarktBarometers ProgTrans/ZEW, einer Befragung von 300 Spitzenkräften aus der Transport- und der verladenden Wirtschaft zu ihren Erwartungen bezüglich der Entwicklung von Preisen und Transportaufkommen im kommenden halben Jahr, die von der ProgTrans AG, Basel, und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im vierten Quartal 2007 durchgeführt wurde.

Die Umfrage ergab, dass 12 Prozent der Experten von keiner und 57 Prozent von einer nur vorübergehenden Verlagerung von Transporten von der Bahn auf Lkw oder Binnenschiff ausgehen. 18 Prozent prognostizieren Verlagerungen auf andere Güterbahnen und 13 Prozent der Experten erwarten einen dauerhaften Verlust bestimmter Transportkontingente für die Deutsche Bahn.

Einhellig wie selten ist in der aktuellen Umfrage die Meinung der Experten bezüglich der weiteren Entwicklung der Preise für Transportleistungen. Im Straßengüter- und im Kombinierten Verkehr sowie im interkontinentalen Luft- und Seefrachtverkehr rechnen sie mit vergleichsweise hohen Preissteigerungen. Im Schienengüterverkehr, bei der Binnenschifffahrt und bei den Kurier-, Express- und Paket-Diensten (KEP) gehen sie von geringeren Preissteigerungen aus.

Ausschlaggebend für den erwarteten Anstieg der Transportkosten dürfte vor allem die Entwicklung bei einzelnen Kostenfaktoren wie Energiekosten, Arbeitskosten und Sonderabgaben sein. So haben die Preise für Dieselkraftstoff momentan einen neuen nominellen Höchststand erreicht. Bei den Arbeitskosten wird auf Straße und Schiene immer noch über das Ausmaß des Anstiegs und darüber, wer die Kostensteigerungen tragen soll, diskutiert.

Die Einschätzung der Entwicklung des Transportaufkommens im nächsten halben Jahr ist in der aktuellen Umfrage von einer gewissen Verunsicherung hinsichtlich der weiteren Konjunktur- und Außenhandelsentwicklung als den wesentlichen Bestimmungsgrößen der Transportnachfrage geprägt. In Bezug auf die einzelnen Transportzweige und für die verschiedenen Relationen sind die Erwartungen unterschiedlich: Lediglich im Straßengüterverkehr rechnen die Experten in allen Teilmärkten und auf hohem Niveau weiter mit einem starken Wachstum der Transportmengen. Bei der sehr zurückhaltenden Einschätzung für die Schiene könnten die Streiks bei der Deutsche Bahn AG eine Rolle gespielt haben. Aber auch die Binnenschifffahrt, den Kombinierten Verkehr und die KEP-Dienstleistungen sehen die Experten überwiegend nicht mehr so deutlich auf Wachstumskurs wie in den Vorquartalen. Auch bei der Luft- und Seefracht sind die Erwartungen bezüglich der Mengenzuwächse überwiegend zurückgenommen worden.

Die Einschätzungen in Bezug auf die einzelnen Transport-Relationen sind teilweise recht unterschiedlich: Binnenverkehre werden auf der Straße, dem Binnenschiff und bei den KEP-Dienstleistungen wieder etwas stärker eingeschätzt, ebenso die Europaverkehre bei der Luft- und Seefracht. Bei den interkontinentalen Transporten sind die starken Wachstumserwartungen der Experten für die Verkehre mit der Asien-/Pazifik-Region deutlich gesunken.

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Rommerskirchen (progtrans), Telefon +41/61/56035-10,
E-Mail stefan.rommerskirchen@progtrans.com
Dr. Georg Bühler (ZEW), Telefon +49/621/1235-213, Fax -226, E-Mail buehler@zew.de
Das TransportmarktBarometer von ProgTrans/ZEW:
Die ProgTrans AG, Basel, und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, befragen seit 1998 vierteljährlich 300 Spitzenkräfte der Transportwirtschaft und der Verladenden Wirtschaft zur Entwicklung der Transportmärkte. Die Experten werden um eine Prognose dazu gebeten, ob auf Sicht von sechs Monaten das Transportaufkommen und die Transportpreise (stark/schwach) steigen, (stark/schwach) sinken oder unverändert bleiben. Betrachtet werden im nationalen und im grenzüberschreitenden Verkehr nach West- und Osteuropa die Transportbereiche: Straßengüterverkehr, Schienengüterverkehr, Binnenschifffahrt, Kombinierter Verkehr, Kurier-, Express- und Paketdienste. Weiterhin schätzen die Experten die Entwicklung bei Luft- und Seefracht von Deutschland in andere europäische Staaten sowie auf den Routen nach Nordamerika und in die Asien/Pazifik-Region ein.

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Binnenschifffahrt ProgTrans/ZEW Seefracht Transportaufkommen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise